Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Verbraucher Werbungskostenabzug bei Kapitalerträgen beschäftigt Finanzgericht
Mehr Verbraucher Werbungskostenabzug bei Kapitalerträgen beschäftigt Finanzgericht
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:41 01.07.2010
Anzeige

Seit Jahresbeginn 2009 gilt für Kapitaleinkünfte die Abgeltungsteuer. Erträge werden mit dem pauschalen Abgeltungssatz von 25 Prozent gleich an der Quelle besteuert. Im Gegenzug dürfen die tatsächlichen Werbungskosten in Zusammenhang mit der Geldanlage nicht mehr geltend gemacht werden, es greift nur der Sparer-Pauschbetrag. Der Bund der Steuerzahler (BdSt) unterstützt nun ein Musterverfahren, um diese Einschränkung zu kippen.

Mit Start der Abgeltungsteuer wurde das Prinzip abgeschafft, dass deutsche Anleger die tatsächlich im Zusammenhang mit einer Geldanlage angefallenen Werbungskosten gesondert absetzen können. Seit 2009 gilt nun, dass Werbungskosten bei Geldanlagen mit dem Sparer-Pauschbetrag von 801 Euro pro Jahr und Person (also 1.602 Euro bei zusammenveranlagten Ehepaaren) abgegolten sind. Der Pauschbetrag greift sogar dann, wenn tatsächlich mehr als 801 Euro an Werbungskosten angefallen sind. Damit können Konto- und Depotgebühren, Verwaltungsgebühren aber auch Fahrten zu Hauptversammlungen oder Schuldzinsen für die Fremdfinanzierung einer Geldanlage nicht mehr wie früher gesondert geltend gemacht werden. Bankspesen für den An- und Verkauf von Wertpapieren wirken sich aber weiterhin steuermindernd aus, da sie direkt in die Berechnung von Gewinn oder Verlust aus einer Geldanlage einfließen.

Wichtig: Erst wenn ein Anleger in einem Jahr mehr als 801 Euro an Zinsen, Dividenden oder Kursgewinnen eingestrichen hat, führt seine jeweilige Depotbank Abgeltungsteuer ab.

Verstoß gegen Gleichheitssatz des Grundgesetzes

Gerade Steuerzahler, die zur Finanzierung ihrer Kapitalanlage einen Kredit aufgenommen haben, sind von der De-facto-Kappung des tatsächlichen Werbungskostenabzugs stark betroffen, wie auch der Anleger, dessen Klage der BdSt nun unterstützt. Damit werden Werbungskosten im Zusammenhang mit einer Kapitalanlage und Werbungskosten im Zusammenhang mit einer anderen Einnahmeart unterschiedlich behandelt. Nach Meinung des BdSt ist das eine Ungleichbehandlung, die gegen den Gleichheitssatz des Grundgesetzes und das Gebot der Folgerichtigkeit verstößt. Um das überprüfen zu lassen, wurde nun eine Sprungklage beim Finanzgericht Münster erhoben (Az.: 6 K 1847/10 E). Schon bei Einführung der Abgeltungsteuer war die Frage des Werbungskostenabzugs umstritten gewesen.

Tipp: Kapitalanlegern mit höheren Werbungskosten als dem Sparer-Pauschbetrag empfiehlt der BdSt, sie in der Steuererklärung anzugeben. Nach der derzeit geltenden Rechtslage wird das Finanzamt die Berücksichtigung der Werbungskosten ablehnen. Dann könnte der Steuerzahler Einspruch gegen den ablehnenden Bescheid einlegen und mit Hinweis auf die Musterklage das Ruhen des Verfahrens beantragen. Allerdings besteht derzeit noch kein Rechtsanspruch darauf, das Verfahren tatsächlich ruhen zu lassen, da die Frage derzeit erst bei einem Finanzgericht und noch nicht beim Bundesfinanzhof anhängig ist.

Informationen zu den verschiedenen Möglichkeiten der Geldanlage, finden Sie in den Vergleichsrechnern.

biallo.de

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Verbraucher Zinsunterschiede bis zu 3,8 Prozent - Tagesgeld und Festgeld

Auch im Juni bietet sich dem Sparer ein uneinheitliches Bild am Zinsmarkt. Banken und Sparkassen kämpfen mit jedem Zehntel Prozentpunkt um ihre Kundschaft. Fast vier Prozent gibt es aktuell bei 36 Monaten Anlagezeit.

01.07.2010

Stellt sich heraus, dass die Wohnfläche einer Mietwohnung deutlich geringer ist als angenommen, gibt es jetzt Hoffnung für Mieter. Der Bundesgerichtshof hat einem Mieter dem Grunde nach einen Erstattungsanspruch für zu viel bezahlten Mietzins zugebilligt, obgleich der Mietvertrag keine Angaben zur Wohnungsgröße enthielt.

01.07.2010
Verbraucher Neuer Zuschuss zum Umbau - Altersgerecht Wohnen

Das im Mai aufgelegte staatliche Förderprogramm „Altersgerecht Umbauen“ wird ab 1. Juli erweitert.

01.07.2010
Anzeige