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Das Nürnberger Christkind Barbara Otto (m.)  auf der Empore der Frauenkirche in Nürnberg.

Das Nürnberger Christkind Barbara Otto (m.)  auf der Empore der Frauenkirche in Nürnberg. © Daniel Karmann

Brauchtum

Christkind Barbara eröffnet Christkindlesmarkt

Er gehört zu den berühmtesten Weihnachtsmärkten in Deutschland - seit Freitagabend lockt der Nürnberger Christkindlesmarkt wieder in die Altstadt. Eröffnet wurde der Touristenmagnet wie alle Jahre wieder vom Christkind persönlich. Auch in München ist Weihnachtsmarktzeit.

Nürnberg/München. Vor einer Kulisse von rund 20 000 Besuchern hat das Christkind Barbara Otto am Freitagabend den Nürnberger Christkindlesmarkt auf dem Hauptmarkt eröffnet.

Den Prolog - ein mehrstrophiges Weihnachtsgedicht - sprach die 18-Jährige traditionell von der Empore der Frauenkirche, sie wurde dabei von zwei Engeln und mehreren Fanfaren-Bläsern flankiert. Das öffentliche Schauspiel markiert in Nürnberg alljährlich den Beginn der Adventszeit.

Trotz Terrorängsten und nasskaltem Novemberwetter hatten viele Nürnberger den Weg auf den feierlich abgedunkelten Hauptmarkt gefunden. Obwohl es keinerlei Hinweise für eine Gefährdung gab, demonstrierte die Polizei Präsenz. Neben uniformierten Einsatzkräften hatten sich auch zivile Kräfte unter die Besucher gemischt. Nürnbergs Wirtschaftsreferent Michael Fraas (CSU) hatte die Marktbesucher im Vorfeld zu "gelassener Wachsamkeit" aufgerufen.

Bis zum Heiligen Abend bieten die 185 mit Tannengrün geschmückten rot-weißen Marktbuden neben Glühwein und Lebkuchen typische Weihnachtsartikel an, wie Krippen, Kerzen, Weihnachtsschmuck und die berühmten "Zwetschgenmännle" - kleine Figuren aus Dörrobst. Kleinere Besucher kommen auf der "Kinderweihnacht" auf ihre Kosten. Auf sie warten neben historischen Karussells auch Mitmach-Aktionen.

Inzwischen wächst auf dem Christkindlesmarkt auch das Angebot an Bioprodukten. Bereits 60 Prozent der Getränke-, Imbiss- und Süßwaren-Stände böten auch biologisch hergestellte Erzeugnisse an, hatte das Marktamt im Vorfeld betont. Auch Mülltrennung werde auf dem Markt groß geschrieben. Plastikbecher für Glühwein sind auf dem Markt seit Jahren verboten.

Der Nürnberger Christkindlesmarkt ist zusammen mit dem Dresdner Striezelmarkt einer der ältesten Weihnachtsmärkte in Deutschland. Die erste schriftliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1628: Auf einer Spanschachtel aus Nadelholz findet sich neben der Jahreszahl der Hinweis auf einen "Kindles-Marck" in Nürnberg.

Vermutlich gab es das "Städtlein aus Holz und Tuch", wie der Christkindlesmarkt im Prolog des Christkinds genannt wird, aber schon früher, meinen Stadthistoriker. Bereits im Jahr 1610 ist in einem Ratsbeschluss der früheren Freien Reichsstadt von einem Markt die Rede, auf dem Geschenke zum "Kindleinsbescheren" angeboten wurden.

Auch in München sorgt seit Freitagabend der dortige Christkindlmarkt für vorweihnachtliche Stimmung. Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) eröffnete am Freitag den Markt auf dem Marienplatz. Bis Heiligabend werden nach Angaben der Stadt rund drei Millionen Menschen erwartet - so viele kamen zumindest im Schnitt in den vergangenen Jahren. Der Christkindlmarkt ist zwar der bekannteste, aber bei weitem nicht der einzige Münchner Weihnachtsmarkt. Schon seit diesem Dienstag läuft etwa das Tollwood-Winterfestival auf der Theresienwiese.

dpa


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