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Moderne Zahngesundheit Kariesschäden bei Kleinkindern
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22:27 24.09.2018
Früh beginnen: Kariesschäden vorbeugen und schon zeitig mit der Zahnpflege anfangen. Quelle: iStockphoto.com/mediaphotos
Hannover

Schätzungsweise die Hälfte aller Kariesschäden an den Zähnen von Erstklässlern ist bereits in den ersten drei Lebensjahren entstanden. Darauf weist Prof. Dietmar Oesterreich, Vizepräsident der Bundeszahnärztekammer, hin. Eine Ursache sieht der Mediziner darin, dass Kinder bislang erst vom dritten bis fünften Lebensjahr Anspruch auf drei jährliche Vorsorgeuntersuchungen haben. In Fachkreisen bestehe jedoch ein breiter Konsens, dass die zahnmedizinische Betreuung bereits im ersten Lebensjahr einsetzen sollte.

Anders als die Zahl der Kariesschäden an bleibenden Zähnen habe die Häufigkeit von Karies an Milchzähnen in den vergangenen Jahren zugenommen. Diese früh auftretende Erkrankung werde auch als Nuckel- oder Saugerflaschenkaries bezeichnet. Ohne gesunde Milchzähne lerne ein Kind nicht richtig sprechen, lege nicht altersentsprechend an Gewicht zu und laufe Gefahr, sozial ausgegrenzt zu werden, warnt Oesterreich. Nur wenigen Eltern sei klar, dass Zahnpflege schon bei den Jüngsten erforderlich ist. Im Alter von null bis drei Jahren bestehe sowohl eine Informations- wie Versorgungslücke.

Dabei ließen sich Zahnschäden in diesem Alter gut vermeiden, wenn Eltern rechtzeitig vor dem Durchbruch der ersten Milchzähne systematisch aufgeklärt würden. Am besten informieren sie sich schon während der Schwangerschaft.

Nach Angaben von Pantelis Petrakakis vom Bundesverband der Zahnärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes haben Grundschüler, die im Kindergarten täglich die Zähne putzen konnten, deutlich gesündere bleibende Zähne als Kinder, die diese Möglichkeit nicht hatten. Etliche Studien hätten zudem gezeigt, dass sich das regelmäßige Putzen mit fluoridhaltiger Zahnpasta in der Schule positiv auf die bleibenden Zähne auswirkt.

dpa/tmn