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Mithilfe speziell eingerichteter Bereiche (vorn) können in den Klassenräumen auch Kleingruppen unterrichtet werden.

Mithilfe speziell eingerichteter Bereiche (vorn) können in den Klassenräumen auch Kleingruppen unterrichtet werden.
© Uwe Kranz

Ronnenberg

Schirmacher setzt sich für große Räume ein

Andrea Schirmacher will auf Nummer sicher gehen. Die Schulleiterin der Grundschule in Empelde will verhindern, dass die Klassenräume im geplanten Neubau zu klein ausfallen. 

Empelde.  Andrea Schirmacher ist alarmiert: Die Schulleiterin der Theodor-Heuss-Schule hat Politiker aller Ratsfraktionen durch die Räume ihrer Grundschule geführt und die Anforderungen des modernen Unterrichts erklärt. Nach der Vorlage der Ergebnisse der Stadtgebäudekommission (SGK) hat sie nun „Sorge, dass aus Kostengründen zu kleine Räume beschlossen werden“.

Mit „Entsetzen“ habe sie festgestellt, so Schirmacher, dass die Empfehlung der SGK unter anderem eine Grundfläche für Klassenräume von 64 Quadratmetern vorsieht. „Das geht gar nicht“, sagt die Schulleiterin und spricht aus Erfahrung, denn sie kann vergleichen. Altbauräume ihrer Schule verfügte teilweise nicht einmal über 60 Quadratmeter. „Dort sind keine Leseecken möglich. Die Schüler können sich zwischen den Tischen und Stühlen nicht richtig bewegen. Das ist das reine Chaos“, erklärt Elternvertreterin Ipek Aksay. 

Die zur Überbrückung eingerichteten Container-Klassenräume der Schule verfügen über 67 Quadratmeter Grundfläche. Hier ist Kleingruppenarbeit und eine abgegrenzte Leseecke möglich, aber nur für 20 Kinder. Man müsse aber auch davon ausgehen, dass die Höchstgrenze von 26 Schülern pro Klasse erreicht werde, so Schirmacher. Dann reichen aus ihrer Sicht auch 70 Quadratmeter nicht aus. Sie plädiert deshalb für eine Größe von mindestens 75 Quadratmetern. 

Die Schulleiterin verweist auf die Anforderungen an den modernen Unterricht unter anderem im Zusammenhang mit der Inklusion. „Teiweise befinden sich zusätzlich bis zu vier Erwachsene im Raum. Auch seien breitere Durchgänge für Schüler mit Rollstühlen oder anderen Gehhilfen erforderlich. Dazu kommen die Auflage, die Arbeit in Kleingruppen zu fördern. „Das denken wir uns ja nicht aus“, sagt Schirmacher. 

Politikern, die Zweifel an ihren Ausführungen hatten, habe sie angeboten im Unterricht zu hospitieren, um sich selbst ein Bild zu machen. Davon habe aber niemand Gebrauch gemacht. „Das Problem ist, dass es keine neuen Richtlinien für die Göße von Klassenräumen gibt. Sie wurden nach den neuen Anforderungen nicht angepasst“, erklärt Schirmacher, die auch beratendes Mitglied im Bildungsausschuss des Stadtrates ist. 

Einen Umbau der eigenen Schule zur Anpassung der Grundfläche hält sie indes aufgrund der Bausubstanz für illusorisch. Wichtiger sei es, zwei dreizügige Grundschulen einzurichten. Die Theodor-Heuss-Schule könne dann über mehr Räume verfügen und die neue Grundschule hätte bessere Chancen, einen Schulleiter zu finden. Die seien nämlich rar gesäht und fänden sich besonders schlecht für Einrichtungen mit weniger Zügen. 

Einen eigenen nutzen für die Theodor-Heuss-Schule sieht Schirmacher nicht in den aus ihrer Sicht angemessenen Raumgrößen in der neuen Schule. Es wäre schön, wenn es so käme, „und wir machen hier das Beste aus unseren Voraussetzungen“, sagt sie. Einen Nachteil kann sie auch nicht erkennen. „Wir machen hier gute Arbeit – und die Eltern entscheiden nicht nach Schönheit der Schule.“

Info: Die Stadtverwaltung liestet die Kosten für die verschiedenen Vorschläge der Stadtgebäudekommission für die Klassenraumgrößen der neuen Grundschule Auf dem Hagen wie folgt auf:

1. zweizügig mit Option auf einen dritten Zug, Klassenraumgröße: 64 Quadratmeter: 13,9 Millionen Euro (Vorschlag der Verwaltung)

2. zweizügig mit Option auf einen dritten Zug, 70 Quadratmeter: 14,2 Millionen Euro (Vorschlag der Gruppe CDU/Freie Wähler/FDP)

3. dreizügig, 80 Quadratmeter: 15,85 Millionen Euro (Vorschlag der Gruppe SPD/Linke und Fraktion der Grünen), beziehungsweise 16,95 Millionen Euro falls die Raumgrößen in der THS verändert werden sollen

Von Uwe Kranz


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Ronnenberg ist ...

  • ... eine Stadt südwestlich von Hannover mit sieben Ortsteilen und 23.000 Einwohnern.
  • ... eine frühere Bergbauhochburg. 1894 war die erste Tiefbohrung für das Kaliwerk Hansa-Silberwerk in Empelde.
  • ... bekannt für die Michaeliskirche, deren Ursprünge auf das Jahr 882 zurückgehen.
  • ... gleich mit drei S-Bahnhöfen ausgestattet: Ronnenberg, Empelde und Weetzen.
  • ... 6x pro Woche Thema in der Calenberger Zeitung, die als Heimatzeitung in Ronnenberg der Neuen Presse beiliegt. Im Abo und am Kiosk - ohne Mehrkosten.