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Hebamme Brigitte Bolte sucht den direkten Kontakt zu Säuglingen.

Hebamme Brigitte Bolte sucht den direkten Kontakt zu Säuglingen. Berührung und Zuwendung sind für die gesunde Entwicklung eines Babys eine wichtige Vorraussetzung.© Bolte

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Familienhebamme Brigitte Bolte

Anwältin für die Kleinsten

Die Familienhebamme Brigitte Bolte betreut seit 20 Jahren schwangere Frauen aus schwierigen Verhältnissen - auch in der Zeit nach der Geburt. Besonders liegt ihr das Wohl der Neugeborenen am Herzen.

Seit rund 20 Jahren arbeitet Brigitte Bolte als Hebamme, kümmert sich um die Vor- und Nachsorge bei Schwangeren und betreut sie bei Hausgeburten. Seit fünf Jahren leitet sie die Familienhebammenzentrale in Hannover - und hat dort eine ganz andere Klientel kennengelernt als die klassischen Paare in freudiger Erwartung: „Wir betreuen Drogenabhängige, Minderjährige, Migranten, Opfer häuslicher Gewalt, körperlich oder psychisch eingeschränkte Eltern und Paare, die sich in ihrer neuen Elternrolle überfordert fühlen“, erzählt die 48-Jährige. Auch Lernschwache oder Eltern, die in ihrer Jugend wenig Zuwendung erfahren haben, erhalten Unterstützung.

Gemeinsam mit dem Jugendamt werden Netzwerke für die jungen Eltern geschaffen, die es ihnen erleichtern sollen, mit der neuen Situation umzugehen. „Wir klären darüber auf, warum Körperkontakt für die kindliche Entwicklung von Bedeutung ist, warum wir auch schon mit den ganz kleinen Kindern sprechen und spielen müssen und was Babys verstehen können“, sagt Brigitte Bolte. „Und wir unterstützen die Untersuchungen bei Kinderärzten oder Therapeuten, begleiten junge Mütter in Babygruppen, um ihnen die Scheu zu nehmen.“ Doch die Hebamme will nicht nur die Kompetenz der Eltern stärken. Sie sieht sich vor allem als Anwältin der Kinder. „Für manche Kleinen ist es immens wichtig, so früh wie möglich stundenweise aus der Familie in eine Krabbelgruppe zu kommen, weil sie zu Hause untergehen,“ sagt Brigitte Bolte. Oftmals sei damit schon ein wichtiger Schritt getan.

Manchmal gehen die Familienhebammen auch nur mit Mutter und Kind spazieren, „eine Beschäftigung, zu der sich viele von alleine nicht aufraffen können“, sagt die Hebamme. Oder sie zeigt den Eltern, wie sie mit ihrem Kind spielen, wie sie es berühren und eine Beziehung zu ihm aufbauen können. „Ich bin sicher, im Grunde wollen alle gute Eltern sein. Nur schaffen manche es eben schwer ohne Unterstützung.“ Die Familienhebamme übernimmt dann die Aufgabe, im besten Fall wird daraus Hilfe zur Selbsthilfe.

Der Bedarf an dieser engmaschigen Betreuung ist weitaus höher als das Angebot. „Die Betreuung wird je nach Ziel mit einer wöchentlichen Stundenanzahl von drei bis zehn Stunden festgesetzt und endet spätestens wenn das Kind den ersten Geburtstag feiert“, sagt Brigitte Bolte. Wichtig für eine gelungene Arbeit ist die Zusammenarbeit zwischen Hebammen, Sozialarbeitern, Therapeuten und Ärzten. Träger der Zentrale für Familienhebammen in der Oststadt ist die Stiftung „Eine Chance für Kinder“. Fünf Hebammen sind in Hannover im Einsatz, es sollen aber deutlich mehr werden. „Der Bedarf ist eindeutig da“, sagt Brigitte Bolte.

Eine Chance für Kinder

Die Stiftung „Eine Chance für Kinder“ setzt sich dafür ein, Kindesvernachlässigung und Kindesmisshandlung zu verhindern. Dazu gehört vor allem der Einsatz von Familienhebammen zur Betreuung von Familien im gesamten ersten Lebensjahr eines Kindes.

Zu den weiteren Maßnahmen gehören unter anderem die Weiterbildung von Hebammen zu Familienhebammen, Unterricht an Förder- und Hauptschulen zu dem Thema „Lebenskunde“, Akuthilfe für in sozialen Notlagen befindliche junge Familien und die Unterstützung von Schwangeren sowie von unehelich geborenen Säuglingen in Ländern der sogenannten Dritten Welt. „Eine Chance für Kinder“ hat ihren Sitz in der Rühmkorffstraße 1 in Hannover und ist unter Telefon (05 11) 279 14 30 und über die Internetseite www.eine-chance-fuer-kinder.de zu erreichen.


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