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Axel Prahl: "Küsse im Meer sind schon etwas Besonderes"

Von Ostfriesland bis Norwegen, von Schottland bis zu den Niederlanden erstreckt sich ein Meer, von dem viele wohl nur wissen, dass sich Ebbe und Flut dort intensiv abwechseln.

Die neue mit dem "Prädikat besonders wertvoll" von der Deutschen Film- und Medienbewertung ausgezeichnete Doku "Die Nordsee - Unser Meer", die von heute an im Kino läuft, erzählt eine sehr viel spannendere Geschichte von Eishaien, den Totengräbern der Meere, von Robben, die mit dem Menschen tanzen oder sich miteinander unterhalten und von einem ungewöhnlichen Postboten-Job.

Lauschen kann der Zuschauer dabei der Stimme von Axel Prahl (53), den die meisten als Münster-Tatort-Kommissar Frank Thiel kennen. Der Schauspieler sprach mit der Nachrichtenagentur spot on news über Jugendträume, Whiskeyräusche und Deutschlands größte Raubtiere, die Kegelrobben.

Herr Prahl, was hat Sie in der Nordsee-Doku überrascht?

Prahl: Mir war nicht klar, dass es in der Nordsee so eine reiche Unterwasserwelt sogar mit Korallen gibt. Besonders gut gefallen hat mir die schottische Küste, weil es ein lang gehegter Jugendtraum von mir ist, mit dem Wohnmobil durch Schottland zu reisen.

Auch wegen des Whiskeys?

Prahl: Ja, sicherlich auch. Da werde ich an der einen oder anderen Destille wohl vorbeikommen.

Was ist das Besondere am Whiskey?

Prahl: Ich finde, betrunken werden von Whiskey, das ist ein ganz besonderer Rausch. Meinem Gefühl nach bleibt man dann trotzdem klar im Kopf. Bei einem Whiskey-Abend mit einem Freund hat der zum Beispiel mal eine ganz dezidierte Rechnung für ein komplexes Projekt aufgemacht. Und das hat auch am nächsten Tag noch Sinn gemacht. Und ich würde sagen, dass das bei einem Bierrausch eher nicht passiert.

Was ist das Besondere an der Nordsee im Vergleich zum Mittelmeer?

Prahl: Dieses Ringen zwischen Land und Wasser durch Ebbe und Flut. Aber auch das Ringen der Menschen dort mit dem Wasser. Fließendes Wasser hat einfach immer eine besondere Kraft, vor allem wenn der Wind dazukommt und Sturmfluten entstehen. Als wir den Schimmelreiter gedreht haben, hatten wir einmal Windstärke zwölf. Da konnte man sich problemlos gegen den Wind lehnen, ohne die Arme ausbreiten zu müssen. Das sind dann natürlich Naturgewalten, die äußerst beeindruckend sind. Da merkt man erst, wie klein man eigentlich ist.

Hatten Sie schon mal einen magischen Moment am Meer?

Prahl: Schon viele. Angefangen von ganz grandioser Entspannung beim am Wasser sitzen und einen Sonnenuntergang erleben. Bis hin zu sehr ausgelassenen Feiern am Strand. Und da ich ja am Meer groß geworden bin, gab es durchaus auch die eine oder andere Romanze so mit 15 oder 16. Das ist schon etwas Besonderes, sich im Wasser schwimmend zu umarmen und zu küssen.

Haben Sie eine Lieblingsinsel?

Prahl: Ich hab's nicht so mit "Lieblings-". Lieber immer mal wieder etwas Neues, sonst schließt das so viele andere Orte aus. Das gilt auch für andere Dinge, ich habe auch keinen Lieblingsschriftsteller oder Lieblingsmusiker oder Lieblingsmaler. Es gibt eher ein breites Spektrum an Dingen, die ich faszinierend finde und die mir gleichwohl am Herzen liegen.

Aber Kommissar Thiel ist schon Ihre Lieblingsrolle?

Prahl: Nö, würde ich so auch nicht sagen. (lacht)

Könnten Sie sich vorstellen, auf einer Hallig zu leben, jenen kleinen Inseln, die immer kurz vor dem Untergang stehen?

Prahl: Auf Dauer auf gar keinen Fall. Es ist sicher sehr schön, wenn man mal runterkommen will, das Handy ins Meer schmeißt und mal richtig drei Monate Pause macht. Aber ansonsten bin ich ein Mensch, der durchaus auch von Kommunikation lebt.

Warum braucht man gute Nerven, wenn man mit Kegelrobben schwimmt?

Prahl: Es sind ja eigentlich Raubtiere. Das ist vielleicht ein bisschen wie mit Hunden - "Der will ja nur spielen!" -, aber letztendliche Gewissheit darüber, wie sie so ticken, hat man nicht. Es sind Tiere.

Der Schwertwal oder Orka wird in der Doku ja Killerwal genannt. Was halten Sie davon?

Prahl: Ein Freund von mir, Daniel Opitz, ist Walforscher und der wehrt sich zu Recht grundsätzlich gegen diesen Begriff. Und weil ich das weiß, habe ich schon kurz gezuckt, als ich das eingesprochen habe. Aber die Regie hatte sich dafür entschieden.

Ein anderes Tier, das auch zu Unrecht verunglimpft wird, ist der Hai. Wie hat Ihnen der Eishai gefallen?

Prahl: Von dessen Existenz in der Nordsee wusste ich gar nichts. Und auch meine Kinder fanden ihn zumindest beim ersten Mal schauen ziemlich unheimlich. Als Totengräber des Meeres ist er aber trotz seiner nicht gerade niedlichen Optik extrem wichtig.

Essen Sie gerne Fisch?

Prahl: Ja und Oktopus gegrillt mag ich schon wirklich sehr gerne.

(ili/spot)