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Amanda Knox hatte Selbstmordgedanken

Am 26. Dezember 2009 wurde die amerikanische Studentin Amanda Knox zu 26 Jahren Haft verurteilt. Der heute 25-Jährigen war der Mord an ihrer Mitbewohnerin Meredith Kercher zur Last gelegt worden, mit der gemeinsam sie im italienischen Perugia ein Auslandssemester absolvierte.

Die junge Frau beteuerte stets ihre Unschuld, und tatsächlich wurde das Urteil am 3. Oktober 2011 von einem Berufungsgericht aufgehoben. Seitdem ist der aus den Medien bekannte "Engel mit den Eisaugen" wieder auf freiem Fuß. Im vergangenen Monat war der Freispruch dann doch wieder revidiert worden, die Geschehnisse sollen neu verhandelt werden.

Am 30. April soll nun Knox' Biografie erscheinen. Auf 463 Seiten klärt die Studentin für jedermann zugänglich Fragen im Zusammenhang mit der Mordnacht und ihren vier Jahren in einem italienischen Gefängnis. Zeitgleich wird in Amerika auf dem Sender ABC News ein TV-Interview mit Knox ausgestrahlt. Der "New York Times" zufolge berichtet die junge Frau ausführlich von sexuellen Übergriffen durch die Gefängniswärter und von dem Gedanken, sich selbst mit einer Mülltüte zu ersticken.

Doch ihren Fehler habe sie sich selbst zuzurechnen, so die junge Frau weiter. Sie sei zu stolz gewesen, um zuzugeben, dass sie vieles, aufgrund ihrer mangelnden Italienisch-Kenntnisse, nicht verstanden habe. Der Justiz wirft sie vor, sie beim Verhör stundenlang bedrängt und sogar geschlagen zu haben, weshalb sie sich schließlich gezwungen gefühlt habe, ein Geständnis zu unterschreiben. Zudem hätten die Richter Beweismaterial wissentlich ignoriert und gefälscht.

Über die Tatnacht schreibt sie, sie habe gemeinsam mit ihrem Freund Marihuana geraucht. Die beiden hätten sich gegenseitig aus einem deutschen "Harry Potter"-Roman vorgelesen und den Film "Amelié" angesehen. Die Schuldzuweisungen kann sie nicht verstehen. "Zuerst zeigte ich zu wenig Emotionen, dann zu viele", wird der "Eisengel" aus dem Buch "Waiting to Be Heard" ("Zeit, gehört zu werden") zitiert.

Nach ihrem vorrübergehenden Freispruch war Knox in ihre Heimatstadt Seattle zurückgekehrt, studiert derzeit kreatives Schreiben und hofft darauf, mit ihrem Text die Leute endgültig von ihrer Unschuld zu überzeugen.

(jb/spot)