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Boulevard Chris de Burgh: seine Frau ist Chef
Menschen Boulevard Chris de Burgh: seine Frau ist Chef
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14:44 14.05.2013
Quelle: ddp images

Gänzlich unauffällig und vor allem pünktlich steht Popstar Chris de Burgh (64) auf der Matte. Zum Interview mit der Nachrichtenagentur spot on news, im Garten von Tochter Rosanna Davison (29) im Dubliner Vorort.

Ihre Tochter ist in Deutschland spätestens seit ihrem "Playboy"-Cover im vergangenen Oktober sehr populär. Was sagt ein Vater, wenn er seine Tochter nackt am Kiosk sieht?

Chris de Burgh: Ich war unglaublich stolz und habe großen Respekt davor, dass sich meine Tochter das getraut hat. Umso mehr, da ich genau weiß, wie viel Zeit und Energie sie seit jeher in Sport und Ernährung investiert. Meine Tochter ist ein echtes Kunstwerk. Genau wie die Fotos.

Rosanna Davison: Die ich später mal, wenn ich alt und runzelig bin, meinen Enkeln zeigen kann. Als Beweis dafür, dass die Omi mal ganz knackig war.

War in Ihrer Kindheit Nacktheit normal?

Davison: Wir sind nicht den ganzen Tag nackt rumgerannt, aber wir waren auch nicht so prüde, dass wir das Badezimmer dreimal abgeschlossen hätten.

De Burgh: Für hiesige Verhältnisse, wo man sogar in der Sauna Badehose trägt, sind wir jedoch die reinsten Nudisten. (lacht) Deutschland ist diesbezüglich viel liberaler. Ich weiß noch genau, wie ich vor 30 Jahren das erste Mal in Braunschweig eine öffentliche Sauna besuchte, und vor Schreck wieder rückwärts rausgestolpert bin, weil da plötzlich eine nackte Frau vor mir stand.

Davison: Total albern diese Prüderie, wo wir doch alle nach gleichem Vorbild geschaffen sind.

De Burgh: Nicht ganz meine Liebe. Die Proportionen sind nicht überall so gut verteilt wie bei dir. (lacht)

War der Weg der Fashionista als Kind schon vorgezeichnet?

Davison: Überhaupt nicht. Ich war eher ein kleiner Wildfang, habe mich im Pferdestall rumgetrieben, mit Schafen gespielt und im Schlamm gewälzt. Niemals hätte ich mir vorstellen können, mal in 20 Zentimeter-Absätzen übern Laufsteg zu stöckeln. Ich wollte immer nur Dressurreiterin werden.

Wie alle Prinzessinnen, die im Schloss aufwachsen.

Davison: Keine Prinzessin, kein Schloss, kein Butler und auch keine Zofen. Ich bin ganz normal aufgewachsen. Das Schloss kannte ich nur von Besuchen bei meinen Großeltern. Ich brauchte das nicht, um glücklich zu sein, meine Kindheit verdient trotzdem nur eine Überschrift: Glückseligkeit!

De Burgh: Wir hatten unser Schloss im Kopf. Auch als wir unser erstes Zuhause, eine Zwei-Zimmer-Wohnung, bezogen. Es hat nämlich zwölf Jahre gedauert, bis ich anfing, Erfolg zu haben. Und selbst nach der ersten Welttournee mit 120 Konzerten gab's noch kein Geld für mich, da ich bei meiner Plattenfirma vier Millionen Dollar abstottern musste, die sie im Laufe der Jahre in mich investiert hatten. Insofern wussten wir immer, was Geld wert war.

Davison: Und Daddy macht sich bis heute nichts aus Geld. Er ist zwar sehr großzügig, gönnt sich aber selbst fast nichts. Seine Uhr ist 30 Jahre alt und sein Handy sieht aus wie ein Ziegelstein.

De Burgh: Aber einen Helikopter habe ich mir mal vor Jahren gegönnt.

Davison: Aber auch nur, weil du die Familie mit einem Ausflug beglücken wolltest. Im Alltag quälst du dich doch auch ständig mit deinem kleinen Audi durch den Feierabendverkehr.

Was macht den Popstar glücklich?

