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Farbenspiel: Helene Fischer startete ihre Stadiontour in Rostock.

Farbenspiel: Helene Fischer startete ihre Stadiontour in Rostock.© Bernd Wüstneck

Musik

25 000 Fans feiern Helene Fischer in Rostock

Mit einem Countdown aus 25 000 Kehlen startet Schlagerstar Helene Fischer im Rostocker Ostseestadion das Auftaktkonzert zur Stadiontour "Farbenspiel". An diesem milden Dienstagabend an der Ostseeküste hat die zunächst in gelben Stoff gehüllte Fischer gleich mit ihren ersten beiden Hits "Unser Tag" und "Und Morgen früh küss' ich Dich wach" das Premierenpublikum fest im Griff.

Rostock. f. Die Partystimmung hält bis zur Zugabe - natürlich das unvermeidbare "Atemlos durch die Nacht" - und dem abschließenden Feuerwerk. Laut Veranstalter werden in den kommenden sechs Wochen rund 900 000 Fans mit Fischer auf ihrer Konzerttour feiern.

Die gut zweistündige Show ist gespickt mit Techniktricks, Feuerfontänen und spektakulären Stunts, die das Publikum zu Begeisterungsstürmen treiben. Bei "Von hier bis unendlich" schwebt das Multitalent in mehreren Metern Höhe teils kopfüber über dem Publikum. Sie nutzt dabei den ganzen Raum über dem Stadion und singt ebenso sicher wie auf der Bühne. Zudem gibt es in Rostock die Premiere ihrer Handy-App. Im dunklen Stadion glühen Tausende Lichter im Takt von "Ich will immer wieder dieses Fieber spüren".

Wie Fischer auch sagt, ist die Tour die zweite Runde von "Farbenspiel", nach den Hallen-Konzerten nun also die "Cabrio- Version" im offenen Stadion. Mit kleinen Tricks gewinnt die bestens aufgelegte 30-jährige Sängerin die Herzen der Menschen. So stellt sie sich vor eine der riesigen Leinwände und macht ein Selfie mit Besucherin Doreen. Diese steht 125 Meter weit entfernt am anderen Ende der Arena und kann das Glück kaum fassen, gemeinsam mit "ihrer" Helene auf einem Video zu sein.

Der Aufwand, den die als Perfektionistin bekannte Fischer treibt, ist enorm. Die Bühne ist 52 Meter breit und 18 Meter hoch. Für die Technik wird pro Auftritt Strom verbraucht, der für rund 2500 Einfamilienhäuser reicht. Gegen Ende des Konzerts steht sie auch noch mit wenigen Musikern auf einer zweiten, kleineren Bühne.

Ermöglicht wird die Tour durch insgesamt 14 Stadien mit 22 Konzerten durch einen Tross von 41 Trucks und 7 Nightlinern - das sind Hotels auf Rädern. Insgesamt 250 Mitarbeiter sind an der Tour beteiligt, weit mehr als 30 Tänzer und Musiker stehen auf der Bühne.

Nach Ansicht des Schlagerforschers von der Universität Bochum, Ingo Grabowsky, arbeitet Fischer mit ihrer Band auf hohem Niveau. "Das ist einfach liebevoller erarbeitet als bei manchen anderen, bei denen die Musik vom Band kommt." Aber bei aller Begeisterung für ihr perfektes Auftreten müsse sie mehr auf ihre künftige Entwicklung achten. "Das Repertoire ist nicht tragfähig genug, um sie über die nächsten zehn Jahre zu bringen", sagte er der Deutschen Presse-Agentur. "Sie muss mehr in die Tiefe gehen."

Um den Erfolg dauerhaft zu halten, sollte sie sich nach Meinung Grabowskys neu erfinden, aber ohne sich untreu zu werden. Sie müsse sich Produzenten suchen, die für "nachhaltige Qualität" stehen. Er denke an die Wandlungen, die etwa Udo Lindenberg durchlaufen hat. Auch Udo Jürgens habe es glänzend geschafft, sich in den 1970er Jahren mit sozialkritischen Texten ein neues Image zu verschaffen.

Zurzeit ist Helene Fischer aber eindeutig der Star der deutschsprachigen Schlagerszene, das wird immer wieder deutlich. Die Anstrengung, die die Leistung an diesem Abend erfordert, ist ihr in keiner Sekunde anzusehen, selbst nicht bei den Nahaufnahmen auf einem der riesigen Bildschirme. Das gilt auch, wenn sie auf Songs von Tina Turner, Peter Maffay oder Herbert Grönemeyer zurückgreift.

dpa


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