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Auch die Festival-Fans bekamen das wechselhafte Wetter zu spüren.

Auch die Festival-Fans bekamen das wechselhafte Wetter zu spüren. © Thomas Frey

Wetter

51 Verletzte nach Blitzeinschlag bei "Rock am Ring"

Das Musikfestival "Rock am Ring" in der Eifel wird von einem Blitz heimgesucht: Dutzende werden verletzt. Auch in Köln und in Baden-Württemberg kämpfen Menschen gegen Unwetter.

Mendig. Beim Musikfestival "Rock am Ring" in der Eifel hat ein Blitzeinschlag 51 Menschen verletzt. "15 sind schwer verletzt worden. Zwei davon wurden erfolgreich reanimiert", sagte ein Polizeisprecher am Samstagmorgen.

Ein Gewitter hatte sich am Freitagabend direkt über das Festival geschoben. Die Live-Auftritte waren etwa eineinhalb Stunden lang unterbrochen. Rund 90 000 Fans harrten auf dem Flugplatz Mendig in Rheinland-Pfalz aus. Starkregen zerstörte viele Zelte.

Im vergangenen Jahr hatte das Wetter ebenfalls üble Folgen bei "Rock am Ring": Damals wurden nach Blitzeinschlägen 33 Menschen verletzt.

Auch in Schwäbisch Gmünd in Baden-Württemberg lässt das Wetter den Bewohnern keine Ruhe: Andauernder Regen im Remstal ließ am frühen Samstagmorgen einen Hang abgleiten. Sechs Wohnhäuser am Mutlanger Berg mussten geräumt werden, wie ein Sprecher der Polizei in Aalen sagte. 23 Bewohner seien bei Verwandten und Freunden untergekommen.

Ein Großaufgebot an Rettungskräften rückte aus, darunter die Feuerwehr und das Technische Hilfswerk. Verletzt wurde nach ersten Erkenntnissen niemand.

Das Ausmaß des Erdrutsches blieb zunächst unklar. Ein Geologe sollte den Hang begutachten. In Schwäbisch Gmünd war es Anfang der Woche zu verheerenden Überschwemmungen gekommen. Zwei Menschen starben. An der Infrastruktur der Stadt entstanden hohe Schäden: Der Oberbürgermeister sprach von bis zu fünf Millionen Euro Schaden.

Auf der A8 nahe Pforzheim unterspülte Starkregen die Fahrbahn. In der Nähe der Anschlussstelle Pforzheim-Ost hatte Regenwasser den Fahrbahnbelag absacken lassen. Es entstand ein Loch, die Leitplanke löste sich aus der Verankerung. Die Polizei sperrte die rechte Spur auf einer Länge von rund 100 Metern ab. Eine Fachfirma sollte den Schaden begutachten. Die Reparaturen könnten demnach Tage dauern.

In Köln kämpften Feuerwehrleute fast bis zur Erschöpfung gegen ein Unwetter. Ein hilfloser Mensch sei in der Nacht aus dem Rhein gerettet worden, hieß es. Die Kölner Feuerwehr rückte in kürzester Zeit zu rund 200 Einsätzen aus. Auch die Uniklinik brauchte Hilfe: Dort drang das Wasser an mehreren Stellen in das Gebäude ein.

Auch in Bayerns besonders heftig getroffenen Unwettergebieten gehen die Aufräumarbeiten weiter. "Von Entspannung kann aber noch nicht die Rede sein", sagte der Bürgermeister von Simbach am Inn, Klaus Schmid, am Samstagmorgen. Hunderte Einsatzkräfte säuberten die Straßen von Müll und Schlamm. Auch mehr als 100 freiwillige Helfer waren im Einsatz. "Es ist unglaublich, wie viele junge Menschen helfen", sagte Schmid. Nach seinen Informationen gibt es keine Vermissten mehr. Jetzt gelte es, die Strom- und Wasserversorgung wieder herzustellen.

In Niederbayern war die Zahl der Toten nach der Flut zuletzt auf sieben gestiegen. Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) will an diesem Samstag den Landkreis Rottal-Inn besuchen. Am frühen Nachmittag (14.15 Uhr) will er sich im Rathaus von Simbach über die Lage informieren lassen.

Meteorologen staunen über die Heftigkeit der Unwetter, die zurzeit über Deutschland toben. Ausmaß und Dauer seien "absolut außergewöhnlich", hieß es vom Deutschen Wetterdienst (DWD).

Vor allem in Bayern, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und dem Saarland erwartet der DWD am Samstag weiter heftige Gewitter. Örtlich könne mit 25 bis 40 Litern Regen pro Quadratmeter gerechnet werden, sagte ein DWD-Experte am frühen Morgen.

Wo genau die Unwetter auftreten, lasse sich zunächst nicht sagen. Es sei möglich, dass erneut Starkregen über den Hochwassergebieten niedergeht. Auch die Musikfestivals "Rock am Ring" in Rheinland-Pfalz und "Rock im Park" in Nürnberg müssten sich auf Unwetter einstellen.

dpa


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