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Lifestyle

Christian Henze: "Ich nörgle nie beim Essen"

Christian Henze (44) kocht mit viel Leidenschaft: Mit "Hier ab vier" beim MDR hat der Sterne-Koch sogar eine eigene Fernsehsendung. Zusätzlich betreibt er eine eigene Kochschule in Kempten.

Früher jettete er zwei Jahre lang mit dem mittlerweile verstorbenen deutschen Playboy Gunter Sachs um die Welt und kochte für ihn. Neben seinen vielen verschiedenen Tätigkeiten schreibt Christian Henze auch noch Kochbücher. Über sein neuestes Werk "Schnell, Einfach, Ehrlich! - Unkompliziert kochen in 30 Minuten" (Südwest Verlag, 19,99 Euro) sprach er mit der Nachrichtenagentur spot on news.

In Ihrem neuesten Kochbuch ist wirklich für jeden etwas dabei - von Salaten bis zum veganen Essen. Woher nehmen Sie immer all Ihre Ideen?

Ich bin jemand - so nenne ich das immer - in kulinarischer Mission. Ich bin sehr viel unterwegs und bekomme dadurch viele Inputs. Da ich viele Kochkurse gebe, in den Medien sehr aktiv bin und große Food-Unternehmen berate, erkenne ich ziemlich gut und genau aktuelle kulinarische Trends. Dieses Wissen gebe ich dann in meinen Büchern weiter. Deswegen glaube ich auch, dass mein aktuelles Buch sehr einzigartig ist. Klar, gibt es solche Bücher mit schneller Küche genügend. Aber diese Rezepte sind wirklich außergewöhnlich, weil alle kochbar sind und wirklich funktionieren.

Was genau unterscheidet Ihr Kochbuch von allen anderen?

Mein Kochbuch unterscheidet sich von allen anderen Kochbüchern in dieser Kategorie ganz klar von der Machbarkeit her. Die Gerichte werden wirklich locker in einer halben Stunde fertig, was bei anderen Büchern sicherlich sehr schwierig ist. Und die Zutaten, die hat jeder zu Hause und man muss höchstens nur eine Kleinigkeit einkaufen. Die Ehrlichkeit und die Authentizität sind wichtig, weil es wirklich funktioniert. Man schlägt das Kochbuch auf und man kocht es. Es ist mit Geling-Garantie.

Was war die größte Herausforderung für die Erstellung des Kochbuches?

Die Herausforderung war gar nicht so groß. Mir war von Anfang an klar, dass ich so ein Buch schreiben werde. Ich will nicht mit Exklusivität glänzen, sondern mit der Machbarkeit. Ich glaube, wir haben hier ein Buch, in welchem der Student, die Hausfrau, Mutter, aber auch der Hobbykoch sofort ein Rezept aufschlagen und nachkochen können und das dann auch mit Freude. Bei Büchern verhält es sich häufig doch so: "'Loup de mer mit Pfefferkruste und tomatisierter cremiger Polenta' schaut zwar toll aus, ist mir aber doch irgendwie zu aufwendig. Das mach ich nicht." Und bei meinem Kochbuch schlagen sie einfach willkürlich ein Rezept auf, sehen eine tolle Gemüselasagne und brauchen dazu wirklich nur eine Handvoll von Zutaten.

Welches Rezept gefällt Ihnen aus Ihrem Kochbuch am besten?

Die feurigen Hähnchen-Taler, die Leberkäse-Sensation oder die Pasta-Gerichte. Ich bin überzeugt davon, dass jeder mit diesem Buch zu Recht kommen und sogar mehrere Lieblingsrezepte finden wird.

Wie kochen Sie zu Hause?

Ganz leicht, ganz einfach, ganz unkompliziert und ganz schnell. Hauptsächlich Rezepte, die in meinem Kochbuch sind.

Haben Sie überhaupt noch Lust zu kochen, wenn Sie sowieso schon den ganzen Tag vor dem Herd stehen?

Ja. Ich stehe nicht den ganzen Tag vor dem Herd, ich gehe auch noch anderen Tätigkeiten nach. Aber ich koche nach wie vor wirklich sehr gerne.

Lassen Sie sich dann auch mal von Ihrer Frau bekochen?

Ja klar. Ich bin ein total unkomplizierter Esser. Ich nörgle auch nie beim Essen. Außer wenn ich ins Restaurant gehe und mir eine Cola bestelle, die lauwarm ist. Bei Espresso bin auch sehr heikel, aber sonst bin ich entspannt.

Wie kam es dazu, dass Sie Koch werden wollten und hat Sie Ihr Beruf auf irgendeine Weise verändert?

Kochen war schon immer meine Leidenschaft. Deswegen habe ich Koch gelernt. Der Beruf hat mich auf jeden Fall insofern verändert, dass ich Emotionen noch besser erleben kann. Ich habe so viel Glück gehabt, zwei Jahre mit Gunter Sachs weltweit unterwegs sein zu dürfen und für seine Gäste kochen zu dürfen.

Wie kam es dazu, dass Sie für Gunter Sachs kochen durften?

Ich war damals in der "Aubergine" bei Eckart Witzigmann. So kam es zum Kontakt.

Wie haben Sie Gunter Sachs erlebt?

Hochspannend, außergewöhnlich, sehr charismatisch.

Was waren seine Lieblingsgerichte von Ihnen?

Königsberger Klopse, gefüllte Paprikaschoten oder Steinpilz-Ragout mit Semmelknödel. Das hat er alles sehr gerne gegessen. Allerdings habe ich, wenn wir in St. Tropez oder Palm Springs waren und entsprechende Gäste da waren, auch exklusiver gekocht.

Als Sternekoch haben Sie sicherlich immer viel zu tun bei so vielen Sachen, die Sie machen. Wie können Sie auch mal abschalten?

Ich arbeite sehr viel und wenn ich zu Hause bei meiner Familie bin, dann ist das für mich Feierabend. Ich bin Vater und genieße es zum Beispiel im Sommer einen Tag an unserem Teich zu verbringen. Wenn ich zu Hause bin, bin ich auch frei.

Was treibt Sie in Ihrem Beruf besonders an?

Ich bin nie angekommen. Ich bin immer so ein bisschen ohne Rast und ohne Ruh', deswegen gibt's auch immer neue Projekte. Das macht auch das Besondere für mich aus - alles andere wäre mir eindeutig zu langweilig.

Sind Sie dann schon wieder an etwas Neuem dran?

Ja, es wird ein neues Projekt geben: "Henze-Menü". Ich werde damit Büros mit qualitativ sehr hochwertigen "Convenience"-Speisen beliefern. Nur mit besten und regionalen Zutaten - ohne Zusatzstoffe. Bestens gekocht, bester Geschmack. Und in einer Auswahl mit 50 verschiedenen Gerichten.

(vic/spot)