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TOLLE GASTGEBER: Elzbieta und Holger Blumenberg leiten das „Ohne Worte“. Das Lokal ist auch wegen der Kegelbahn sehr beliebt.© Behrens

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Deutsche Küche

Dieser Festtagsschmaus ist "Ohne Worte"

Wer mit Ente, Gans und Co. nicht bis zum ersten Feiertag warten will, kehrt im „Ohne Worte“ ein. In der Wirtschaft an der Kirchröder Straße wird erstklassig gekocht, derzeit stehen viele saisonale Speisen auf der Karte.

Ambiente
An einem windigen Dienstagabend betreten wir das Lokal „Ohne Worte“ in Kleefeld und sind erstaunt. Trotz nasskalter Novemberwitterung ist das Lokal an der Kirchröder Straße äußerst gut besucht – Stammtische, Skatrunden und größere Gesellschaften mit viel Hunger haben sich eingefunden. Der Begriff Restaurant be­schreibt diese Gastronomie weniger gut, das „Ohne Worte“ ist Speisewirtschaft und Nachbarschaftstreff – samt Kegelbahn. Der Gastraum ist in braunen und roten Tönen gehalten, die Bilder, die kulinarische Themen wie Erdbeeren, Möhren und Burger aufgreifen, hängen nicht in Rahmen, sondern sind direkt auf die Wände gemalt. Noch ein witziges Detail: An den Lampen hängen Messer, Ga­beln und Löffel. Stylish ist diese Wirtschaft nicht, dafür authentisch und familiär.

Service
Der Kellner und die Dame des Hauses bewirten uns sehr freundlich und zügig. Das Be­steck kommt in rustikalen Bierkrügen auf den Tisch, als ich am Ende meine Portion nicht schaffe, wird mir der Rest der Ente samt Beilagen transportfreundlich eingepackt. Einziger Ausrutscher des Abends ist unsere Weinbestellung: Der Tempranillo schmeckt holzig und leicht säuerlich – er hatte wohl zu lange auf einen Liebhaber spanischen Weines gewartet. Im Handumdrehen bekommen wir einen Probeschluck vom Dornfelder (3,90 Euro für 0,2 Liter), der etwas flach, aber besser schmeckt. Ein Blick auf die anderen Tische gibt den entscheidenden Hinweis: Das „Ohne Worte“ ist nun mal keine Weinstube, hier wird Bier getrunken.

Essen & Trinken
Ein Tipp vorab – im Internet findet man nur einen Teil der Speisekarte der Kleefelder Wirtschaft, im Lokal ist die Auswahl durch Saison- und Tageskarten deutlich größer. Aktuell bietet Koch Holger Blumenberg zum Beispiel verlockende Variationen von Flammkuchen (etwa mit Ziegenkäse, Birnen und Weintrauben für 11,80 Euro), Grünkohl (als große Platte mit viel Fleisch für 16,50 Euro oder als „Grünkohl satt“ für 20,90 Euro), Ente und Gans an.Weil wir Appetit auf festliches Geflügel haben und ahnen, dass wir keine Spatzenportionen bekommen, ordern wir vorab nur die Festtagssuppe vom Huhn mit Klößchen, Eierstich und kleinen Nudeln (5,40 Euro). Dampfend, im schönen Porzellan und mit warmem Kürbisbrot serviert der Kellner die Suppe, die ein würziges Gedicht und eine Wohltat an kalten Tagen ist.

Anschließend sollen es Ente und Gans sein. Dass die Hauptgerichte eine knappe halbe Stunde dauern, freut uns eher – das spricht für frische Zu­bereitung. Die halbe Bauernente wird von vier Kartoffelklößen und einem Schälchen Rotkohl (18,90 Euro) begleitet, die große Gänsekeule liegt auf würzigem Rahmwirsing, dazu gibt es drei üppige Semmelknödel (20,90 Euro). Wir schweigen und schwelgen:  Ja, ist denn schon Weihnachten? Die Haut des Geflügels ist maximal kross, das Fleisch lässt sich mit der Gabel vom Knochen lösen. Die würzige Rotweinsauce ist sämig und glatt, einfach perfekt. Rotkohl und Semmelknödel schmecken ebenfalls tadellos. Am allerbesten gefallen uns die Kartoffelklöße, die diese angenehm klebrige Konsistenz wie bei Muttern haben und wunderbar die köstliche Sauce aufsaugen.

Fazit
Sprachlos im „Ohne Worte“ – wer sich auf die Festtage einstimmen will, ist in der urigen Wirtschaft bestens aufgehoben.

  • Für Kinder geeignet
  • Hunde willkommen
  • Kein Raucherzimmer
  • Toiletten barrierefrei, aber keine Behinderten-Toilette
  • Bar, EC-Karte

Ohne Worte
Kirchröder Straße 82
30625 Hannover
0511/21 93 30 27
www.ohneworte-hannover.de


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