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Atwells Weg durch die Schuldenhölle

Den 21. November 2010 wird Moderatorin Susann Atwell nicht so schnell vergessen. Es ist der Tag, an dem die 45-Jährige Privat-Insolvenz anmeldete. "Ich saß mit meinem Anwalt und zwei Steuerberatern in der Kanzlei, wir haben uns die Zahlen angeguckt und der eine meinte: ,Vergessen Sie's.

Das kriegen Sie nicht mehr hin'," schildert Atwell im Interview mit dem Magazin "Bunte" den schwärzesten Tag ihres Lebens.

"Ich habe die Papiere genommen und zu Hause am Esstisch weinend und ganz allein ausgefüllt. Die Unterschrift unter dem Antrag war der absolute Tiefpunkt. Aber als ich den Brief schließlich abgeschickt hatte, war's auch eine Befreiung."

Seit dem 31. Dezember 2012 ist das Verfahren nun beendet. "Jetzt geht das Honorar endlich wieder auf mein eigenes Konto und gehört komplett mir", freut sich Atwell. Doch die Jahre der Entbehrung gingen an der HR- und NDR-Moderatorin nicht spurlos vorüber. Das Geld reichte gerade "genug zum Leben und für die Miete, aber eben für keinerlei Extravaganzen. Alle Honorare flossen zuerst auf das Konto des Insolvenzverwalters, der sie an die Gläubiger verteilte."

Zehn Tage im Monat habe sie den "Maintower" im Hessischen Rundfunk in Frankfurt moderiert. "Ich musste zu Galas und Events wie der Fashion Week reisen, um dort zu arbeiten oder einfach präsent zu sein. Nur war es teilweise schwierig, mich zu motivieren. Von manchen Jobs ging gar kein Geld an mich, die Arbeit war gefühlt für lau. Aber Abtauchen war auch keine Option, sonst kommen gar keine Jobs mehr rein - und zu meinem Bild in der Öffentlichkeit gehört nun mal auch, gut angezogen zu sein. Das war nicht einfach."

Doch warum musste die Moderatorin, die mit der Sendung "Sam" bekannt wurde, überhaupt Privat-Insolvenz anmelden? Um im Alter gut versorgt zu sein, hatte Atwell mit Ende 20 in vermeintlich lukrative Ost-Immobilien investiert und wurde falsch beraten. Die Bank gab ihr sogar einen Millionenkredit. "Unfassbar" findet Atwell heute. Dazu kam noch eine Bürgschaft, die sie für ihren damaligen Ehemann abgab. Auch diese Geldanlagen, ein Mietshaus für 1,5 Millionen Mark und ein Parkhaus für 400.000 Mark, entpuppten sich als Fehlinvestitionen. Gleichzeitig blieben Jobs und Angebote aus.

Heute blickt Atwell positiv in die Zukunft. "Man wächst an sowas", resümiert die Moderatorin. "Meine Glückszahl ist ja die 13. Also kann 2013 nur mein Glücksjahr werden."

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