Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Boulevard Allgäuerin wird mit 100 Jahren Faschingsprinzessin
Menschen Boulevard Allgäuerin wird mit 100 Jahren Faschingsprinzessin
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:08 24.11.2015
Ein ungewöhnliches Prinzenpaar: Die 100-jährige Charlotte Geppert und ihr 71-jähriger Sohn Bruno. Quelle: Karl-Josef Hildenbrand
Anzeige
Kempten

Einmal im Leben Prinzessin sein, mit Krone, Ballkleid und allem, was dazu gehört: Für Charlotte Geppert ist dieser Mädchentraum Wirklichkeit geworden - wenn auch erst sehr spät.

Die 100-Jährige repräsentiert als Charlotte I. den Faschingsverein aus Kempten in Bayern und ist die vielleicht älteste Faschingsprinzessin Deutschlands.

"Auf die Idee wäre ich gar nicht gekommen. Aber als man mich gefragt hat, dachte ich mir - da mache ich doch mit. Das hält jung", sagt die Seniorin. Sie fühle sich noch fit genug für diese Aufgabe und freue sich vor allem aufs Tanzen. "Ich habe schon als kleines Mädchen gerne getanzt." Mit ihrem Mann habe sie früher viele Faschingsbälle besucht. Sie weiß also, was sie erwartet.

Stolz präsentiert sich die Prinzessin im langen roten Kleid, zu dem sie eine Stola mit Federn, lange weiße Handschuhe und eine silberne Krone trägt. "Das fühlt sich gut an", sagt sie und strahlt ihren Sohn Bruno an. Der hat sich ebenfalls königlich herausgeputzt mit rot-goldenem Umhang, Orden, Zepter und Narrenkappe - schließlich übernimmt er an der Seite seiner Mutter die Rolle des Faschingsprinzen Bruno I. "Ich finde es einmalig, dass wir das zusammen machen. Ein Prinzenpaar in unserem Alter - das ist mal ganz was anderes", sagt Bruno. Er ist 71 Jahre alt.

Die Idee für das ungewöhnliche Prinzenpaar hatte Richard Brunner, der Präsident des erst vor drei Jahren gegründeten Kemptener Faschingsvereins. "Ich bin mit Lotte schon länger befreundet und habe ihr gesagt: Wenn du 100 bist, mache ich dich zur Faschingsprinzessin", sagt Brunner. Trotz ihres Alters sei sie als närrische Hoheit bestens geeignet: "Ich kenne die Frau nur lustig." Dass einige die Entscheidung belächeln, nimmt der Präsident gelassen. "Die Menschen werden immer älter und ich bin der Meinung, dass wir die Senioren mehr einbeziehen müssen."

In den nächsten Wochen kommt einiges auf Charlotte I. und Bruno I. zu. Mutter und Sohn werden bei Faschingsumzügen dabei sein und Bonbons vom Wagen werfen. Hinzu kommen ein paar Zunftempfänge. Als Höhepunkt der Saison wartet am Faschingssamstag der Umzug durch die Kemptener Innenstadt, an dem laut Brunner rund 70 Vereine teilnehmen.

Bruno Geppert traut seiner Mutter das straffe Programm zu: "Sie macht jeden Tag Gymnastik, geht spazieren und mehrmals am Tag die 50 Stufen in ihrer Wohnung rauf und runter."

Seit der Inthronisation des Prinzenpaars ist der Medienrummel um Charlotte I. und ihren Sohn groß. Die Fototermine und Interviews im Hause der Familie Geppert, die in der Kemptener Altstadt ein Pelzgeschäft führt, strengen an. Trotzdem lächelt die 100-Jährige tapfer in die Kameras und steht geduldig Rede und Antwort.

Ob sie tatsächlich Deutschlands älteste Faschingsprinzessin ist, ist unklar. "Das Alter der Prinzessinnen wird nicht registriert", sagt Volker Wagner, Präsident des Bundes Deutscher Karneval, der mehr als 5000 närrische Vereine vertritt. Überlegungen, Seniorinnen mit 80, 90, 99 oder gar 100 Jahren auf den närrischen Thron zu heben, gebe es immer wieder mal.

Die Entscheidung des Kemptener Vereins, eine 100-Jährige tatsächlich zur Prinzessin zu machen, sieht Wagner aber kritisch. "Ich bin mir nicht im Klaren darüber, ob man der Frau damit einen Gefallen tut."

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Moderatorin Sylvie Meis (37) hat in Hamburg ihre erste eigene Schuhkollektion vorgestellt. Damit geht für das holländische Model ein Mädchentraum in Erfüllung.

23.11.2015

Ein rosa Cadillac als Swimmingpool, rollende Plüsch-Sofas, menschliche Riesenmuffins und ein Feuerwerk an schillernden Kostümen - auch in diesem Jahr hat die Stadt Pasadena in Kalifornien mit der Doo Dah Parade wieder Hunderte Exzentriker auf die Straßen gelockt.

23.11.2015

Schwedens König Carl XVI. Gustaf würde der Umwelt zuliebe am liebsten alle Badewannen verbieten lassen - und hat mit dieser Idee auch Spott bei seinen Landsleuten ausgelöst.

23.11.2015
Anzeige