De Burgh: Vor allem anderen: meine Kinder! Und insbesondere die Geburt meiner Tochter. Nicht nur, weil Kinderkriegen per se ein großes Glück ist, sondern weil ihre Geburt an ein Wunder grenzte. Ihre Mutter hatte zwei Jahre zuvor bei einem Unfall einen Eileiter verloren und den anderen beschädigt. Die Ärzte prognostizierten uns lediglich eine fünfprozentige Chance auf Kinder. Als sie dann das Licht der Welt erblickte, bin ich drei Tage mit feuchten Augen rumgelaufen. Deswegen habe ich unserem Wunderkind damals auch einen eigenen Song gewidmet: "For Rosanna".

Davison: "Ich möchte die Wunder mit dir teilen, die sich in deinen Augen offenbaren..." - das hat er mir zum Einschlafen oft vorgesungen. Wenn ich das heute im Konzert höre, schießen mir sofort die Tränen in die Augen.

De Burgh: Geht mir beim Singen genauso.

Davison: Und er ist nicht nur ein toller Sänger, sondern auch ein großartiger Märchenerzähler. Seine Geschichten waren uns Kindern immer lieber als jedes Fernsehprogramm. Er hat eine schier grenzenlose Phantasie. Papa ist wie Peter Pan.

Und was sagt Mama zu dem Kindskopf?

De Burgh: Die kann damit leben, denn ich bin nicht nur Märchenonkel, sondern zugleich auch ganz alltagstauglich und bodenständig. Sonst hätte ich es im Showbusiness nicht so weit gebracht. Aber trotzdem: Zuhause ist meine Frau der Boss!

Davison: Mama macht die Regeln und Papa bricht sie. (lacht)

De Burgh: Meine Tochter weiß seit jeher, wie man mich um den Finger wickelt.

Wie haben Sie auf den ersten Boyfriend Ihrer Tochter reagiert?

De Burgh: Mit großem Respekt und viel Humor. Der hieß Allister und den hat sie bereits im Alter von vier Jahren mitgebracht - zum Zelten bei uns im Wohnzimmer. (lacht)

Davison: Die erste ernsthafte Beziehung hatte ich mit 18 Jahren: James! Aber auch den haben sie anstandslos respektiert.

De Burgh: Wir haben ihn sogar in den Weihnachtsurlaub nach Mauritius mitgenommen.

Getrennte Zimmer?

De Burgh: Natürlich, aber wir wussten auch, dass da nachts gewandert wird.

Davison: Aber nur weil der arme Kerl immer solche Albträume hatte. (lacht)

De Burgh: Ich habe meiner Tochter nie reingeredet. Das einzige, was ich ihr nachdrücklich mit auf den Weg gegeben habe, sind meine Werte: Respekt und vor allem Selbstliebe! Wenn du dich selber liebst, dann kann dir keiner was anhaben.

Davison: Außerdem ist unser Glas immer halbvoll.

Auch mal mit Hochprozentigem?

Davison: Weder Schnaps noch Drogen - war nie mein Ding. Ich trinke ganz gerne mal ein Glas Champagner, aber mehr auch nicht. Ich habe noch nie einen Joint geraucht und trinke nicht mal Diät-Cola, weil ich als Ernährungsberaterin und Veganer genau weiß, wie schädlich die chemischen Zusätze sind.

De Burgh: Das gilt auch für mich. Man braucht selbst als Rock'n' Roller keine Drogen- und Reha-Erfahrungen, um ein guter Musiker zu sein.

Das sehen viele Ihrer Kollegen anders, die meinen, dass Künstler leiden müssen, um zur Höchstform aufzulaufen.

De Burgh: Das ist Blödsinn und dient vielen Kollegen als Entschuldigung, um sich das Hirn wegzublasen. Ich habe viel Koks in meinem Leben um mich herum erlebt, habe in Studios produziert, wo das Zeug auf Vinyl-Scheiben rumgereicht wurde und habe Menschen daran zugrunde gehen sehen. Eines kann ich mit Sicherheit sagen: Koks ist keine kluge Droge, denn sie macht dich total paranoid und kaputt. Und Selbstzerstörung widerspricht meinem Lebensgefühl. Ich möchte bitte ein langes und gesundes Leben führen.

Davison: Und mit mir als deiner Ernährungsberaterin steht dem nichts im Wege.

De Burgh: Sie hat mich schon so geimpft, dass ich sogar wenn ich alleine bin ihre mahnende Stimme höre, wann immer ich nach Zucker greife. Und für diese Paranoia brauche ich nicht mal Koks. Meine Tochter ist Droge genug. (lacht)

(ali/spot)

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