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Gut bei Stimme: Adam Lambert in Hamburg.

Gut bei Stimme: Adam Lambert in Hamburg. © Axel Heimken

Musik

Adam Lambert macht den Club zur Tabledance-Bar

Es ist ein Jahr her, dass Adam Lambert als neuer Frontmann von Queen das deutsche Publikum mit seiner Stimme begeisterte. Auch dank der Tour mit der britischen Rocklegende gehört der US-Künstler nun selbst zum Pop-Adel. Nun startete er seine Deutschlandtournee.

Hamburg. Adam Lambert (34) steht auf einem kleinen Podest im hinteren Teil der Bühne und eröffnet von dort mit dem Song "Evil In The Night" das erste Konzert seiner Deutschlandtournee.

Die Große Freiheit in Hamburg ist am Mittwochabend ausverkauft. Die Fans im Publikum klatschen vom ersten Moment an begeistert mit. Wie sich der 34-jährige Popstar stimmgewaltig und scheinbar mühelos durch die Oktaven singt, beeindruckt die Fans.

Sechs Jahre ist es her, dass Lambert hierzulande zuletzt als Solist auftrat. Als seine Karriere nach dem Album "Trespassing" von 2012 ins Stocken geriet, ließ er sich von Brian May und Roger Taylor überreden, der neue Frontmann von Queen zu werden.

Keine unumstrittene Entscheidung: Denn ein ehemaliger Musical-Star und Zweitplatzierter aus der Castingshow "American Idol" war nicht unbedingt das, was sich Rockfans als Ersatz für Freddie Mercury vorgestellt hatten. Doch Lambert schaffte es, selbst harte Kritiker von sich zu überzeugen. Und der in Indianapolis geborene Künstler scheint sich auch hinter den Kulissen gut benommen zu haben: Bei seinem Solo-Konzert in London schauten jüngst auch seine beiden Queen-Kollegen vorbei, mit denen er am 27. Mai im Kölner Stadion rocken wird.

Für sein eigenes Konzert verwandelt Lambert die Konzerthalle allerdings lieber in einen Dance-Club. Er animiert mit wilden Hüftbewegungen, zwei Tänzer heizen dem Publikum zusätzlich ein. Der weißblondierte Sänger spielt überwiegend Stücke seines 2015 erschienenen, dritten Albums "The Original High". So auch die Single "Ghost Town", die mit dem wohl prägnantesten Pfeifen seit "Wind Of Change" von den Scorpions untermalt wird. Das Publikum wickelt er mit Deutsch-Brocken um den Finger.

Der Fanclub in den ersten Reihen streckt ihm zwar unschuldig Herz-Luftballons entgegen. Doch die Bewegungen werden zunehmend heißer - mittlerweile wähnt man sich in einer Tabledance-Bar!

"Ich reise ja viel. Verschiedenartigkeit ist verdammt cool!", sagt der offen schwul lebende Lambert. "Wir sollten uns auf die Dinge konzentrieren, die uns verbinden, und nicht auf die, die uns unterscheiden." Im Anschluss röhrt er seinen bisher größten Hit "Whataya Want From Me", den Pink für ihn schrieb. Dass er auch den Funk beherrscht, zeigt Lambert, als er den Song "Shady" mit seiner mächtig groovenden Band darbietet.

Nur auf leise hat Lambert keine Lust. Dafür ist seine Show gleichzeitig auch Catwalk: Vier Mal wechselt Lambert das Outfit. Ob rote Lederjacke, schwarze Hose mit tief hängendem Schritt oder Michael-Jackson-Gedächtnis-Handschuh.

Als letzten Song spielt er eine Coverversion des Queen-Hits "Another One Bites The Dust" - damit begeistert er dann auch die älteren Herren am Seitenrand.

dpa


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