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17:34 25.01.2010
Bis zur Prüfung ist noch viel zu tun, aber die Gedanken schwirren im Kopf umher: Beratungen und Seminare helfen Studenten, mit Stresssituationen umzugehen. Quelle: fotolia
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Nach den Zahlen des deutschen Studentenwerks ist der Zulauf von 2007 auf 2008 um 20 Prozent gestiegen.

Schon Wochen vor der Prüfung kann Johanna nicht mehr richtig schlafen und essen. Ihre Gedanken kreisen ständig um den Lernstoff. Sie kann nicht abschalten, wird immer erschöpfter und verzweifelter, je näher der Termin rückt. Einen Tag vor der Prüfung gibt sie auf, lässt sich krankschreiben – schon zum zweiten Mal. „Natürlich war ich vor Prüfungen immer aufgeregt, aber nie so völlig gelähmt“, sagt die Göttinger Theologiestudentin. Das begann erst, nachdem sie durch ihre Zwischenprüfung gefallen war und einen zweiten Versuch starten musste.

Prüfungsangst, Heimweh, Konflikte in der WG – das Studentenleben bringt viel Freiheit, aber auch jede Menge Herausforderungen mit sich. Die psychologischen Beratungsstellen erleben seit der Einführung des Bachelors und Masters einen größeren Zulauf. Die neuesten Zahlen des deutschen Studentenwerkes zeigen, dass die Bachelorstudenten mehr studienbegleitende Beratung brauchen als bisher. Nach den Zahlen des deutschen Studentenwerks ist der Zulauf von 2007 auf 2008 um 20 Prozent gestiegen.

Mehrere Problemphasen im Studium

Dabei geht es nicht ausschließlich um Probleme im Studium. „Wir verfolgen einen systemischen Ansatz: Studienbedingte und persönliche Probleme sind oft eng miteinander verbunden“, sagt Waltraut Freese, Leiterin der psychologisch-therapeutischen Beratung für Studierende (ptb) an der Leibniz Universität Hannover. „In den meisten Fällen geht es um interpersonelle Problematiken – in der WG, mit den Eltern oder in der Beziehung.“

Ob Anfang, Mitte oder Ende – jede Studienphase hat ihre eigenen Probleme. „Am Anfang geht es um die Ablösung von der Familie, die Selbstständigkeit und die Integration in die neue Stadt“, sagt Freese. „Gegen Ende des Studiums stehen die Prüfungsphasen, die Abschlussarbeit und der Übergang ins Berufsleben an.“

Oft ist die Hemmschwelle, die Angebote der Beratungsstellen in Anspruch zu nehmen, hoch. Vielen Studierenden ist nicht klar, dass die Einrichtungen neben dem klassischen Einzelgespräch auch Gruppen zu Zeitmanagement, sozialer Kompetenz und zum Studienabschluss anbieten und Selbsthilfegruppen anleiten. Seit 2004 hat die ptb in Hannover sogar eine Chatberatung. Dieses Angebot soll vor allem den Bachelorstudenten entgegenkommen. „Viele beklagen sich, dass sie kaum Zeit haben, in Kontakt zu treten“, erzählt Freese. So hat sich die Zahl der Chatberatungen, die auch in den Abendstunden angeboten wird, von 2007 auf 2008 verdoppelt.

Dem Stress richtig begegnen

Theologiestudentin Johanna hat vor ihrem vierten Anlauf einen Prüfungsangstkurs beim Studentenwerk Göttingen absolviert – und meisterte die Prüfung. An sechs Abenden, in kleiner Runde sollten die Studierenden Werkzeuge für den Prüfungsstress an die Hand bekommen. „Es ging darum, meine Grundbedürfnisse zu erfüllen. Das waren ganz normale Sachen, wie Sport machen, Pausen einbauen, regelmäßig essen und ein guter Zeitplan“, erzählt Johanna. Zusammen mit den anderen Kursteilnehmern simulierte sie Prüfungen und gewann damit Abstand zu den beängstigenden Situationen. „In der echten Prüfung hatte ich dann sogar einen Moment, an dem ich mich daran erinnern und innerlich lachen konnte.“

Ann-Kathrin Seidel

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