Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Restauranttests Meteora
Mehr Essen & Trinken Restauranttests Meteora
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:41 23.02.2011
Griechische Gastlichkeit: Katsanos Panagiotis (links) und Apostolos Batsoulis. Quelle: Frank Wilde
Anzeige

Ambiente
Von der wenig einladenen Hamburger Allee und der Celler Straße mit ihrem rasanten Autoverkehr darf man sich nicht abschrecken lassen. Im Jahr 2009 hat Wirt Panagiotis Katsanos sein „Meteora” einer Frischzellenkur unterzogen, die bis heute wirkt: Viel dunkles Holz und heller Sandstein wirken einladend - und der Straßenverkehr draußen ist schnell vergessen. Das Restaurant ist zweigeteilt, vorne ist es einer rustikalen Taverne nachempfunden, im hinteren Teil einem Speiselokal - zum Glück ohne Götterstatuen oder Vasen mit Kunstblumen.

Publikum
Wir sind baff erstaunt - an einem Wochentag ist jeder Tisch besetzt. Wir werden an einen Zweiertisch gesetzt und finden uns mitten im Leben wieder: Rechts neben uns speisen Handwerker aus Sachsen, die in ihrem Dialekt über den Arbeitstag plaudern. Links sitzt eine Vierergruppe, die über ihre studentischen Arbeiten an der Leibniz-Uni diskutiert. Und dann ist da noch das Paar vor uns, das händchenhaltend Zukunftspläne schmiedet.

Service
Im „Meteora” gibt es eine Vielzahl Tagesgerichte und eine Reihe von Mezedes, kleinen Appetithappen oder Tapas. Sich dies alles zu merken, ist so gut wie unmöglich. Inhaber Panagiotis Katsanos hat Abhilfe geschaffen: Auf einem iPad, Apples neuem tragbaren Computer, stellen er und seine Mitarbeiter die Gerichte als digitale Diashow vor, angereichert mit freundlichen Erklärungen. Sieht so die Bedienung der Zukunft aus? In jedem Fall eine tolle Idee. Auch ansonsten sind wir mit dem Service zufrieden. Wir werden freundlich, unaufdringlich und zeitnah bedient.

Essen & Trinken
Das „Meteora” setzt schon seit Jahren auf Bio und Regionales, und zwar bei Fleisch und Gemüse - wichtig in Zeiten der Lebensmittelskandale. Sogar ein Zertifikat hat sich der Wirt dafür geben lassen, nachzulesen auf den ersten Seiten der Speisekarte.

Bevor wir mit den Mezedes starten, genehmigen wir uns reinen Gewissens eine griechische Linsensuppe mit feinem Geschmack und ausgeprägtem Linsenaroma - ein gelungener Auftakt. Das gilt auch für die Oliven-Ziegenkäse-Mousse, zu der es warmes Sesambaguette gibt.

Appetithäppchen zu einem Essen zusammenzustellen, ist eigentlich bekannt bei den Spaniern, kommt beim Griechen aber auch nicht schlecht, wenn sie so vielseitig sind. Geschmorter Feta (samt Tomaten-Paprika-Würfeln) wird hier im Ouzo flambiert und stellt meine Mitesserin ebenso zufrieden wie der mit gewürztem Spinat und cremigem Käse gefüllte Blätterteig.

Den Reis in Tomatensoße haben wir als Beilage bestellt, was schon fast zu viel des Guten ist, da die Portionen recht üppig sind. An die Käsekroketten muss sich ein mitteleuropäisch geprägter Gaumen erst gewöhnen. Die Füllung hat eine Konsistenz irgendwo zwischen Gouda und Schmierkäse, ist recht sämig und zerläuft kaum, sie hat eine sehr helle Farbe und einen eher schwachen Käsegeschmack.

Bei der Modernisierung seines Lokals hat Panagiotis Katsanos zwar auch die Karte aufgepeppt, aber was wäre ein „Original-Grieche“ ohne Suflaki, Giros und Lamm? Und so fällt auch unsere Wahl bei der Hauptspeise auf die Platte „Meteora“, eine üppige Ansammlung aus Giros, Lamm, Bifteki, Suflaki, Hähnchenbrustfilet, Pommes und Reis. Dazu kann sich der Gast am Salatbuffet bedienen. Gute Noten verdient vor allem das Lammstück: Kein unangenehmer Lammgeruch, das Fleisch ist außerdem ausgesprochen zart. Der Rest der Speise ist routinierte Küchenarbeit, aber auch hier ohne Ausreißer nach unten.

Beim Wein setzen wir auf einen weißen Demestica, die bekannteste Marke in Griechenland. Der einfache Tafelwein hat eine glänzende goldgelbe Farbe, schmeckt leicht und spritzig und stellt uns insgesamt zufrieden.

Ist es das Geld wert?
Dieses griechische Restaurant hat jenseits der bekannten Ouzo-Platten viel Abwechslung zu bieten. Und das in Bio-Qualität zu normalen Preisen.

Fazit
Kalos Irthate - herzlich willkommen! Wer mediterrane Küche mag, wird das „Meteora” schätzen lernen. Aber Achtung: besser vorher einen Tisch bestellen! Sonst muss man einige Zeit warten.

Besonderheiten

  • Für Kinder geeignet
  • Hunde willkommen
  • Raucherzimmer
  • Zahlung in bar, per EC und mit allen Kreditkarten möglich

Das Restaurant „Meteora” in Hannover Mitte im Branchenführer

Anzeige