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Neun Monate Schwangerschaft sind lang. Zeit genug, sich in Ruhe Gedanken über die Geburt zu machen.

Neun Monate Schwangerschaft sind lang. Zeit genug, sich in Ruhe Gedanken über die Geburt zu machen.© Fotolia.com - WavebreakMediaMicro

Wohin zur Entbindung?

Entspannt der Geburt entgegen

Werden Frauen schwanger, stellen sich ihnen viele Fragen: Wo finde ich eine Hebamme? Soll das Baby zu Hause, in der Klinik oder im Geburtshaus zur Welt kommen? Ein kleiner Leitfaden.

Frauen, die erfahren, dass sie schwanger sind, sind in aller Regel einfach nur glücklich. Doch in das jubelnde Hochgefühl mischen sich schnell Aufregung und bei der ersten Schwangerschaft oft auch Unsicherheit. Was muss jetzt alles geregelt werden? Worum muss ich mich kümmern? Wo bekomme ich Unterstützung?

Zunächst einmal eine beruhigende Nachricht: Die neun Monate einer Schwangerschaft sind lang. Ausreichend Zeit, um die erste Euphorie in Ruhe zu genießen und sich ohne Hektik Gedanken über die wichtigsten Fragen zu machen: Welche Form der Entbindung möchte ich? Hausgeburt oder Krankenhaus? Was sind die Aufgaben einer Hebamme? Wo finde ich eine gute Geburtsbegleiterin? Muss ich meine Lebensgewohnheiten ändern? Kompetenter Ansprechpartner für alle diese Fragen ist der Frauenarzt. Er untersucht die werdende Mutter und ihr ungeborenes Kind in regelmäßigen Abständen und berät in allen Fragen rund um Schwangerschaft und Geburt.

Hebamme frühzeitig suchen

Der Gynäkologe ist es auch, der darauf hinweist, wenn aus gesundheitlichen Gründen Vorsicht geboten ist oder sagt, wenn alles normal läuft. Dass Zigaretten und Alkohol während der Schwangerschaft tabu sind, versteht sich von selbst, dass in dieser Zeit auf abwechslungsreiche, gesunde Ernährung geachtet werden muss, ebenfalls. Verzicht geübt werden sollte bei rohem Fleisch, Rohmilchkäse sowie Meeresfrüchten.

Bei ihrem Frauenarzt erhalten Schwangere auch die Adressen von Hebammen. Da diese oft monatelang im Voraus ausgebucht sind, empfiehlt es sich, frühzeitig Kontakt aufzunehmen. Außerdem ist es für die meisten Frauen ein gutes Gefühl, ihre Hebamme bereits vor der Entbindung kennenzulernen. Grundsätzlich gibt das Hebammengesetz von 1985 vor, dass jede Geburt von einer Hebamme begleitet werden muss. Eine Hebamme darf ohne Arzt entbinden, ein Arzt ohne sie nicht. Wer also eine Hausgeburt bevorzugt oder ein Geburtshaus, in denen nur Hebammen tätig sind, kann dies ohne jede ärztliche Begleitung tun. Wer sich für das Krankenhaus entscheidet, hat ebenfalls eine Hebamme an seiner Seite. Der Arzt wird nur gerufen, wenn es Komplikationen gibt oder von vorneherein ein Kaiserschnitt vereinbart ist.

Die Entscheidung, ob Klinik, Geburtshaus oder Geburt in den eigenen vier Wänden, muss jede Schwangere für sich treffen. Grundsätzlich spricht bei einer normal verlaufenden Schwangerschaft nichts gegen die Entbindung ohne Arzt. Die meisten Frauen in Deutschland bekommen ihr Kind allerdings in der Klinik, lediglich zwei Prozent entbinden zu Hause oder im Geburtshaus.

Die Kliniken - in Hannover sind das beispielsweise das Friederiken- und das Henriettenstift, das Vinzenzkrankenhaus und die Medizinische Hochschule - veranstalten regelmäßig Infonachmittage, an denen Hebammen und Ärzte für Fragen zur Verfügung stehen und die Frauen und ihre Partner die Möglichkeit haben, sich die Kreißsäle und Mutter-Kind-Stationen anzuschauen.

Zweifel gehören dazu

Auch Kurse, in denen gelehrt wird, wie man Kinder wickelt, stillt, was bei einer Geburt passiert, wie sich die Partnerschaft verändert und vieles mehr, werden sowohl von den Kliniken als auch den Geburtshäusern angeboten. Die Anmeldung in der Wunschklinik sollte zeitig erfolgen. Beliebte Geburtskliniken sind schnell ausgebucht.

Ist das Kind dann geboren und zu Hause, haben seine Eltern nach Angaben der Techniker Krankenkasse bis zehn Tage nach der Geburt Anspruch auf mindestens einen täglichen Besuch ihrer Hebamme. Sie beantwortet die unzähligen Fragen, unterstützt, tröstet, wenn es Schwierigkeiten gibt, untersucht die Mutter und stellt sicher, dass bei ihr alles gut verheilt. Die Hebamme wiegt das Baby, behandelt den Nabel, berät bei Stillproblemen und weiß Rat, wenn sich beispielsweise die Brust der Mutter entzündet. Sollte sich nach zehn Tagen der Alltag der kleinen Familie noch nicht eingependelt haben, so kann die Hebamme auch vom elften Tag an noch Hausbesuche machen - bis maximal acht Wochen nach der Geburt.

Hebammen empfehlen jungen Müttern, sich das früher übliche Wochenbett zu gönnen. Es dauert vier bis sechs Wochen und dient dazu, dass die Frauen wieder zu Kräften kommen und sich an das Leben mit Baby gewöhnen. „Früher kamen die Großmütter, kochten ein stärkendes Süppchen, halfen im Haushalt und hielten der Mutter den Rücken frei“, erzählt Brigitte Salisch, zweite Vorsitzende des Hebammenverbands Niedersachsen. „Heute denken Frauen oft, sie müssten nach wenigen Tagen fit sein und das Leben ginge weiter wie gehabt.“ Das aber, so die Meinung der erfahrenen Hebamme, sei ein Trugschluss. „Heultage, Erschöpfung, Zweifel, Schmerzen - all das gehört zu den ersten Wochen dazu“, meint Salisch. Hebammen sind in dieser Zeit enorm wichtig.

Weitere Informationen zu den Themen Schwangerschaft, Geburt und Nachsorge gibt es unter anderem im Internet unter www.hebammenverband.de


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