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© Universal Music/Jonny Soares

Musik

Anna Loos: "Manchmal ist es schon viel"

Endlich ist es da! Am 22. März veröffentlichte die Berliner Band Silly ihr neuestes Werk. Das Album "Kopf an Kopf" soll dabei nahtlos an die vergangenen Erfolge und vor allem an das erfolgreiche Comeback-Album "Alles Rot" anknüpfen.

Die Musiker rund um Frontfrau und Schauspielerin Anna Loos (40, "Nacht über Berlin") plauderten dabei über die entstandenen Erwartungen, politische Texte und die bevorstehende Tour. Sängerin Loos gab zu, dass es manchmal schon ein bisschen stressig werden kann, bei mehreren Berufen.

Seit 22. März ist euer neues Album "Kopf an Kopf" auf dem Markt. Was erwartet denn den Hörer?

Anna Loos: Wir haben alles reingepackt, was wir musikalisch und inhaltlich zu bieten haben. Das Album ist ein bunter Blumenstrauß.

Jäcki Reznicek: Manchmal rockt es auch ganz schön.

Die Texte sind schon ziemlich persönlich und emotional...

Anna Loos: Natürlich. In die Texte fließen unsere Gedanken und Gefühle.

Beim Song "Vaterland" werdet ihr ziemlich politisch. Inwieweit darf das eine Band?

Anna Loos: Eine Band darf sich da überhaupt nicht beschränken lassen. Wir vermeiden es, über tagespolitische Dinge zu schreiben, denn wir möchten, dass unsere Songs den Tag überdauern. Wir sind alle politisch denkende Menschen mit einem kritischen Blick auf die Gesellschaft und das bringen wir in Texten, wie zum Beispiel in "Vaterland", zum Ausdruck.

Ritchie Barton: Das steht bei uns eigentlich in einer guten Tradition. Auch auf früheren Alben befanden sich immer kritische Texte zum Thema Gesellschaft. Die Frage, ob eine Band das darf, besteht für uns gar nicht.

Euer Erfolg beim Comeback im Jahr 2010 kam für viele überraschend. Könnt Ihr den mit dem neuen Album toppen?

Anna Loos: Was wir auf jeden Fall nicht wollten, war ein neuer Aufguss von "Alles Rot". Wir haben etwas Neues geschaffen, wobei natürlich wieder 100 Prozent Silly drinsteckt. Dennoch werden einige überrascht sein: Wir entwickeln uns und wir gehen weiter.

Drei Jahre sind seit dem letzten Album vergangen. Für Euch eine lange Zeit?

Anna Loos: Viel dichter dran wäre gar nicht gegangen...

Uwe Hassbecker: Wir waren mit dem alten Album fast zwei Jahre unterwegs auf Tour. Jetzt haben wir uns Zeit genommen für unser neues Werk. Das erfordert schon den ganzen Menschen. So zwischenrein ist nichts für uns.

Im Mai startet Ihr eine große Deutschland-Tour. Gibt es da eine Rock-Show, oder eher die leisen Töne?

Anna Loos: Live sind wir meistens ein bisschen rockiger, als von der Platte. Für "Kopf an Kopf" sind wir wieder analoger geworden und haben versucht, dreidimensionaler zu werden. Aber natürlich haben wir zur Tour einige tolle Ideen. Das wird sicher gut.

Frau Loos, machen Sie jetzt eigentlich Pause mit der Schauspielerei?

Anna Loos: Dieses Jahr habe ich noch zwei Projekte, die ich mir aber so gelegt habe, dass alles machbar ist.

Wächst Ihnen das nicht über den Kopf? Familie, Band, Schauspiel?

Anne Loos: Nein, eigentlich nicht. Natürlich kennt das jeder, dass es mal ein bisschen viel ist. Es gab schon Auftritte, da bin ich schwanger aus dem Flugzeug in den Nightliner gesprungen und zum Konzert gefahren. Aber es hat immer Spaß gemacht, ich empfinde das als große Freude und ich habe sehr viel Energie.

Nervt Euch das manchmal, dass ihr so eine vielgefragte Frontfrau habt?

Jäcki Reznicek: Das macht es nicht unbedingt einfacher, aber wir profitieren natürlich von Annas Popularität. Wir sind alles erwachsene Menschen und die meisten von uns haben auch noch andere Projekte nebenher.

(dr/spot)