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Ben Becker

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Bühne

Ben Becker: Biblische Geschichten noch immer aktuell

Der Schauspieler und Sänger Ben Becker (52) hält etliche biblische Geschichten auch heutzutage noch für hochaktuell.

Würzburg. „Sie bergen große existenzielle Auseinandersetzungen in sich“, sagte Becker dem Evangelischen Pressedienst (epd) in Würzburg. Man müsse aber „nicht wirklich christlich gläubig sein, um sich damit auseinanderzusetzen“. Becker tourt seit 2015 mit dem Ein-Mann-Stück „Ich, Judas“ durch Deutschland, das auf dem Roman „Der Fall Judas“ des Rhetorikers und Schriftstellers Walter Jens fußt.

Biblische Geschichten könnten den Menschen Halt geben und ihnen helfen, die aktuelle Situation in unserer Welt besser zu verstehen, erläuterte Becker. Er selbst bezeichnet sich als „nicht christlich“. Kraft schöpfe er im Glauben „an meine Arbeit, in der Liebe darin, Künstler zu sein, und in meiner kleinen Familie“. Glaube habe immer seine Berechtigung - ganz egal welcher Art. „Das war schon immer ein ganz wichtiger Bestandteil des Menschseins“, sagte der Schauspieler. Glaube könne „Rettung in der Not sein“, einen Anker bieten, „um nicht völlig zu kapitulieren“.

Durch die intensive Auseinandersetzung mit der Figur Judas habe er „viel gelernt“, sagte Becker weiter. Die Liebe zwischen Jesus und Judas habe ihm eine neue Sicht auf die ein oder andere biblische Geschichte eröffnet. Mit seinem Judas-Stück wolle er „keine Antworten“ liefern: „Ich kann nur Fragen stellen.“ Etwa auch nach der Rolle des Reformators Martin Luther (1483-1546): Nicht nur der Antijudaismus des späten Luther sei problematisch, sagte Becker: „Ohne Luther hätte es keine Bauern- und Konfessionskriege gegeben.“ Dieser hätte „sicher keine Probleme damit gehabt, kritisch hinterfragt zu werden“.

Von epd