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Rutscht das Konto ins Minus, kann das teuer werden. Denn trotz Niedrigszinsphase ist der Dispozins nach wie vor vergleichsweise hoch. Foto: Mascha Brichta/dpa-tmn

Rutscht das Konto ins Minus, kann das teuer werden. Denn trotz Niedrigszinsphase ist der Dispozins nach wie vor vergleichsweise hoch. Foto: Mascha Brichta/dpa-tmn

Finanzen

Teure Überziehung - Dispozinsen kaum gesunken

Die Leitzinsen der EZB liegen weiterhin bei 0 Prozent. Auf die Höhe der Dispozinsen hat das aber offenbar nur wenig Einfluss, sie sind weiterhin vergleichsweise hoch. Manche Geldinstitute tricksen inzwischen sogar bei der Anpassung.

Berlin. Der Niedrigzinsphase zum Trotz: das eigene Konto zu überziehen kann teuer werden. Der durchschnittliche Dispozins liegt derzeit bei 9,78 Prozent, wie ein Vergleich der Konditionen von 1377 Geldinstituten durch die Zeitschrift "Finanztest" (Heft 8/2017) der Stiftung Warentest zeigt.

Teuer sind demnach meist die kleinen Filialbanken, die bis zu 13,75 Prozent für die Kontoüberziehung verlangen. Direktbanken hingegen bieten günstigere Konditionen. Hier kostet die Überziehung bei einer Bank sogar gar keine Zinsen.

Allerdings gibt es auch Filialbanken, die günstige

Dispozinsen anbieten. Der Haken hierbei: Niedrige Zinsen gibt es oft nur in Verbindung mit teuren Konten. Selbst Kunden, die ihren Dispo regelmäßig nutzen, zahlen laut "Finanztest" auf das Jahr gerechnet mehr als für ein Standardkonto mit deutlich höherem Dispozins.

Und noch etwas ist den Experten aufgefallen: Manche Geldinstitute tricksen bei der Zinsanpassung. Grundsätzlich müssen Verbraucher nachvollziehen können, wie und wann sich die Zinsen verändern. Die Banken legen das in der Regel in einer Zinsanpassungsklausel fest. Doch die ist nicht immer transparent. Drei Tricks:

- Variante 1: Einige Banken behandeln einen negativen Referenzzins wie null. Das heißt: Geht der Referenzzins weiter in den Minusbereich, hat das keine Auswirkungen auf den Dispozins. Umschrieben wird dieses Vorgehen laut "Finanztest" mit dem Begriff "Nullzinsbremse".

- Variante 2: Ein Anbieter hat seine Zinsanpassungsklausel zuungunsten der Kunden geändert, stellten die Tester fest. Der Zinssatz beträgt statt wie im vergangenen Jahr 8 Prozent plus 3-Monats-Euribor nun 10 Prozent plus 3-Monats-Euribor. Das entspricht einer Erhöhung um 2 Prozentpunkte.

- Variante 3: Bei einigen Geldinstituten konnten selbst die erfahrenen Tester die genaue Höhe des Dispozinses nicht sofort erkennen. Denn entweder waren die Information unter Stichworten wie "Wohnimmobilienkreditrichtlinie Girokonto" oder "Wunschkredit" versteckt. Oder im Preisverzeichnis fanden sich Angaben wie "Referenzzinssatz + Aufschlag von x Prozent". Andere Institute machen den Dispozins wiederum von der Bonität des Kunden abhängig.

dpa


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