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17:42 25.01.2010
"Service Learning" schlägt durch ehrenamtliches Engagement die Brücke zwischen Hochschule und Alltag. Quelle: fotolia
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Studenten, die in Schulen Konzepte zur Sprachförderung von Migranten ausarbeiten oder Kommunen und Vereine rund um das Thema Management beraten, sind noch eine echte Seltenheit in Deutschland. Das in den USA schon weitverbreitete „Service Learning“ führt hierzulande noch ein Schattendasein. Heinz Reinders, Professor an der Universität Würzburg, schätzt, dass deutschlandweit etwas mehr als 500 Studenten solche Seminare besucht haben, die soziales Engagement und Lernen verbinden.

Um ihre Zahl weiter nach oben zu treiben, hat er vor Kurzem ein Hochschulnetzwerk mitgegründet. In der Initiative „Bildung durch Verantwortung“ haben sich die Universitäten Würzburg, Duisburg-Essen, Mannheim, Lüneburg, die Uni des Saarlands sowie Uni und Fachhochschule Erfurt zusammengeschlossen. Auch die Universität Heidelberg will sich dem Bündnis anschließen.

Koordinierungsstelle geplant

Gemeinsam soll das soziale Engagement der Studierenden gestärkt werden. Die Hochschulen vereinbaren einen Erfahrungsaustausch bei Tagungen und Workshops rund um das Thema „Service Learning“. Zudem sei „persönliche und gesellschaftliche Verantwortung als wesentliche Erziehungsaufgabe“ anzusehen und zu entwickeln. An der Universität Duisburg-Essen soll eine entsprechende Koordinierungsstelle eingerichtet werden.

Nach Deutschland gebracht hat das Ganze im Jahr 2003 der inzwischen emeritierte Professor Manfred Hofer. Über einen Kollegen in den USA auf das Thema aufmerksam geworden, bot er im Sommersemester 2003 an der Universität Mannheim ein Seminar an, in dem die Studenten beispielsweise Schüler zu Hausaufgabenhelfern oder Streitschlichtern ausbilden sollten.

Diese Workshops sollten wohlgemerkt zusätzlich zu den normalen Anforderungen wie Referaten geleistet werden. „Das Seminar war ein Wagnis“, blickt der Wissenschaftler zurück. Schließlich sei es aber das schönste Seminar seines Dozentenlebens geworden, wobei die Studenten ihre Erfahrungen sogar in einem Buch zusammenfassten.

Die Reaktion im Kollegenkreis sei eher zurückhaltend gewesen, erinnert er sich: „Da wuchs etwas zusammen, was noch nicht zusammengehörte.“ Auf offene Ohren stieß er mit seinem Konzept jedoch bei seinem damaligen Mitarbeiter Heinz Reinders. Als der im Wintersemester 2007 an die Universität Würzburg wechselte, bot er ein erstes Seminar mit „Service Learning“ an. Seitdem gibt es durchschnittlich eine Veranstaltung pro Semester. „Dabei suchen wir uns aber nichts aus, wo sich die Studierenden mal austoben können“, stellt er klar. Es werde darauf geachtet, dass die Projekte Bezug zum Alltag hätten und etwa in Grundschulen umgesetzt werden könnten.

Studenten lernen durch Praxis besser

Das Echo der Studenten ist positiv und die Ergebnisse auch. Laut einer deutschlandweiten Studie nehmen die Teilnehmer mehr Wissen mit als ihre Kommilitonen. Eine Beobachtung, die weltweit gemacht wird. „Internationale Studien zeigen, dass die Seminarteilnehmer das vermittelte Wissen besser verstehen und anwenden können, wenn sie es praktisch einsetzen“, sagt Reinders.

Neben den Studenten profitierten auch die Träger pädagogischer Programme, weil sie kostenlos die Ressourcen bekämen, die sie benötigen, um ihre Angebote zu verbessern. Und nicht zuletzt die Universitäten, weil es ihnen gelinge, mit derartigen Angeboten ihr Profil zu schärfen und der gesellschaftlichen Verantwortung gerecht zu werden. „Wir haben also eine Win-win-Situation“, folgert Reinders. „Alle haben etwas davon.“

www.netzwerk-bdv.de

Von Ralph Bauer/ddp

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