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Didacta „Inklusion ist kein Rosinenpicken“
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16:22 13.02.2018
Schule für alle: Inklusion ist ein unverhandelbares Menschenrecht. Quelle: Deutsche Messe/redaktionsbüro diehl
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Hannover

Mitmachen, mitreden und mitarbeiten - gleich, ob ein junger Mensch eine Behinderung hat oder nicht. Darum geht es bei der Inklusion in Schulen. Den gemeinsamen Unterricht mit oder ohne Förderbedarf gab es in manchen Bundesländern schon, bevor der Begriff Inklusion überhaupt diskutiert wurde. Seit 2009 ist Inklusion in der Schule ein Muss.

Doch die läuft nicht an allen Schulen gut. Denn für einen erfolgreichen inklusiven Unterricht müssen bestimmte Bedingungen erfüllt sein. „Gemeinsames Lernen erfordert Ausdauer und Investitionen“, fasst Raúl Aguayo-Krauthausen zusammen. Geld allein ist hier nicht alles. Inklusion ist auch immer eine Frage der Haltung. Pädagogen und Lehrer müssen offen für die Veränderungen in der Schule sein und Bereitschaft zur Teamarbeit mitbringen. Aguayo-Krauthausen warnt Schulen davor, die Flinte zu früh ins Korn zu werfen, wenn Pädagogen „aufschreien“, weil sie das Gefühl haben, dass sie immer mehr Arbeit leisten müssen. Das eigentliche Problem seien viel zu große Schulklassen - und nicht, ob ein oder zwei Behinderte in der Klasse säßen. Dazu kommt, dass in heutigen Klassen größtenteils immer noch Frontalunterricht praktiziert wird, obwohl von zieldifferentem Lernen nachweislich auch Nichtbehinderte profi- tieren.

„Doch jede Form zusätzlicher Herausforderung und von höherem Arbeitsaufwand führt bei den Pädagogen zu Abwehrreaktionen“, betont Aguayo-Krauthausen. Wie kann Inklusion gelingen? Eine Bedingung sind kleinere Schulklassen. 15 Kinder pro Klasse seien eine Zielmarke. Darüber hinaus müsse der Unterricht moderativer gestaltet werden, sodass Kinder sich untereinander unterrichten und der Lehrer eher beratend zur Seite steht. Wenn dann noch Lehrer und Sonderpädagogen zusammenarbeiten, um individueller auf die Bedürfnisse einzugehen, kann Inklusion funktionieren.

„Jedes Kind in Niedersachsen, das inklusiv beschult werden möchte, wird inklusiv beschult“, erklärte dazu Niedersachsens neuer Kultusminister Grant Hendrik Tonne kürzlich in seinem Antrittsinterview und signalisierte, in den kommenden fünf Jahren rund 1000 neue Lehrerstellen schaffen zu wollen - auch für Inklusionsfachkräfte und weiteres Fachpersonal.

Das gilt sowohl für Kinder mit als auch ohne Behinderung. Ob ein Kind emotional-soziale Einschränkungen hat oder das linke Unterbein fehlt - so wie hochtalentierte Kinder gefördert werden, müssen auch Kinder mit Förderbedarf unterstützt werden.

„Inklusion ist kein Rosinenpicken, man kann nicht an einer Schule körperlich behinderte Kinder aufnehmen, aber geistig behinderte Kinder ablehnen“, so Aguayo-Krauthausen. Bildung und Inklusion sind Menschenrechte. Das gilt übrigens auch für die Inklusion von Flüchtlingskindern. Das Land Niedersachsen sucht deshalb lehrendes Personal für den Sprachunterricht an öffentlich allgemeinbildenden Schulen. Informationen über die Anforderungen an Bewerber finden Interessierte im Internet unter www.mk.niedersachsen.de.

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