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Andrea Sawatzki: "Als mein Vater starb, konnte ich nicht trauern"

Die "Tatort"-Schauspielerin Andrea Sawatzki (50) hatte es als Kind nicht einfach. Erst spät hat sie die Liebe zu ihrem Vater gefunden. Als Tochter einer Krankenschwester und eines Journalisten wuchs die rothaarige Sawatzki im oberbayerischen Kochel am See auf, doch erst mit acht Jahren soll sie mit ihrer Mutter zum Vater gezogen sein.

Schon damals litt der Journalist an Alzheimer.

"Er hat mich als Tochter nicht mehr erkannt", sagte Sawatzki im Interview mit der "Zeit." Da der Vater sich an immer weniger erinnern konnte, war es unmöglich für die 50-Jährige eine Beziehung zu ihm aufzubauen. "Wir sind uns fremd geblieben, es konnte keine Liebe zwischen uns wachsen. Als ich 13 war, starb mein Vater", sagte die Schauspielerin, "ich konnte aber nicht trauern."

Die Schauspielerei war Sawatzkis "Rettungsanker", der sie aus dem einsamen Elternhaus befreite, denn dort hatte sich alles immer nur um die Pflege ihres Vaters gedreht. Erst vor zwei Jahren habe sie Briefe ihres Vaters gelesen und sich mit seinem Verlust auseinandergesetzt. "Meine jahrelange Wut hat verhindert, dass ich meinen Vater mit einem anderen Blick sehen konnte", gesteht die 50-Jährige, "mittlerweile ist es so, dass ich meinen Vater sehr liebe und dass ich ihn nicht mehr als Feind empfinde, sondern als kranken Menschen." Heute ist Sawatzki mit Christian Berkel (55) liiert und lebt glücklich mit ihren beiden Söhnen Moritz und Bruno in Berlin am Schlachtensee.

(nsv/spot)