Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aktuelles Der Schauspieler: Über Nacktsein als Kostüm
Mehr Studium & Beruf Aktuelles Der Schauspieler: Über Nacktsein als Kostüm
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:06 06.03.2017
Sebastian Schwarz arbeitet seit rund zehn Jahren als Schauspieler und ist festes Ensemblemitglied an der Schaubühne in Berlin. Fernsehzuschauer kennen ihn etwa aus dem «Tatort». Quelle: Franziska Sinn
Anzeige
Berlin

Sebastian Schwarz (32) arbeitet seit rund zehn Jahren als Schauspieler und ist festes Ensemblemitglied an der Schaubühne in Berlin. Fernsehzuschauer kennen ihn zum Beispiel aus dem "Tatort" oder aus der Serie "Frau Temme sucht das Glück". Über das Leben als Schauspieler:

In welchen Momenten möchte man das Publikum beschimpfen?

Beschimpfen ist echt hart, aber es gibt so Momente. Handyklingeln finde ich schon wahnsinnig anstrengend. Oder wenn sich jemand tothustet und nicht rausgeht, dann kann das auch anstrengend sein. Da könnte man schon die Keule auspacken, das gebe ich zu. Da hat man das Gefühl: Für wen erzähle ich es? Theater ist ja im besten Fall ein gemeinsames Erleben - und man stört ja dadurch den anderen. Es gibt auch Leute, die mit dem Handy spielen. Da sieht man beim Umbau, wenn es dunkel ist, plötzlich helle Gesichter. Wenn sich jemand dafür entscheidet, zu schlafen, stört mich das nicht. Das muss ja jeder für sich selber ausmachen. Wenn man anfängt zu schnarchen, finde ich es schon schwierig, weil es vielleicht einen anderen stört, der zuhören will.

Wie ist es, nackt auf der Bühne zu stehen?

Ich stehe in dem Ruf, dass ich mich in Stücken ständig nackt ausziehe. Es stand meistens im Stück, dann muss man es machen. Das gehört mit zum Job. Ehrlich gesagt, ist es ein bisschen auch Therapie bei mir. Ich kann privat mit meinem Körper gar nicht so viel anfangen, also stelle ich den aus, und prüfe: Was macht das mit mir? Man denkt auch nicht viel darüber danach. Im Gegenteil: Nackt sein, verschafft mir beim Spielen Luft. Natürlich ist Nacktsein auch eine Art Kostüm, du erzählst etwas über ein extremes Kostüm. Privat habe ich viel größere Probleme, nackt zu sein als auf der Bühne. Da bin ich geschützt durch Raum, Stück und Regie.

Wird das Stück irgendwann langweilig, wenn man es x-Mal gespielt hat?

Nein, das ist herrlich, das immer aufs Neue zu probieren. Ich versuche, jeden Abend neu zu erleben, was auf der Bühne passiert. Die Aufgabe, die mich wirklich an meinem Beruf nervt, ist, Text lernen. Ich weiß nicht, wie ich mir diese ganzen Massen an Text merke. Das ist die Hölle für mich. Ich fange deshalb sehr früh an, den Text zu lernen. Ich bitte darum, den Text so früh wie möglich zu kriegen und lerne dann wie besessen. Text lernen ist wirklich grauenhaft. Ekelhaft!

dpa

Anwesend, aber eigentlich gar nicht da: Manche sind im Job nicht richtig bei der Sache. Sie identifizieren sich nicht mit ihrem Arbeitgeber und sehen keinen Sinn in ihrer Tätigkeit. Die innere Kündigung ist die Folge. Abtun sollte man das Problem nicht.

06.03.2017

Nicht jeder Mitarbeiter ist der geborene Redner. Gerade in Telefonkonferenzen werden stillere Kollegen schnell übergangen. Um dies zu verhindern, könnte ein Chatprogramm Abhilfe schaffen.

06.03.2017

Die einen sind Kronprinz, die anderen Co-Chef: Die Position des Stellvertreters ist auf den ersten Blick ein undankbarer Job. Statt selbst zu bestimmen, ist man auf der beruflichen Ersatzbank. Doch aus dieser Stelle lässt sich mehr machen als viele denken.

06.03.2017
Anzeige