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Verbraucher Chancen und Risiken mit Franken oder Dollar
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11:46 08.07.2010
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50 Prozent Zuwachs – und das in weniger als einem halben Jahr seit Ende 2009. Auf diesen Wert kommt die Direktbank Comdirect beim Anlagevolumen auf Fremdwährungskonten. Und das liegt nicht allein am Kursrutsch des Euro gegenüber wichtigen Fremdwährungen, sondern an einem im Zuge dieser Entwicklung gestiegenen Kundeninteresse. „Besonders gefragt sind bei den Anlegern derzeit Schweizer Franken, Norwegische Kronen, japanischer Yen und US-Dollar“, heißt es bei der Comdirect Bank. Laut einer Umfrage von biallo.de unter zehn Filial- und Direktbanken mit Konten in ausländischer Währung im Angebot verwies gut die Hälfte auf steigende Nachfrage nach diesen Produkten - die anderen bemerkten keine größere Veränderung.

Schwächelt der Euro, steigt der Gewinn

Das Prinzip eines Fremdwährungskontos ist schnell erkärt: Anleger aus dem Euro-Raum tauschen einen Teil ihres Gelds in US-Dollar oder Schweizer Franken um. Büßt der Euro gegenüber dieser Währung weiter an Wert ein, erzielt er auf seinem Fremdwährungskonto einen Gewinn. Hinzukommen noch etwaige Zinsen, die sich grundsätzlich am Leitzinsniveau des anderen Währungsraums orientieren.
Bei den Kontotypen sind vor allem Konten für den laufenden Zahlungsverkehr, aber auch tagesgeld- oder festgeldartige Fremdwährungskonten im Angebot. Konten für den laufenden Zahlungsverkehr sind überwiegend bei Filialbanken und Sparkassen verbreitet, werden aber häufiger vor allem für Gewerbe- und Firmenkunden angeboten, die regelmäßig Rechnungen in fremder Währung gezahlt bekommen. Die Kontoführung ist dann aber in aller Regel kostenpflichtig. Anlagekonten in fremder Währung sind überwiegend bei Direktbanken im Angebot. Mehrheitlich, aber nicht überall ist die Kontoführung kostenlos, auch sind zum Teil Mindestanlagesummen zu beachten.

Bis zu elf Fremdwährungen

Währungskonten für Privatanleger haben zum Beispiel die Direktbanken und Onlinebroker Comdirect, Cortal Consors, Maxblue, der Sparkassenbroker, die DAB Bank, Nordnet und Vitrade im Angebot. Sie können in aller Regel auch für Wertpapierkäufe in ausländischer Währung genutzt werden. Comdirect offeriert elf Fremdwährungen, der S-Broker zehn, die anderen dagegen weniger. US-Dollar, Schweizer Franken, britisches Pfund gibt es nahezu überall; Nordnet als skandinavischer Broker bietet auch Anlagen in schwedischen, norwegischen und dänischen Kronen. Barauszahlungen sind grundsätzlich nicht möglich. Von den genannten Brokern erhebt lediglich Vitrade eine – allerdings saftige – Kontoführungsgebühr von 25 Euro pro Monat, bei der Sparkasse Köln Bonn gibt es ein Fremdwährungsgirokonte für 5,50 Euro pro Monat.

Im Gegenzug sind bei einigen Anbietern die Konten komplett unverzinst. Ausnahmen sind zum Beispiel Comdirect, Maxblue und die DAB Bank; der Zins richtet sich hier nach der jeweiligen Währung, in der das Konto geführt wird. Einen genauen Blick sollte man als Anleger auch auf die Kosten werfen, die bei der Umrechnung eines Euro-Betrags in Fremdwährung anfallen. Neben der Spanne zwischen Devisenan- und Verkaufskurs sind gegebenenfalls Zusatzkosten zu berücksichtigen. So verlangt Comdirect ein Konvertierungsentgelt von einem Prozent, bei Cortal Consors sind es 19,95 Euro pro Transaktion. Beim Rückwechsel in Euro fällt die Gebühr natürlich auch wieder an.

Tipp: Wer in Fremdwährungen ein Konto führen möchte, sollte auch auf die Einlagensicherung achten. Denn die reine gesetzliche Einlagensicherung gilt nach geltendem Recht nicht für Konten, die auf Nicht-EU-Währungen lauten. Wer also sein Konto bei einem Institut führt, für das nur der gesetzliche Schutzumfang greift, sollte auf der Hut sein. Anders sieht es zum Beispiel bei den Sparkassen auf: Hier greift eine Institutssicherung, die auch Fremdwährungskonten umfasst. Und Kunden von Privatbanken, die Mitglied im Feuerwehrfonds des Bundesverbands deutscher Banken sind, können ebenfalls beruhigt sein: Fremdwährungskonten sind geschützt, im Fall des Falles kann es lediglich passieren, dass die Entschädigung dann in Euro vorgenommen wird.

Spekulationen auf Euro-Verfall können nach hinten losgehen

Wer sich für Fremdwährungsanlagekonten interessiert, sollte jedenfalls besonnen vorgehen. Zum einen ist es äußerst schwierig, Devisenkursänderungen zu prognostizieren, so dass die Spekulation auf einen weiteren Euro-Verfall sehr schnell auch nach hinten losgehen kann, zumal wenn Kontoführungs- und Konvertierungsgebühren anfallen. Außerdem spielt der Außenwert der Währung für Verbraucher aus dem Euro-Raum ohnehin keine große Rolle. Verbraucherschützer wie Niels Nauhauser, Finanzexperte der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg, raten daher zur Vorsicht. Schließlich könnte man auch über andere Wege als über die Direktanlage auf einem Fremdwährungskonto von der gegenwärtigen Stärke von Dollar, Schweizer Franken & Co. profitieren. Je nach gewünschter Anlagefrist könnte es vielmehr interessant sein, etwa Fremdwährungsanleihen, aussichtsreiche Auslandsakt ien oder nicht währungsgesicherte Fonds und börsengehandelte Indexfonds (ETFs) zu erwerben. Denn ein breit gestreutes Depot, das Auslandsanlagen oder zum Beispiel in Dollar notierte Rohstoffe umfasst, hilft auch, Verluste aus Währungsschwankungen auszugleichen.

Tipp: Empfehlenswert sind Fremdwährungskonten dagegen für Grenzgänger oder auch deutsche Studenten im Ausland. Sie sollten aber bei Abschluss des Kontos darauf achten, was mit diesem Konto jeweils möglich ist. Barabhebungen in Fremdwährung gehört in aller Regel nicht dazu, wohl aber der laufende Zahlungsverkehr wie das Bezahlungen von Rechnungen oder Einzahlen von Schecks in der Auslandswährung.

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biallo.de

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