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Restauranttests Hannover: Italienische Akzente beim neuen Inder
Mehr Essen & Trinken Restauranttests Hannover: Italienische Akzente beim neuen Inder
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00:16 19.07.2013
IN SEINEM NEUEN LOKAL: Mohammad Asghar Sahi hat sein India-Tandoori-Haus an der Jakobistraße eröffnet. Hier gibt es typische indische Gerichte – und natürlich Spezialitäten aus dem Tandoori-Ofen. Quelle: Mast
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Ambiente
Im Tandoori-Haus kann man draußen und drinnen Platz nehmen. Wir entscheiden uns für drinnen und staunen über die Einrichtung. Die Wände zieren recht kitschige, großformatige Bilder des Tadsch Mahal (Grabmoschee im indischen Agra) und von Teefeldern. Die Panoramafenster lassen kaum Licht durch, weil rote Vorhänge einen Teil abdunkeln. Im Mittelgang steht eine fernöstlich eingekleidete Schaufensterpuppe neben einem Sonnenschirm. Die Hintergrundmusik ist erst erfreulich dezent – und plötzlich weg. Bis zum Ende unseres Essens legt niemand eine neue CD ein.

Publikum
Am Lokal strömt massig Laufkundschaft vorbei.Ein neuer Laden findet hier schnell neugierige Kundschaft. Drinnen sind fünf Tische besetzt, draußen vier. Aus der Laufkundschaft muss das Team des gelernten Kochs Mohammad Asghar Sari, der schon Restaurants in Celle und Vahrenwald betrieb, nun noch Stammkundschaft machen. Mutter mit Tochter, Familien, ältere und jüngere Pärchen, beim Inder ist für jeden etwas dabei.

Service
„Buona sera“ (italienisch für ,guten Abend‘), sagt der Kellner zur Begrüßung, wir glauben beide, uns verhört zu haben. Aber als der Mann die Kerze mit einem herzerfrischenden „prego“ (italienisch für ,bitte‘) anzündet, ist klar: Hier bedient uns kein Inder. „Ich bin italiano“, klärt der freundliche Herr auf, der höflich und aufmerksam ist. Bei einer Neueröffnung und einer Karte mit 137 Gerichten hätten wir uns vom Service Tipps und Orientierung gewünscht – darauf hoffen wir aber vergeblich. Die Gespräche bleiben auf „Hatesgeschmecket,Signora?“-Niveau. Die Servicezeiten sind prima, nach 70 Minuten werden wir schon auf dem Verdauungsspaziergang über die Lister Meile sein.

Essen und Trinken
Der Gruß aus der Küche ist so einfach wie pfiffig: zwei hauchdünne Scheiben pikantes Linsenmehlbrot, das Papadam, und ein Töpfchen mit Minzsauce zum Tunken. Eine gelungene Reizung der Geschmacksnerven. Vom selbstgemachten Käse in Linsenmehlteig (4,50 Euro) ist meine Frau etwas enttäuscht, der Käse ist fast geschmacksneutral, auch der Dip hätte würziger sein dürfen. Meine rote Linsensuppe mit verschiedenen Gewürzen („Dal Madras Shorba“, 3,60) ist grundsolide, auch hier fehlt die überraschende Note. Top-Start, mäßige Vorspeisen, selten waren wir so gespannt auf die Hauptgerichte. Ich entscheide mich für einen Klassiker: gehacktes Lammfleisch mit Salat und Curry-Saucen (13,50), zubereitet in einem mit Holzkohle geheizten Backofen aus Ton – eben einem Tandoori. Eine gute Wahl, das Hack ist von bester Qualität, die Schärfe genau richtig – und drei Spieße sind für den Preis eine gute Portion. Auch meine Frau ist mit ihrem Hühnchenbrustfilet in Kokosnuss vollauf zufrieden, mir wäre dieses „Chicken Madras“ (12,90) schon zu scharf.

Fazit
Mit seiner zentralen Lage, dem Essen und Preis-Leistungs-Verhältnis hat das India-Tandoori-Haus die Chance auf eine solide Zukunft, beim Drumherum ist noch Luft nach oben.

  • Für Kinder geeignet
  • Hunde willkommen
  • Barrierefrei
  • Raucherzimmer
  • Bezahlung: bar

India-Tandoori-Haus

Jakobistraße 6 30163 Hannover

Tel. 0511/80 76 17 17

www.india-tandoori-haus.de

Öffnungszeiten: Mo. bis Fr. 11.30 bis 15, 17.30 bis 22.30 Uhr. Sa. und So. 11.30 bis 23 Uhr.

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