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Restauranttests Rankos Sohn macht Misburg glücklich
Mehr Essen & Trinken Restauranttests Rankos Sohn macht Misburg glücklich
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15:15 28.08.2018
DER CHEF: Mladen Majmunovic liebt seinen Job und nimmt sich stets ein wenig Zeit, um mit seinen Gästen zu plaudern. Quelle: Behrens

Ambiente
Die große Hitzewelle hat Pause, an diesem Sonntag muss sich die Sonne am Himmel mal durchkämpfen. Bei 19 Grad entscheiden wir uns dennoch für die frische Luft und sitzen wie viele andere der rund 40 Gäste auf einer überdachten Terrasse, die sich auch über die ganze Breite des Nachbargebäudes zieht. Dort liegt die Zentrale eines Reinigungsunternehmens, das dem Lokal ganz offensichtlich wohlgesonnen ist. In diesem Teil von Misburg waren wir noch nie, in dem Wohngebiet nahe dem Misburger Bad wohnen sicherlich tausende potenzieller Kunden. Wir blicken auf die wenig befahrene Waldstraße und fühlen uns wohl. Das mag auch an dem Aperitif (einer Wein-Likörmischung) liegen, mit dem wir sofort vom Service begrüßt werden.

Service
Wir werden von drei Mitarbeitern bedient, alle sind freundlich und zugewandt. Der Charme des Gastgebers allerdings sticht heraus. Mladen Majmunovic begrüßt Stammgäste schon mal mit Küsschen, auch für uns hat er ein bisschen Plauder-Zeit. Wir erfahren, dass sein leider vor drei Jahren verstorbener Papa Ranko schon Ende der 70er Jahre sein erstes Restaurant am Vinnhorster Bahnhof eröffnete, dass Mladen 1977 in diese Gastronomie-Familie aus Sarajevo hineingeboren wurde und liebt, was er tut. Das ist deutlich zu spüren.

Essen und Trinken
Cevapcici, Pola Pola, Pljeskavica und Raznjici – für mich bedeuten die Begriffe auf der Speisekarte eine Reise in die Vergangenheit. Bei Jugoslawien-Urlauben in der Jugend habe ich all das irgendwie schonmal gehört. Natürlich sind die meisten Gerichte fleischlastig, aber es gibt auch die Fischplatte „Adria“ und das Lachsfilet „Barka“. Scampi vom Grill (23 Euro) und ein Rumpsteak mit Rotwein-Pfeffer-Sauce (21 Euro) sind die teuersten Posten.
Wir beginnen mit einer der vier warmen Vorspeisen, die nach zehn Minuten an den Tisch kommt: Balkanfetakäse (sieben Euro). Die lockere Panade der beiden Stücke überzeugt uns, der Geschmack ist vorzüglich. Dazu gereicht wird für einen Sonntag überraschend frisches Weißbrot, die Nachfrage bestätigt: Das wird hier selbstgebacken.

Nach einer halben Stunde sind die Hauptgerichte da. Hinter Pola Pola verbergen sich ein Spieß Schweinefleisch und vier Mettröllchen mit Tomatenreis plus Pommes (15 Euro) – mit zweierlei Dip (Zaziki und mittelscharfe Paprika-Sauce) ein Genuss. Das Fleisch ist saftig, das Cevapcici wunderbar gewürzt. Prima auch, dass der im Preis inbegriffene kleine Salat am ausreichend großen Beilagen-Büffet selbst zusammengestellt werden kann.
Mein Pljeskavica für 15,50 Euro ist ein mit Schafskäse gefülltes Hacksteak von sicher 300 Gramm, an dem es nichts zu bemängeln gibt. Höchstens, dass es für uns nicht Brot plus Pommes plus Reis hätte sein müssen.

Fazit
Kulinarische Innovationen hatten wir nicht erwartet in Misburg-Nord, aber traditionelle Balkan-Küche auf gutem Niveau. Genau das bietet „Bei Ranko“. Dazu flotter und aufmerksamer Service, nette Umgebung, Parkplätze vor der Tür. Kein Wunder, dass dieses Lokal jede Menge Stammkunden hat. Ein Restaurant zum Wiederkommen.

  • Für Kinder geeignet
  • Hunde willkommen
  • Vegetarisches Gericht
  • Kein Raucherzimmer, aber überdachte Terrasse
  • Nicht barrierefrei
  • Barzahlung, EC, Kreditkarten

Bei Ranko
Waldstraße 48
30629 Hannover
0511/58 23 57

www.beiranko.de

Öffnungzeiten: Mi.-So. 11.30-14.30 und 17.30 bis 22 Uhr. Mo. und Di. Ruhetag.

Von Christoph Dannowski

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