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Armin Rohde: "Ich bin eine Mischung aus Engel und Wildschwein!"

Er ist einer der populärsten Schauspieler der Republik. Armin Rohde (57) ist laut, ungeniert und sagt, was er denkt. Das kommt gut an beim Publikum. Auch beim Gespräch mit der Nachrichtenagentur spot on news gewährt er tiefe Einblicke in seine Ruhrpott-Seele.

Zu sehen ist er im Special von Sky Krimi "Im Leben von Armin Rohde" am 25. März um 21.50 Uhr.

Welche Überschrift würden Sie Ihrem Leben geben?

Durchgestartet!

Die Initialzündung kam mit dem schwulen Metzger in Sönke Wortmanns Kinofilm "Der bewegte Mann" 1994.

Ich habe damals am Theater Klassiker rauf und runter gespielt und der schwule Metzger war eher eine Art Freizeitbeschäftigung. Ich hätte nie gedacht, dass ich da 18 Jahre später noch drauf angesprochen werde. Das ist mein persönlicher Winnetou-Effekt.

Viele homosexuelle Fans?

Das will ich doch hoffen! Auch wenn ich heute nicht mehr so ein süßer Bengel bin wie mit 16. Als langlockige Elfe in engen Hosen hatten mich damals viele Kerle aufm Schirm.

Mal schwach geworden?

Außer pubertäres Rumexperimentieren und gemeinsames Onanieren mit 'nem Kumpel ist da nie was passiert. Ich steh' einfach viel zu sehr auf Frauen.

Stehen die auch auf Sie?

Ich kann mich nicht beklagen. Auch wenn ich nicht der klassische Adonis bin, so habe ich doch nie unter meiner kompakten Figur gelitten. Ich glaube, Attraktivität entsteht dadurch, dass man sich selber mag und mit sich selber locker umgeht.

Den lockeren Typen kauft man Ihnen mühelos ab.

Ich weiß, als Ruhrpottler mit meinem Aussehen wird man ständig mit diesen folkloristischen Legenden konfrontiert: großes Herz, Herz auf der Zunge, unendlich belastbar. Da fällt es vielen schwer sich vorzustellen, dass man doch etwas komplizierter gestrickt ist als das auf den ersten Blick den Anschein hat.

Wie ist der Rohde auf den zweiten Blick?

Ich bin eine Mischung aus Engel und Wildschwein. Zart und zäh gehen eine herausfordernde Symbiose ein. Das geht auch nicht anders, denn als Schauspieler muss man ein empathischer Mensch sein. Und wenn man empathisch ist, dann macht's einem halt was aus, wenn es den Menschen neben dir nicht gut geht. Als Sohn eines Bergmanns muss man sich nicht zwangsweise zum grobschlächtigen Chauvi entwickeln.

Wie ist Ihr Vater?

Ein vielschichtiger Mensch. Eigentlich hätte der auch Schauspieler werden können. Genau wie meine Mutter hatte er sehr musische Talente. Aber das war viel zu weit weg. Ich wusste lange nicht mal, dass man sein Geld auch als Schauspieler verdienen kann. Mein Vater hat mich als einzigen Sohn aufs Gymnasium geschickt, damit ich mal nicht als Fabrik-Kehrer ende.

Hat ja geklappt.

Aber ohne Abi. Die haben mich drei Monate davor von der Schule geschmissen und ich habe tatsächlich eine Zeitlang als Fabrik-Kehrer gearbeitet bis ich irgendwann zum Theater gefunden habe.

Was haben die Eltern zur Berufswahl gesagt?

Die waren begeistert, was ihr Junge da macht.

Warum wohnt ein Filmstar in Bochum? Ist das tiefe Heimatliebe?

Da steckt kein großer Plan dahinter, es hat sich einfach so ergeben. Ich würde mich in Hamburg oder New Mexiko genauso wohlfühlen. Nur, dass ich in Bochum halt zusammen mit meiner Frau ein schönes Reihenhaus besitze.

Warum wohnen keine Kinder in dem Reihenhaus?

Weil sich das nicht ergeben hat. Meine Frau ist 15 Jahre jünger als ich und wir haben nie zur gleichen Zeit den Wunsch gehabt Eltern zu werden. Und der Vater, der ich gerne wäre, der kann ich nicht sein. Dazu bin ich zu viel unterwegs. Außerdem bin ich mittlerweile auch ein hochtrainierter Egozentriker, der die gesamte Aufmerksamkeit Zuhause für sich beansprucht.

Sieht Ihre Frau, Angela Baronin von Schilling, das genauso?

Ja, wir sind uns da einig. Meine Frau ist eine besessene Künstlerin, die genauso gerne und viel arbeitet wie ich. Das funktioniert seit 22 Jahren so gut, weil wir beide etwas verrückt sind und jeder sein Leben und seine Prioritäten lebt. Dazwischen verständigen wir uns. Und das ohne uns auf den Keks zu gehen!

Was machen Sie nach Feierabend?

Computerspiele und Playstation bis zum Morgengrauen. 'Age of Empires' oder 'Batman', das sind Kunstwerke mit sehr viel Welt- und Kunstverständnis, die mich total faszinieren. Als Schauspieler bist du eine Kommunikationsmaschine, die sich ständig mit anderen Menschen austauschen muss. Deswegen gebe ich privat lieber den Autisten!

(ali/spot)