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Restauranttests Oji Long: Geheimtipp aus der Altstadt
Mehr Essen & Trinken Restauranttests Oji Long: Geheimtipp aus der Altstadt
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14:47 09.04.2019
Das Sushi gilt als das Beste der Stadt: Pham van Long serviert im Oji Long in der Altstadt die gemischte Sushi-Platte. Quelle: Frank Wilde
Hannover

 Ambiente: Zwischen Marktkirche und Ballhofplatz findet sich von außen eher unscheinbar das Oji Long, übersetzt: Onkel Long. Das Restaurant ist winzig, vorbei an der offenen Küche geht es zu acht Tischen hintereinander, eine steile Wendeltreppe (Kopf einziehen!) führt zu einer Galerie mit drei weiteren Tischen. Dorthin wechseln wir, weil wir zuerst vor einer Box platziert werden, aus der uns die Bässe zu laut wummern. Von oben haben wir einen direkten Blick in die Küche mit zwei Herdplatten, Mikrowelle, Dampfgarer für Reis und eine Sushi-Station. Wir sitzen auf zwei Bänken ohne Rückenlehne an einem lackierten Holztisch, funktionell, aber nicht ungemütlich.

Klein, aber fein: In der Knochenhauerstraße liegt das Oji Long. Quelle: Frank Wilde

Service: Drei Männer und eine Frau teilen sich im Oji Long die Arbeit, ein Koch ist nur für Sushi zuständig. Die Frau bedient uns freundlich und asiatisch zurückhaltend. Fragen werden eher einsilbig beantwortet, ein Gespräch kommt nicht zustande. Allerdings ist der Laden an diesem Sonntagabend fast ausgebucht, gerade abends ist eine Reservierung unbedingt empfehlenswert. Nach zehn Minuten bekommen wir die Vorspeisen, erstmals vor den Getränken. Die Hauptgerichte sind nach 30 Minuten am Tisch, das ist in Ordnung.

Essen und Trinken: „Mega lecker“, „Speisen mit feiner Zunge“ – bei den Bewertungsportalen im Internet überschlagen sich die Gäste mit Lob. Wir sind gespannt und studieren die Karte mit elf Suppen/Vorspeisen, vier Salaten, sieben Hauptgerichten, zwei Desserts (kurioserweise wie bei vielen Asiaten auch das italienische Tiramisu) und acht Sushi-Menüs ganz genau. Begeistert sind wir schon über die selbstgemachten Drinks, die wie alle Gerichte originelle Bezeichnungen haben, von „Endless Love“ bis „Chicky Micky“. „Red Sensation“ (0,4 Liter für 4,20 Euro) ist ein köstlicher Mix aus Himbeeren, Basilikumperlen, Zitronengras-Tee, Limettensaft und Rohrzucker, „Monkey King“ (auch 4,20) mit Limettensaft, Grünem Tee und Honig ähnlich frisch und belebend. Mit „Party Girl“ (5,50 Euro) und „Crispy Spring Rolls“ (3,90) steigen wir ins Essen ein, der Salat besteht aus Papaya- und Karottenstreifen sowie Sojasprossen und bekommt seinen Kick durch Minze und geröstete Erdnüsse.

Gemischte Sushi-Platte Quelle: Frank Wilde

Die gebackenen Teigrollen sind knusprig und mit Garnelen, Morcheln und Schweinehack lecker gefüllt, getunkt wird in ein Gläschen mit Limetten-Fisch-Vinaigrette. Bei „Dancing Chicken“ (8,90) macht nicht nur der Name Laune, die sechs japanischen Spieße sind perfekt gegrillt, herrlich zart und mit süß-saurer Oji-Long-Sauce beträufelt, dazu gibt es Duftreis. Für nicht mal neun Euro ein Schnäppchen. Meine Frau ist mit dem vegetarischen Sushi-Menü „Gado Gado“ (14,90) genauso zufrieden, nach einer Miso-Suppe werden auf einer schicken Schiefertafel 22 kleine Kunstwerke gereicht, von Tofutasche bis Sesam-Omelett und Avocado-Sticks.

Gelegen in der Altstadt. Quelle: Frank Wilde

Fazit: Mit dem Slogan „Tastes great, healthy Life“ (großartiger Geschmack, gesundes Leben) wirbt Oji Long nun seit acht Monaten für einen Besuch in der Altstadt. Wir können das kleine Restaurant nur empfehlen. Noch ist es ein Geheimtipp, reservieren sollte man lieber trotzdem schon einmal.

Oji Long

Knochenhauerstraße 25

30159 Hannover

Telefon: 0511/64 69 84 75

Öffnungszeiten: Sonntag bis Donnerstag 12 bis 22.30 Uhr. Freitag, Samstag und Feiertage: 12 Uhr bis open end.

Für Kinder geeignet: Ja, Hunde willkommen: Ja, Veganes Gericht: Nein, Raucherzimmer: Nein Barrierefrei: Nein.

Wie bezahlen? Bar, EC, Visa, Mastercard

Von Christoph Dannowski

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