Navigation:
Lifestyle

Ayurveda-Kur in Indien - gesund und entspannend?

Indien ist die Heimat der 5000 Jahre alten Ayurveda-Heilkunst. Tropische Hitze, indische Frauen mit bunten Tüchern, traumhafte breite Sandstrände, der Geruch von Räucherstäbchen und dazwischen das wilde Gebimmel der knallbunt angemalten Hindu-Tempel: ein gutes Ambiente, um die Behandlungsmethode auszuprobieren, bei der ein Ayurveda-Arzt in einer Konsultation zunächst die Doshas, die den Körper beeinflussenden Energien, bestimmt, die im Laufe der Kur wieder in Einklang gebracht werden müssen.

Dann wird ein individueller Behandlungsplan aus dem Behandlungsspektrum der Ayurveda-Lehre zusammengestellt. Die Nachrichtenagentur spot on news hat es ausprobiert. In jedem Körper befinden sich folgende drei Doshas: Vata, das Bewegungsprinzip, Pitta, das Feuer- bzw. Stoffwechselprinzip und Kapha, das Strukturprinzip. Je nach dominanten Doshas wird dann die Behandlung konzipiert.

Von Stress bis Übergewicht wird hier jedes Leiden behandelt. Reinigung und Entspannung sind Ziel der Kur. Wem es allerdings befremdlich vorkommt, dass eine kleine dicke Inderin einen nackt am Boden liegend mit ihrem schwieligen Fuß massiert, sollte sich zweimal überlegen zur Kur zu fahren. Doch das unbestechliche breite Grinsen, die sanfte Art der Frauen überwinden nicht nur Sprachgrenzen, sondern söhnen einen auch mit teils unkonventionellen Behandlungsmethoden aus.

Bis zu zweieinhalb Stunden am Stück dauern die Anwendungen, alles beginnt stets mit einer 45-minütigen Ölmassage, je nach Leiden folgen dann Stirngüsse, Ölbäder, Puder-Massagen, Fußmassagen und andere Behandlungen.

Dazu wird eine abscheulich schmeckende, braune, zähflüssige Medizin für jeden Patienten zusammengebraut, die dann mehrmals täglich zum Essen eingenommen werden muss. Die unglaublich leckere ayurvedische Küche versöhnt allerdings jeden Patienten. Was gegessen werden darf, entnimmt jeder Patient den Dosha-Schildern vor den Essensbehältern. In anderen Ayurveda-Kliniken und -Ressorts werden eigens Gerichte für die Patienten an den Tischen zusammengestellt.

Zu trinken gibt es Tee und Ingwer-Wasser, was bei Temperaturen von 36 Grad schon sehr schweißtreibend sein kann. Während der Kur selbst, treibt man nicht wirklich viel, außer morgendlichen Yoga-Übungen. Die Behandlungen und die eineinhalbstündige Ruhezeit nehmen einen Großteil des Tages in Anspruch. In Einheitsbademänteln und -Turbanen wandeln die Ayurveda-Patienten unter Palmen umher und versuchen, ihre Doshas in Einklang zu bringen und ihren Körper von Giftstoffen zu reinigen.

Unzählige Menschen schwören auf Ayurveda, wenn die Schulmedizin ihnen nicht mehr weiterhelfen kann. Chronische Schmerz-Patienten fahren teilweise jedes Jahr zur Kur, dennoch ist nicht jeder davon begeistert, manchmal werden Schmerzen auch durch die Kur verstärkt zum Ausbruch gebracht. Die Behandlungen in der Hitze mit heißen Ölen machen müde und träge und mit Wohlfühlmassagen haben die Behandlungen auch wenig zu tun. Einige Patienten fühlen sich auch nach den Abführtagen in der Kur sehr unwohl.

Ayurveda-Kuren sind sicherlich eine spannende Erfahrung, vielen Menschen helfen sie auch, aber man sollte sich vorher gründlich mit den Behandlungsmethoden und den Umständen vor Ort beschäftigen, bevor man sich für die Kur entscheidet.

(ala/spot)