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Restauranttests Lorenzo
Mehr Essen & Trinken Restauranttests Lorenzo
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16:08 13.04.2011
Der Padron sagt Prost: Lorenzo Chavez leitet das gleichnamige Restaurant in Langenhagen-Godshorn. Quelle: Christian Behrens

Das Ambiente

Gleich am Eingang rechts hängt ein gerahmtes Trikot von 96-Spieler Karim Haggui mit allen Unterschriften der Mitspieler an der Wand, daneben ein Jersey des Inline-Hockey-Teams der Bissendorfer Panther – die Besitzer der spanischen Tapas-Bar Lorenzo sind offenbar sportbegeistert. Der Gastraum ist schlicht und gemütlich zugleich, die Wände sind halbhoch mit Steinen gefliest. Den Stier, das spanische Nationalsymbol, entdecken wir als großes Wandbild unter der Nationalflagge Spaniens an der Stirnwand des Lokals. Folkloristisch die aufgehängten Kastagnetten mit Handfächer. Nett ist auch die Idee, das Besteck in roter und gelber Serviette einzuwickeln – den Farben Spaniens. Im Sommer lädt die Terrasse zum Verweilen ein, der Gast sitzt hinter einer wuchtigen Begrenzungsmauer lauschig unter mächtigen Bäumen.

Das Publikum

Das Lorenzo gibt es seit drei Jahren, es hat sich in dieser Zeit viele Stammgäste aus Godshorn und Umgebung erobert. Wir speisen mit Gästen unterschiedlichen Alters, in der Mehrzahl Paare. An einem Vierertisch sitzen gut gelaunte Freundinnen. Obwohl werktags und noch früher Abend, füllt sich die Tapas-Bar rasch.

Der Service

Der Gast schreibt seine Tapas nach Nummern der Karte auf einen Bestellblock: „Wir möchten Ihnen einen noch schnelleren Service bieten“, heißt es zur Begründung auf dem Zettel. In der Tat geht alles recht fix. Auch das Timing stimmt: Wir haben diverse Tapas bestellt, die nach und nach wie ein Mehrgängemenü gereicht werden. Dadurch können wir in Ruhe und ausgiebig speisen – wie in Spanien üblich. Die Bedienung ist höflich und erkundigt sich mehrfach nach unserem Wohlbefinden.

Essen & Trinken

Das Lorenzo hat von den kleinen Gerichten aus der Pfanne eine ganze Menge auf der Speisekarte und setzt auf den breiten Publikumsgeschmack aus Fleisch, Fisch, Gemüse. Wir wählen acht Tapas wie das spanische Spinat-Omelett, das es wegen seiner Beliebtheit inzwischen sogar bis in die Kühltruhen hiesiger Supermärkte geschafft hat. Bei uns ist es frisch zubereitet und enthält grob gezupfte Spinatblätter. Die Pimientos de Padron sind kleine grüne Paprikaschoten, die ursprünglich aus Galicien stammen und sich ebenfalls zu einer sehr beliebten Tapa entwickelt haben. Sie sind reichlich mit grobem Meersalz bestreut, was dieser Tapa auch seinen Stempel aufdrückt.

Herausragend ist die Chorizo al Infierno. Die grobkörnige Paprikawurst wird in zwei ganzen Würsten gereicht und erfüllt, was der Gaumen des Tapas-Kenners erwartet: eine scharfe, feurige und bissfeste Wurst. Fantástico! Sehr angetan sind wir auch von den Calamares. Außen krosser Backteig, innen saftiger Tintenfisch – so müssen die Meeresfrüchte zubereitet sein. Weiterer Pluspunkt: der hauchfeine Backteig, durch den der feine Tintenfischgeschmack noch besser zur Geltung kommt. Die übrigen Beilagen runden den guten Eindruck ab: Patatas Bravas (würzige Kartoffelwürfel), Calabacin Asado (gegrillte Zucchini) und Bolitas de Queso (frittierte Käsebällchen) sind grundsolide zubereitet.

Beim Wein halten wir es klassisch, wir nehmen einen offenen und eher seltenen weißen Rioja. Wir sind mit dem frischen und fruchtigen Geschmack zufrieden.

Ist es das Geld wert?

Der Preis pro kleine Speise liegt bei gut vier Euro und damit über den üblichen Preisen von bis zu 3,50 Euro. Dafür aber sind die Portionen groß und die Speisen hervorragend zubereitet. Hier stimmt das Preis-Leistungsverhältnis.

Fazit

Keine komplizierte Raffinesse, dafür kleine und gut gemachte Gaumenfreuden: Das Lorenzo macht der spanischen Küche alle Ehre. Olé!

Besonderheiten

  • Spielangebote
  • Kinderkarte
  • Behindertengerecht
  • Raucherzimmer
  • Zahlung möglich in bar, per EC-Cash und mit allen Kreditkarten

Das Restaurant Lorenzo im Branchenführer auf www.neuepresse.de.