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Musik

CD-Tipp: James Blake - Overgrown

Seit er den feinsinnigen Feist-Song "Limit To Your Love" mit einem Piano bis auf sein Skelett sezierte und mittels elektronischer Elemente zu unerwarteter Intensität beflügelte, gilt der Brite James Blake als das neue Wunderkind der Musikwelt.

Sein 2011 erschienenes Debütalbum unterstrich diese Annahme noch zusätzlich. Der minimalistische Soul-Dubstep des heute 24-Jährigen ließ die Experten vom "BBC" über den "Observer" bis zum "Mercury Prize" aufhorchen.

Kaum hat man sich von dieser unverhofften Neuinterpretation des Pop erholt, die Hand in Hand mit der ebenfalls sehr reduzierten Musik von The xx ging, holt der Wunderknabe schon zum nächsten Schlag aus. "Overgrown", das neue Album von Blake, bezieht seine extreme Intensität wieder aus dem Spiel mit der Stille. Die Themen drehen sich diesmal weniger um verlorene Liebe, sondern um das neue Leben als "Wunderknabe".

Gleich zu Anfang singt Blake mit seiner verletzlichen Soulstimme: "I don't wanna be a star" - diesen Status wird er aber auch mit diesem Album nicht bekämpfen können. Vielleicht sogar noch gereifter als sein Debüt ist "Overgrown" wieder ein Meisterwerk der Moderne geworden. Reduktion statt Überdosis, Ruhe statt Stress. Man muss sich nicht lange fragen, woher die Leidenschaft der Masse für diese neue Musik rührt.