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Musik

CD-Tipp: Iron & Wine - Ghost On Ghost

Sam Beam alias Iron & Wine sollte man nicht unterschätzen. Bei seinen ersten Alben dachte alle Welt noch, es wäre ganz klar, mit welcher Spezies Musiker man es hier zu tun hätte: Mann mit Rauschebart und Lehrerberuf, Cord-Sakko, Akustikgitarre im Arm, Rotweinglas in der Hand, macht Folkpop für die introvertierten Stunden im Wohn- oder Schlafzimmer.

Spätestens mit seinem letzten Album "Kiss Each Other Clean", auf dem er Drumcomputer und Amy-Winehouse-Bläser einbaute, ist es aber vorbei mit dem übersichtlichen Singer/Songwriter-Dasein. Wer davon schon geschockt war, sollte sich nun festhalten: Die neue Platte "Ghost On Ghost" wirkt stellenweise sogar wie ein Jazz-Ambient-Projekt des singenden Barden.

Glöckchen und Saxophon, fast schon karibische Klänge und ein sehr verspäteter oder verfrühter Christmassong können den gemeinen Folkpop-Hörer schon mal aus der Fassung bringen. Die ruhigen Jazz- und Soul-Pop-Einflüsse tun dem Sound aber nur gut und bringen etwas Abwechslung und Leichtigkeit in die introvertierten Stunden. Nachdem schon sein letztes Werk auf Platz 2 der Billboard Charts eingestiegen war, könnte der neue Popappeal direkt auf Platz 1 führen.

(mia/spot)