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© ZDF/Jacqueline Krause-Burberg

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Böhm: "Botox? Nein, danke!"

Katharina Böhm (48) hat sich als erste weibliche Ermittlerin auf dem traditionellen Freitagskrimi-Sendeplatz des ZDF etabliert. Rund fünf Millionen Zuschauer verfolgten die erste Staffel von "Die Chefin".

Am kommenden Freitag (ZDF, 20.15 Uhr) startet die zweite Staffel auf dem gewohnten Sendeplatz mit vier neuen Folgen. Die Nachrichtenagentur spot on news sprach mit der Schauspielerin über Krimi-Überdruss, das Leben im Blitzlichtgewitter und Schönheits-Operationen.

Frau Böhm, das Fernsehen überschwemmt uns geradezu mit Krimi-Formaten, sind die Zuschauer nicht langsam übersättigt?

Stimmt, im Moment ist ein Überfluss da. Aber durch einen Krimi lässt sich natürlich auch sehr viel erzählen. Es steckt Drama darin und Gefühl. Und was macht Kino aus? Große Gefühle! Im Endeffekt gilt das auch für gutes Fernsehen. Und ich glaube, deswegen wird derzeit alles so gern auf Krimi gedreht.

Welche Krimis schauen Sie denn gerne?

Die US-Serie "Crossing Jordan" liebe ich sehr. Ich habe alle sieben Staffeln gesehen. Bei den deutschen Formaten schaue ich am liebsten die "Nachtschicht". Ich war komischerweise noch nie "Tatort"-Gucker. Nicht weil ich es nicht mag, es war einfach nie so. Meine Eltern wollten nie, dass ich das schaue, als ich klein war. Deshalb bin ich da auch nie reingerutscht.

Lesen Sie Geschichten über sich oder googeln Sie sich ab und zu?

Nein. Ich habe irgendwann mal gegoogelt, was in Wikipedia über mich steht. Da stimmt nicht alles, was mir aber auch egal ist. Ich bin so früh mit Presse erzogen worden, dass ich dem nicht viel Gewicht gebe. Umgekehrt glaube ich auch sehr wenig von dem, was in der Presse steht.

Sie sind sehr selten auf dem roten Teppich zu sehen, warum?

Ich kann mich da immer drum rum mogeln. Das bekomme ich wirklich gut hin. Ich kenne sämtliche Hintereingänge (grinst). Ich mag diese Glamour-Auftritte einfach nicht. Wissen Sie, wie unbequem diese schönen Kleider sind? Ich mag es lieber pragmatisch, bequem, warm. Ab und zu zwänge ich mich schon in diese Teile, aber wirklich sehr selten.

Sind Sie bei Facebook oder bei Twitter?

Nicht wirklich, ich bin bei Facebook insofern, dass ich früher geschaut habe, was mein Sohn da macht und das wusste er auch. Aber ich habe da keine Freunde oder so. Ich stehe dem Ganzen sehr skeptisch gegenüber.

Hat Ihr Sohn Ambitionen, Schauspieler zu werden und damit die Familientradition fortzuführen?

Nein. Das, was er jetzt vor hat, freut mich mehr. Das hat zwar mit der Branche zu tun, aber nicht vor der Kamera.

Nächstes Jahr feiern Sie Ihren 50. Geburtstag, haben Sie Angst davor?

Jetzt habe ich erst mal meinen 48. Geburtstag hinter mich gebracht (lacht). Vor der Zahl habe ich überhaupt keine Angst. Ich hatte auch mit meinem 30. oder 40. Geburtstag keine Schwierigkeiten, die Zahl ist nicht so das Ding. Aber ich finde schon, älter werden ist nichts für Feiglinge. Ich finde es wirklich nicht einfach. Wenn ich zum Beispiel lange auf dem Boden knie, Fotos sortiere oder ähnliches und dann klingelt das Telefon, versuche ich, in meinem alten Duktus dahin zu stürzen. Dann merke ich, dass ich mich erstmal auseinander falten muss.

Treiben Sie denn Sport?

Ich fange immer mal wieder an, dann höre ich wieder auf. Ich sollte es wirklich machen. Das würde mir gut tun.

Wie schaffen Sie es denn, immer noch so gut auszusehen?

Wenn dem so ist, dann muss ich dem lieben Gott da oben danken, dass er meine Gene so gut verteilt hat (grinst). Aber ich glaube, es hat viel mit einer gewissen Wachheit zu tun. Nicht einmal mit dem berühmten Glücklichsein. Dass man das Leben bzw. sich selber nicht zu ernst nimmt. Ich glaube, in dem Moment, in dem ein Mensch wach ist, wird er nie wirklich alt aussehen.

Wie sieht es denn mit Schönheits-OPs aus?

Theoretisch nicht, ich habe einfach Schiss, dass da was schief geht. Außerdem habe ich selten ein gutes Ergebnis gesehen. Wirklich extrem selten, wobei man natürlich bei guten Eingriffen gar nicht sieht, dass etwas gemacht wurde. Aber da, wo ich es sehe, finde ich es immer gruselig. Es hat sich immer nur verschlimmbessert, nie verbessert. Ich habe noch nie ein Beispiel gesehen, von dem ich sage: Boah, das sieht echt gut aus.

Sie hätten also Angst vor dem Ergebnis?

Ja. Bei gewissen Sachen verstehe ich, wenn man sie korrigieren lässt, Schlupflidern zum Beispiel. Dann finde ich das absolut in Ordnung. Aber ich habe noch keine aufgespritzte Lippe gesehen, die ich hübsch finde. Und Botox? Ich hätte panische Angst, irgend so ein Gift in mich reinzupappen. Geht gar nicht! Das ist Gift - nein danke!

(obr/spot)