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Studium & Beruf Frust lohnt sich nicht
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17:48 25.01.2010
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Lustlos zur Frühschicht, gelangweilt Aktenberge vor sich herschieben, Ärger mit dem Chef: Sie sind nicht allein. 80 Prozent der Deutschen gehen gefrustet ins Büro oder sind genervt von ihrer Arbeit – das behaupten zumindest Volker Kitz und Manuel Tusch. Zwei Jahre lang haben die Wissenschaftler recherchiert und mit Betroffenen gesprochen, warum rund 35 Millionen Menschen täglich mit langen Gesichtern ihren Job verrichten. Das Ergebnis ist ebenso einfach wie erschreckend: Es liegt an uns selbst. Wir haben einfach zu hohe Erwartungen.

„Der Job soll Spiel, Spaß und Spannung bieten, Lebenssinn, Selbstverwirklichung, Anerkennung, nur nette Leute um uns herum, und natürlich viel Geld. Nach diesem Job suchen wir allerdings ein Leben lang, denn kein Job der Welt kann uns all das jemals geben. Deshalb tun wir uns selbst einen großen Gefallen, wenn wir umdenken, die rastlose Suche beenden und unsere Energie sinnvoller nutzen“, sagen die Autoren.

Kurzum: Es gibt keinen besseren Job als den eigenen. Ihr verblüffendes Konzept offenbaren die Wissenschaftler im „Frustjobkillerbuch“. Darin zeigen sie, wie die Arbeitswelt als wesentlich positiver erlebt werden kann, wenn wir uns selbst verändern, alte Grundmuster aufbrechen, unser Verhalten und unsere Einstellung überdenken. Folgende Erkenntnisse sollen dabei helfen, ein glücklicherer Angestellter zu werden:

Jeder verdient zu wenig:

Niemand sollte glauben, dass er der Einzige ist, der zu wenig verdient. Selbst der Chef würde gern mehr Gehalt auf dem Kontoauszug sehen. Der Grund ist einfach: Je mehr man verdient, desto größer werden die Ansprüche und damit das Gefühl, immer noch zu wenig Geld zu bekommen. Also spricht vieles dafür, dass sich auch nach dem nächsten Gehaltssprung nichts daran ändert.

Statussymbole machen gierig:

Ähnlich verhält es sich mit den Statussymbolen wie Dienstwagen, edlen Visitenkarten, eigenem Büro, Titel. Es wird immer Menschen geben, die mehr haben. Und: Kaum haben sie mehr gewonnen, reicht es schon wieder nicht aus. Das Streben nach mehr geht oft bis ins Unerfüllbare.
Anerkennung hat zwei Seiten: Es gibt praktisch keinen Arbeitnehmer, der nicht über mangelnde Anerkennung klagt. Wer als Spitzenmitarbeiter wahrgenommen werden will, sollte mit gutem Beispiel vorangehen und die Kollegen loben. Und: Auch der Chef würde gerne mehr Anerkennung bekommen.

Auch woanders gibt es Routine:

Nach einigen Jahren wird auch der spannendste Job zur Routine. Aber deshalb gleich die Branche wechseln? Theoretisch ginge das. Und es hätte zunächst einmal auch die gewünschte Wirkung. Aber es macht sich im Lebenslauf nicht immer gut. Außerdem wird auch dort die Begeisterung früher oder später nachlassen. Nervige Kollegen gibt es überall: Wie oft hat man sich schon gewünscht, einen Beruf zu haben, in dem man viel mit Menschen zu tun hat? Aber wie anders sieht die Realität aus. Trösten Sie sich: Überall gibt es unangenehme, aber auch angenehme Menschen.

Alle Chefs sind so:

Es gibt häufig nur einen Menschen, der einem immer wieder Tränen in die Augen treibt oder in Rage bringt: den Vorgesetzten! Er kritisiert und nervt mit seinen Marotten. Wer einmal in seinem Familien- und Bekanntenkreis fragt, wird jedoch feststellen: Jeder hat etwas an seinem Chef auszusetzen. Lohnt es sich dafür, den Job zu wechseln? Wird dann alles anders? Mitnichten, denn jemand wird uns immer Aufträge erteilen, uns kontrollieren und im Zweifelsfall korrigieren. Schließlich ist das sein Job.
Volker Kitz, Manuel Tusch: „Das Frustjobkillerbuch – Warum es egal ist, für wen Sie arbeiten“, Campus, 9,90 Euro, ISBN: 978-3593386669

Von Corinna Perrevoort

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