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17:44 25.01.2010
Fernstudenten können sich ihre Lernzeit selbst einteilen: Ob das ein Vor- oder Nachteil ist, ist letztlich eine Typfrage. Quelle: ddp
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Den Feierabend verbringen viele Leute auf dem Sofa. Manche stricken, andere sehen fern – und wieder andere machen ihren Bachelor of Engineering in Maschinenbau oder lassen sich zum Tourismusfachwirt ausbilden. Per Fernstudium. „Beim Fernunterricht erhält man die Lernmaterialien per Post oder via Internet und kann dann selbst entscheiden, wann und wo man sich den Stoff aneignen möchte“, sagt Gereon Franken, Koautor des Ratgebers „Fit für den Fernunterricht“.

Franken leitet selbst eine Fernstudienakademie in Münster. Er weiß, dass das große Maß an Freiheit nicht für jeden das Richtige ist. „Wenn jemand sein Fernstudium vorzeitig abbricht, liegt das häufig daran, dass er mit den Anforderungen an die Disziplin und mit den Auswirkungen auf das Sozialleben nicht klarkommt“, sagt Franken. Alleine am Schreibtisch zu sitzen und einen Lernplan einzuhalten überfordere manche Fernstudenten. „Man sollte sich vorher gut überlegen, ob einem das Lernen auf Distanz liegt. Konnte man sich beispielsweise schon immer gut mit einem Buch hinsetzen und für sich alleine lernen, ist das ein Indiz dafür, dass man sich gut zurechtfinden wird“, sagt Franken.

Nur wenig Freizeit

Soziale Kontakte müssten Fernstudenten oft erheblich einschränken. Der durchschnittliche wöchentliche Zeitaufwand für Fernkurse werde meist mit acht bis zehn Stunden veranschlagt, könne aber durchaus höher liegen. „Da bleibt oft nicht mehr viel Freizeit übrig. Es ist daher sehr wichtig, dass Partner und Familie Verständnis haben und den Fernstudenten während seiner Ausbildung unterstützen und entlasten.“

Die Höhe der Gebühren für einen Fernkurs variiert je nach Anbieter, Kursdauer und Kursziel. „In der Regel werden solche Kurse von privaten Instituten angeboten, die sich ausschließlich über die Studiengebühren finanzieren. Es gibt aber auch konfessionelle Anbieter, bei denen der Fernunterricht zum Teil sehr günstig ist“, erklärt Franken.

Fernkurse müssen in Deutschland von der Staatlichen Zentralstelle für Fernunterricht (ZFU) in Köln zugelassen werden. Dadurch soll gewährleistet werden, dass die Bildungsangebote Mindeststandards entsprechen. „Wir prüfen, ob die Vertragsregelungen sauber sind, ob der Kursinhalt mit der Werbung übereinstimmt und ob der Kurs auch wirklich zu dem Ziel führt, das er verspricht“, erklärt Michael Vennemann, Leiter der ZFU. Nur selten werde diese Regelung nicht eingehalten. Staatliche Anbieter wie Hochschulen seien vom ZFU-Zertifizierungsverfahren ausgenommen, da bei ihnen andere Regularien griffen.

Bei der ZFU können Interessenten auch erfragen, welche Anbieter ihr gewünschtes Kursthema im Programm haben. Aber auch zwischen scheinbar gleichen Angeboten könnten erhebliche Unterschiede bestehen. „Manchen Instituten ist es beispielsweise wichtig, dass die Teilnehmer auch regelmäßig an Präsenzveranstaltungen teilnehmen. Andere vermitteln ihre Inhalte ausschließlich über Fernunterricht. Hier gibt es verschiedene Philosophien, und man muss herausfinden, welche besser zu einem passt“, sagt Vennemann.

Angebote genau vergleichen

Vennemann rät außerdem zu prüfen, ob der Anbieter in dem gewünschten Lerngebiet einen Schwerpunkt hat. Einen Hinweis könne das Angebotsprofil des Instituts geben. „Die Zusammenarbeit mit namhaften Firmen aus der Branche oder ein besonders breites Angebot an Kursen aus dem betreffenden Fachbereich lassen auf einschlägige Kompetenzen schließen.“

Gereon Franken empfiehlt, im Arbeitsumfeld vorerst nicht zu erzählen, dass man an einem Fernstudium teilnimmt. „Bei Arbeitgebern entsteht schnell die Befürchtung, man könnte sich durch die Doppelbelastung nicht voll auf den Job konzentrieren“, warnt er. Sei der Abschluss einmal geschafft, könne man auf dem Arbeitsmarkt endlich Pluspunkte sammeln. „Viele Personalchefs reagieren positiv auf Bewerber, die sich per Fernunterricht fortgebildet haben – denn sie wissen, dass man dafür viel Kraft, Ausdauer und Disziplin braucht“, sagt Franken.

Maria Hilt

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