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Verbraucher Schmelzende Zinsen bei Kapitallebensversicherungen
Mehr Verbraucher Schmelzende Zinsen bei Kapitallebensversicherungen
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14:12 30.09.2010

Noch können sich Verbraucher, die eine Kapital-Lebensversicherung abschließen, auf den Garantiezins von 2,25 Prozent verlassen, aber Experten wie Reiner Will, Geschäftsführer der Ratingagentur Assekurata, halten ein Abschmelzen auf 1,75 oder sogar 1,5 Prozent schon 2011 für möglich. Andere Fachleute wie zum Beispiel die Deutsche Aktuarvereinigung (DAV) sehen zur Zeit keine Notwendigkeit, den Garantiezins weiter zu senken. Der Garantiezins für das Neugeschäft wird vom Gesetzgeber auf Basis der Entwicklung des Marktzinses festgelegt.

Im Krisenjahr 2008 waren die Nettozinsen von Lebensversicherern auf den historischen Tiefpunkt von 3,55 Prozent abgestürzt, aber im vergangenen Jahr konnten die Versicherungsgesellschaften den fortschreitenden Zinsverfall abbremsen. Nach Angaben des Branchendienstes Map-Report stiegen die Zinsen von Lebensversicherern auf 4,17 Prozent. Am erfolgreichsten legte die PBV das Geld ihrer Kunden an, sie erwirtschaftete 5,24 Prozent. Ihr folgen Interrisk mit 5,12 und Itzehoer mit 5,08 Prozent, Debeka und Volkswohl mit 5,07 Prozent.

Aber selbst wenn der Garantiezins auf der bisherigen Höhe bleibt, müssen Versicherte bei Versicherungsende mit niedrigeren Auszahlungen rechnen. „Die Auszahlungshöhe wird in Zukunft weiter abnehmen“, sagt Map-Report-Chef Manfred Poweleit.

Versicherungswirtschaft setzt vor allem auf festverzinsliche Wertpapiere

Bei der Geldanlage vertraut die Versicherungswirtschaft weiterhin vor allem, in der Regel zu etwa 75 Prozent, auf festverzinsliche Wertpapiere wie Staats- und Unternehmensanleihen. Aktien dagegen schwanken zu stark, die Versicherer haben ihre Aktienanteile in den vergangenen Jahren, auch auf Druck der Aufsicht, deutlich auf einstellige Prozentanteile reduziert. Die vorsichtige Anlagepolitik wirkt sich vor allem auf die Höhe der Überschussanteile aus, die Versicherten zum Vertragende ausgezahlt werden. Diese Überschüsse, bestätigt Jan Stepic vom Verband der öffentlichen Versicherer, „sind zwar in der Höhe für die Zukunft ungewiss, aber sie führen dazu, dass Kunden an Gewinnen der Versicherer partizipieren, so auch an einem Ansteigen des Zinsniveaus in der Zukunft.“

Aus 103.900 wurden 86.600 Euro Auszahlung

Aktuelle Beispielrechnungen des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) machen deutlich, wie stark die Auszahlungen gesunken sind. So konnte ein Mann, Nichtraucher, der im Alter von 30 Jahren 1.200 Euro jährlich in seine Lebensversicherung einbezahlte, nach 30 Jahren noch im Jahr 2000 mit einer Auszahlung von 103.900 Euro rechnen. 2010 sind es bei gleicher Vertragskonstellation nur noch 86.600 Euro. Zwar liegt der langfristige Kapitalmarktzins seit 1955 bei 6,57 Prozent, aber dieser Wert wurde seit Mitte der neunziger Jahre nicht mehr erreicht. Und da die Umlaufrendite festverzinslicher Wertpapiere bei nicht einmal drei Prozent liegt, werden die Versicherer ihre Auszahlungen bei Lebensversicherungen wohl weiter nach unten anpassen.

Die garantierte Sicherheit, kein Geld zu verlieren und den niedrigen Garantiezins zu kassieren, zumindest dann, wenn die vereinbarte Vertragslaufzeit durchgehalten wird, betrachten allerdings die meisten Versicherten weiterhin als klaren Vorteil. „Reich wird ein Anleger durch seine Lebensversicherung zwar nicht“, sagt Poweleit, aber ein Verlust sei ausgeschlossen. Schlimmstenfalls müsse er einen geringeren Vermögenszuwachs hinnehmen.

Risikofreudigeren Versicherten bleibt zudem die Möglichkeit, bei der Versicherung eine andere Anlageform zu wählen. Stepic: „Zudem bieten die öffentlichen Versicherer neben konventionellen Produkten auch fondsgebundene Versicherungen an, die kapitalmarktorientierten Kunden sowohl Chancen auf höhere Erträge als auch Garantien bieten.“

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biallo.de

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