Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Verbraucher Eigenheimwunsch der Deutschen
Mehr Verbraucher Eigenheimwunsch der Deutschen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:12 05.08.2010
Anzeige

Dass die Mehrheit der Deutschen zur Miete wohnt, ist eine weit verbreitete Fehlmeinung. Laut Statistischem Bundesamt wohnten bereits 2003 52 Prozent der Menschen in Deutschland im eigenen Haus oder der eigenen Wohnung. Nach Angaben der Landesbausparkassen stehen mittlerweile 42 Millionen Wohneigentümern 39 Millionen Mieter gegenüber. „Dass die personenbezogene Eigentumsquote im Bundesdurchschnitt fast zehn Prozentpunkte höher liegt als die haushaltsbezogene Quote (43 Prozent), liegt daran, dass die Eigentümerhaushalte größer sind als die Mieterhaushalte. Vo r allem Familien mit Kindern wohnen öfter im Eigenheim“, sagt Hartwig Hamm, Verbandsdirektor der Landesbausparkassen.

Reihenhäuser wenig beliebt

Der Wunsch nach den eigenen vier Wänden ist riesig. Laut einer Befragung des Baugeldvermittlers Interhyp träumen 96 Prozent der deutschen Mieter vom eigenen Heim. An erster Stelle der Wunschimmobilien nennen die Befragten das Landhaus (24 Prozent), gefolgt vom klassischen Einfamilienhaus (22 Prozent) und der Villa im Grünen (17 Prozent). Weit abgeschlagen auf der Hitliste der Traumhäuser rangieren Reihenhäuser (drei Prozent) und Energiesparhäuser (sieben Prozent). „Überraschend ist vor allem die Tatsache, dass energieeffizientes Wohnen auch bei den jüngeren Befragten zwischen 18 und 29 Jahren nicht besonders hoch im Kurs liegt“, sagt Robert Haselsteiner, Vorstand der Interhyp AG.

Ziehen die Befragten die eigenen finanziellen Möglichkeiten in die Bewertung ein, halten rund 28 Prozent den Kauf einer Eigentumswohnung eher für realistisch als den Kauf eines Hauses. 13 Prozent gehen davon aus, dass ein Reihenhaus am besten zu ihrer Lebenssituation passen könnte. Immerhin 20 Prozent sind aber selbst unter dem Aspekt der Bezahlbarkeit der Meinung, dass sie sich ein Einfamilienhaus leisten können. Allerdings halten nur drei Prozent den Kauf einer teuren Villa für realistisch, und auch das bevorzugte Landhaus landet mit neun Prozent auf den hinteren Plätzen. „Traditionell gehen die Deutschen das Thema Eigenheim sehr vorsichtig an und unterschätzen, wie viel Immobilie sie sich angesichts der historisch niedrigen Baugeldzinsen tatsächlich leisten können“, so Haselsteiner.

150.000 Euro kosten monatlich nur 550 Euro

Vielen Mieterhaushalten fällt es derzeit nicht schwer, eine qualitativ hochwertige Immobilie zu finanzieren. Binnen eines Jahres sackte der Biallo-Index für zehnjähriges Baugeld um weitere 0,8 Prozentpunkte ab und verharrt derzeit bei etwa 3,5 Prozent. Der Zinsrutsch hat konkrete Auswirkungen auf die Finanzierungskosten. Wer jetzt ein Hypothekendarlehen über 150.000 Euro mit zehnjähriger Zinsbindung aufnimmt, der zahlt bei einem Prozent Anfangstilgung kaum mehr als 550 Euro. Topanbieter wie beispielsweise Europa oder SKG Bank berechnen lediglich 3,34 bzw. 3,37 Prozent Zinsen, was einer Darlehensrate von 543 bzw. 546 Euro entspricht. Die Nürnberger Umweltbank gibt das gleiche Darlehen ab 3,39 Prozent Zinsen aus, die Kreditrate beläuft sich auf 549 Euro. Minimal teurer sind Huk Coburg, die kirchliche Zusatzversorgungskasse oder die Volksba nk Münster mit je 3,45 Prozent Nominalzins. Hier zahlen Kreditnehmer für 150.000 Euro monatlich 556 Euro.

Hohe Tilgung halbiert Laufzeit

Im gegenwärtigen Zinstal ist es allerdings wichtig, die Anfangstilgung nicht zu niedrig zu wählen, weil sich dadurch einerseits die Kreditlaufzeit unnötig ausdehnt und andererseits über die Jahre gewaltige Zinskosten auflaufen.
Beispiel: Ein klassisches Hypothekendarlehen mit einer Kreditsumme von 200.000 Euro kostet bei einem Prozent Anfangstilgung und 3,5 Prozent Nominalzins (nach neuer Sprachregelung: Sollzins) monatlich 750 Euro. Bleiben die Konditionen über die gesamte Laufzeit des Darlehens unverändert und werden keine Sonderzahlungen geleistet, dauert die Rückzahlung 43 Jahre. Soll das Eigenheim in weniger als 20 Jahren abgezahlt sein, müsste der Käufer den Tilgungssatz auf vier Prozent hochschrauben. Dann sind zwar jeden Monat 1.250 Euro an die Bank zu überweisen, dafür wäre das Darlehen aber bereits nach 17 Jahren und elf Monaten getilgt. Die Zinsersparnis summiert sich auf rund 117.500 Euro!

Preiswert und schnell zum Eigenheim, mit den besten Baugeldkonditionen überregionaler und regionaler Anbieter.

biallo.de

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Verbraucher Problematische Zinsangaben - Baufinanzierung

Viele Anleger nutzen die historisch niedrigen Baufinanzierungszinsen, um jetzt in Immobilien zu investieren. Wer dies vorhat, sollte allerdings ein neues Zinsrisiko kennen. Denn die am 11. Juni 2010 in Kraft getretene Verbraucherkreditrichtlinie ist verantwortlich für eine „Zinsfalle“ besonderer Art.

29.07.2010
Verbraucher Deutlich über zwei Prozent sichern - Festgeld mit kurzen Laufzeiten

Wer dem leichten Aufwärtstrend auf dem Tagesgeldmarkt noch nicht traut, kann vorübergehend in gut verzinste Festgelder für ein Jahr investieren. Dort sind 2,70 und 2,50 Prozent Zinsen zu erzielen.

29.07.2010
Verbraucher Provisionen bei Lebensversicherungen sind offenzulegen - Anlegerrecht

Kreditinstitute müssen auch Provisionen beim Abschluss einer Lebensversicherung ähnlich wie Kick-backs, also Rückvergütungen von Produktanbietern, offen legen. Zu diesem Urteil kommt das Landgericht Heidelberg. Das Urteil ist allerdings noch nicht rechtskräftig.

29.07.2010
Anzeige