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Musik

CD-Tipp: Phoenix - Bankrupt!

Phoenix stehen spätestens seit ihrem letzten, mit einem Grammy ausgezeichnetem Album "Wolfgang Amadeus Phoenix" (2009) für euphorischen Electropop, der mit Melodie und Dramaturgie auch Tanzmuffel überzeugen kann.

Das Quartett um Sänger Thomas Mars, übrigens Ehegatte der Regisseurin Sofia Coppola, hat sich für sein neues Album analoge Synthesizer und ein berühmtes Mischpult ins Studio geholt. Damit wurde 1982 Michael Jacksons "Thriller" aufgenommen. Leider kann auch dieses ersteigerte It-Peace keine Wunder bewirken.

Die Aufnahmen und der Weg dorthin waren ein langwieriger, aufreibender Prozess, wie die Jungs in Interviews erzählen. Leider hört man das: Nach einigen ausgeklügelten und teils famosen Alben ist "Bankrupt!" das bisher wahrscheinlich uninspirierteste Werk der Franzosen. Die Synthies wirken fast schon hilflos eingesetzt und überladen, die Melodien nicht halb so mitreißendend wie in der Vergangenheit, manche Stellen zu künstlerisch gewollt.

"Pop in der Schaffenskrise" titeln die Zeitungen - doch ganz so schlimm ist es auch wieder nicht. Viele Songs können mit der typisch entspannten Phoenix-Haltung überzeugen - für Fans von MGMT oder Zoot Woman ist "Bankrupt!" ein willkommener Electropop-Nachschlag für die Sommer-After-Hour. Alle anderen sollten sich bis zum nächsten Album gedulden. Der Phoenix steigt doch bekanntlich aus der Asche.

(mia/spot)