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Mitten im Leben
Praktische Hilfe: Roland Stümpel (rechts) hilft Detlef Tippmann bei allen Dingen, die seinen ganz normalen Alltag betreffen.

Praktische Hilfe: Roland Stümpel (rechts) hilft Detlef Tippmann bei allen Dingen, die seinen ganz normalen Alltag betreffen.© Dittrich

Diakonie Himmelsthür

„Gut, dass man jemanden hat“

Das Ambulant betreute Wohnen (ABW) der Diakonie Himmelsthür bietet Unterstützung in den eigenen vier Wänden.

Hannover. Die Nähe zu seiner Schwester war es, die Detlef Tippmann vor drei Jahren nach Hasede gezogen hat. Dort konnte er in eine große Wohnung ziehen und genießt nun die Ruhe des kleinen Ortes. „Hier gibt es nicht so viele Autos. Das ist besser“, findet er. Tippmann braucht wegen seiner geistigen und körperlichen Beeinträchtigungen im Alltag Unterstützung. In Hasede kommt sein Betreuer aus der direkten Nachbarschaft. Roland Stümpel, Leiter des Ambulant betreuten Wohnens (ABW) bei der Diakonie Himmelsthür, besucht Tippmann zweimal in der Woche und hilft ihm bei Arbeiten im Haus und im Garten. Auch bei Behördengängen, Arztbesuchen und beim Einkaufen ist er bei Bedarf dabei.

 In ganz Niedersachsen bietet die Diakonie Himmelsthür an verschiedenen Standorten Ambulant betreutes Wohnen an. Und auch in Hannover und Umgebung werden Menschen mit einer geistigen Behinderung oder einer seelischen Beeinträchtigung von der Diakonie Himmelsthür ambulant unterstützt.

Mit seiner Wohnung im ruhigen Hasede sei Detlef Tippmann aber eher die Ausnahme, berichtet Stümpel. Viele Menschen würden sich eine Wohnung im hannoverschen Stadtgebiet wünschen. Auf dem angespannten Wohnungsmarkt eine erschwingliche Wohnung zu finden kann für Menschen mit Beeinträchtigungen besonders schwierig sein. Darum hat die Diakonie Himmelsthür inzwischen einige Wohnungen selbst angemietet. Die Kundinnen und Kunden des Ambulant betreuten Wohnens können diese dann als Untermieter nutzen. Aber auch wer bereits selbst eine Wohnung gemietet hat, kann die Assistenz der Diakonie Himmelsthür in Anspruch nehmen.

Individuelle Hilfe nach Absprache möglich

„Der gefühlte Bedarf ist groß“, sagt Stümpel. Allein in diesem Jahr würden noch vier weitere Männer und Frauen in die Betreuung aufgenommen. Manche von ihnen haben wie Detlef Tippmann schon vorher in einer eigenen Wohnung gelebt. Andere wagen den Schritt aus einem stationären Wohnangebot in ein selbstständigeres Leben. „Prinzipiell eignet sich das Ambulant betreute Wohnen für jeden, unabhängig von seinen Möglichkeiten und Fähigkeiten“, sagt Ralf Simon, Fachbereichsleiter bei der Diakonie Himmelsthür.

 Ob ein Leben in den eigenen vier Wänden möglich ist, hänge ganz von den Fachleistungsstunden ab, die der entsprechende Kostenträger bewilligt. Diese sogenannten Fachleistungsstunden, die dafür zur Verfügung stehen, um eine Kundin oder einen Kunden wie Detlef Tippmann zu unterstützen, betragen in der Regel zwei bis drei Stunden in der Woche.

 Diese Stunden setzt Stümpel aber bei schwierigen Situationen auch außerhalb der vereinbarten Zeiten ein. Gerade erst zog sich Tippmann bei der Arbeit eine Prellung zu. Stümpel holte ihn von der Arbeit ab und begleitete ihn ins Krankenhaus. Diese spontane Unterstützung weiß Tippmann zu schätzen: „Es ist gut, dass man jemanden hat.“

Inklumojis

Stellvertretend für Menschen mit und ohne Behinderung werden auch Tiere symbolsich eingesetzt. Die Inklumojis können zum Beispiel in der Kommunikation mit dem Smartphone verwendet werden.


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