Navigation:

© ddp images

TV

Bernd Herzsprung: "Das Highlight war die Besetzung"

Seit 35 Jahren bietet die TV-Vorabendserie "SOKO 5113" solide Krimi-Kost - mit tollen Einschaltquoten. Am Montag Abend um 18.05 Uhr strahlt das ZDF die 500. Folge aus.

Es geht um den gewaltsamen Tod einer Mietshausbesitzerin. Bevor die Kommissare mit den Ermittlungen beginnen, gratuliert Münchens Oberbürgermeister Christian Ude in einem Cameo-Auftritt zum Jubiläum.

Die Nachrichtenagentur spot on news sprach mit Schauspieler Bernd Herzsprung (71) über die Sendung, die er quasi mit aus der Taufe gehoben hat. Verraten hat er, was er seinen ehemaligen Kollegen wünscht und wie er den aktuellen Krimi- und Jungdarsteller-Hype beurteilt.

Herr Herzsprung, 35 Jahre "SOKO 5113", was war Ihr Highlight?

Das Highlight und gleichzeitig ein Glücksfall war die Besetzung. Ein anderes Highlight waren die Einschaltquoten von acht, neun, zehn Millionen und das im Vorabendprogramm. Da gab es allerdings die Privaten noch nicht.

Können Sie sich an die Anfänge erinnern?

Angedacht war das Format als "Der Durchläufer", womit mein Part gemeint war. Der Titel konnte sich dann aber nicht durchsetzten und wurde in der Folge zu "Soko 5113" unbenannt.

Warum haben Sie aufgehört?

Meine Rolle entsprach inhaltlich nicht mehr meinen Vorstellungen. Für mich ein Grund, den Dienst zu quittieren und sich kreativeren Aufgaben zu widmen.

Gibt es eine Figur, die von Anfang an dabei war?

Ja, Wilfried Klaus und meine Wenigkeit. Er war erst Kriminaloberkommissar "Horst Schickl" unter "Karl Göttmann" (Werner Kreindl) und wurde dann sein Nachfolger, also Hauptkommissar. Da war ich dann aber schon nicht mehr dabei.

Was halten Sie von dieser generellen Entwicklung hin zum Krimi in jeder Form und auf sehr vielen Sendeplätzen?

Krimis existieren seit es das Kino gibt. Das Fernsehen entwickelte in der Folge Krimiformate, weil es Sendeplätze belegen musste und weil möglichst viele Zuschauer an den jeweiligen Sender gebunden werden sollten. Die Sehgewohnheiten machten dann Serien wie "Der Alte", "Der Kommissar", "Derrick" und nicht zuletzt den "Tatort" zu Erfolgsformaten.

Und der Hype um den Til-Schweiger-"Tatort"?

Wenn der NRD dieses Niveau halten will und sie nicht stringent zu Sparmaßnahmen greifen müssen, wird sich auch Herr Schweiger mit seinem Team als "Tatort"-Kommissar etablieren.

Götz George soll als "Schimanski" zurückkehren. Was halten Sie davon?

Jetzt Herrn George gegen Herrn Schweiger konkurrieren zu lassen, um möglicherweise die NDR-Einschaltquote noch zu toppen, halte ich für den falschen Weg. Und Herr George wäre schlecht beraten, sich auf diese Disziplin einzulassen.

Wie ist die Situation denn heute für junge Schauspieler?

Das Land ist zu klein für unsere Hochbegabten. Es fehlen die Mentoren, die dieses Potential weitertransportieren können mit guten Drehbüchern. Schauen Sie doch mal, wie viele junge, begabte Leute sich uns jetzt im Dreiteiler "Unsere Mütter, unsere Väter" präsentiert haben und für kurze Zeit in der Presse hochgelobt wurden. Die Frage, die ich mir stelle, ist die: Wo findet sich dieses Potential in einem halben Jahr wieder, wenn die entsprechenden Rollenangebote ausbleiben?

Was wünschen Sie "SOKO 5113" zum 35. Geburtstag?

Ich wünsche den Kollegen, dass ihnen die Gürtel, die ob der Sparmaßnahmen immer enger geschnallt werden müssen, nicht den Spaß an der Arbeit nehmen und damit ihre Kreativität einengen.

(ili/spot)