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Musik

CD-Tipp: Dear Reader - Rivonia

Kurz vor ihrem zweiten gemeinsamen Album hatte sich die Südafrikanerin und Wahlberlinerin Cheri MacNeil von ihrem Bandgenossen Darryl Torr getrennt. Für ihr nun mittlerweile drittes Indiepop-Album hat MacNeil auch keinen außenstehenden Produzenten mehr an ihre Musik gelassen.

So ist "Rivonia", benannt nach einem Stadtteil von Johannesburg, mehr Dear Reader als alles davor.

Passend dazu hatte die Sängerin und Songwriterin Anfangs eigentlich die Idee, das neue Album sehr spärlich zu belassen. Nur Stimme und Piano - das war der Plan. Er ging nicht auf. Auf "Rivonia" sind nun wieder eine Menge Instrumente und Musiker zu hören, die ihre Parts auf der Oboe, an der Trompete oder Geige an Küchentischen oder in Kellern eingespielt haben. Sogar die Chöre wurden einzeln eingesungen und später erst zum Ganzen zusammengefügt. Prominentestes Mitglied dieser Puzzle-Aufnahmen dürfte Earl Harvin sein, der Drummer der Tindersticks.

Entsprechend seines Titels klingt "Rivonia" auch mehr nach Afrika, als es Dear Reader bisher tat, wofür die oft zappeligen Percussions und Rhythmen verantwortlich sein dürften. Nachdem MacNeil schon die Musik für die nachdenklichen Parts im wundervollen Berlin-Film "Oh Boy" geschrieben hat, kommt aber auch die Melancholie auf "Rivonia" nicht zu kurz.

(mia/spot)