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Musik

CD-Tipp: The Strokes - Comedown Machine

Schock! Nachdem einmal die Gitarre aufgejault hat, übernimmt beim neuen Album der Indie-Rock-Könige The Strokes ein funky Basslauf den Sound, die Bee-Gees-Kopfstimme groovt sich lässig darüber.

Darauf waren Fans der New Yorker Rockstyle-Ikonen sicher nicht gefasst. Seit ihrem Debüt "Is This It" von 2001 wird die Truppe von Kritikern und Anhängern für ihren Garagen-Rock-Sound verehrt.

Einziger Kritikpunkt war bisher nur die mangelnde Innovation in ihrer Musik. Das können sich die fünf nun nicht mehr vorwerfen lassen. The Strokes stellen ihrem harten Gitarrensound nun jede Menge Funk, Disco, Keyboards und Synthies an die Seite. Bis auf einige Ausnahmen, in denen der altbekannte Megaphon-Effekt über der Stimme wieder für etwas Roughness sorgt ("5050"), schreit dieses Album aus jeder Note: "Mut zum Pop!" Und klingt dank Julian Casablanca und den typischen Harmonien trotzdem immer nach The Strokes.

Nur jetzt eben etwas aufpoliert - durch Einflüsse aus den Achtzigern, von Prince über a-ha bis New Order. Die Radios wird es freuen, doch auch alteingesessene Strokes-Fans sollten dieser Platte eine Chance geben. Die neue Gelassenheit bedeutet vielleicht auch, sich einfach mal eine bunte Niete auf die Lederjacke zu pinnen.

(mia/spot)