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Die Kritik einzelner Studierender reicht nicht aus: Professoren haben auch nach ihrer Emeritierung ein Recht darauf, dass ihre Lehrveranstaltungen an der Uni angeboten werden.

Die Kritik einzelner Studierender reicht nicht aus: Professoren haben auch nach ihrer Emeritierung ein Recht darauf, dass ihre Lehrveranstaltungen an der Uni angeboten werden. © Jens Kalaene

Hochschulen

Professoren haben Recht auf Lehrveranstaltungen

Darf die Hochschule die Vorlesung eines emeritierten Professors aus dem Programm nehmen, wenn Studenten sich darüber beschweren? Damit musste sich das Verwaltungsgericht Berlin auseinandersetzen.

Berlin. Professoren haben auch nach ihrer Emeritierung ein Recht darauf, an der Hochschule Lehrveranstaltungen abzuhalten. Das gilt selbst dann, wenn Studenten die Vorlesung als wirr kritisieren und die Methoden fragwürdig finden.

Darauf weist die Zeitschrift "Forschung & Lehre" (Ausgabe 2/16) hin. Sie bezieht sich auf einen

Beschluss des Verwaltungsgerichts Berlin (Az.: 12 L 269.15). Die Hochschule ist außerdem verpflichtet, die Lehrveranstaltung in den Lehrplan aufzunehmen und im Vorlesungsverzeichnis anzukündigen.

In dem verhandelten Fall wollte ein emeritierter Professor rechtlich durchsetzen, dass die Hochschule seine Veranstaltung "Einführung in die Didaktik der romanischen Sprachen" in den Lehrplan aufnimmt und im Vorlesungsverzeichnis ankündigt. Die Hochschule lehnte das ab.

Studenten hätten sich über die Vorlesung beschwert. Sie kritisierten, dass der Professor sich rassistisch äußere und etwa grammatikalisch nicht korrektes Deutsch als "Ausländerdeutsch" bezeichne. Außerdem sei der Aufbau der Veranstaltung zunehmend wirr, und die Methoden seien fragwürdig.

Das Gericht verpflichtete die Hochschule, die Veranstaltung in den Lehrplan des Fachbereichs sowie im Vorlesungsverzeichnis aufzunehmen. Professoren hätten auch nach ihrer Emeritierung

das Recht, ihrer Lehrbefugnis entsprechende Lehrveranstaltungen abzuhalten.

Daraus folge, dass die Hochschule verpflichtet sei, solche Veranstaltungen in den Lehrplan und in das Vorlesungsverzeichnis aufzunehmen. Das nicht zu machen, greife in das Grundrecht des Professors auf Wissenschaftsfreiheit ein. Die Voraussetzungen, um ein Grundrecht einzuschränken, seien hoch. Die Kritik einzelner Studenten reiche nicht aus.

dpa


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