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Restauranttests "Beiwi": Wenn der große Hunger kommt
Mehr Essen & Trinken Restauranttests "Beiwi": Wenn der große Hunger kommt
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00:18 26.01.2018
Von Christoph Dannowski
GROSSES BÜFETT: Xiaohui Hu (45) ist die stellvertretende Geschäftsführerin im „Beiwi“ in Hainholz. Quelle: Wilde

Ambiente
Wir fahren eine Viertelstunde durch Hainholz, einen Stadtteil mit immerhin 7000 Einwohnern. Wir finden Möbelhäuser, Baumärkte und Tankstellen, aber keine Restaurants. Seit „Mamma Raffaele“ vor Jahren nach Linden gezogen ist, ist Hainholz gastronomisches Brachland. Dafür kann das „Beiwi“ mit seinen 190 Plätzen fast drei Prozent des Stadtteils auf einmal versorgen. Das Großrestaurant mit einem riesigen, in Dunkelbraun gehaltenen Gastraum ist modern eingerichtet und trotz Industrielook (mächtige Rohre an der Decke durchziehen den Raum) durchaus ansprechend. Kristall-Leuchter, verspiegelte Säulen und ein breiter Tresen mit Weinschrank fallen ins Auge. Wer allerdings die Abgeschiedenheit sucht oder einen romantischen Abend plant, ist hier falsch. Kinder springen herum, der Patron einer osteuropäischen Großfamilie spricht in sein Handy, es ist quirlig und laut. Auch weil das Restaurant offenbar beliebt ist – an diesem Sonntagabend sind mehr als 100 Gäste da.

Service
„Ist das Ihr Auto?“, fragt Herr Lou am Eingang und zeigt auf meinen weißen Wagen. „Den müssen Sie wegstellen.“ Tatsächlich ist der Parkplatz leer, gehört aber dem (natürlich am Sonntag geschlossenen) Fachmarktzentrum. Und deren Betreiber lassen abschleppen, auch am Sonntag. Ich finde erst 500 Meter entfernt an der Straße einen Platz, aber der Weg lohnt sich. Als ich zurückkomme, beginnt vorm „Beiwi“ tatsächlich ein Abschleppdienst seine Arbeit. In Sachen Nachbarschaft ist hier noch Luft nach oben.

Drinnen flitzen ein halbes Dutzend Servicekräfte umher, wie in jedem Büfettrestaurant gibt es reichlich abzuräumen. Die asiatischen Kellner sind flink, freundlich und haben auch Zeit, uns das Rohkost-Büfett zu erklären: An den Teller mit den gewünschten Speisen muss ein Clip mit der Tischnummer befestigt werden, der fertige Teller wird gebracht. In unserem Fall dauert das 15 Minuten.

Essen und Trinken
Natürlich kann der Gast im „Beiwi“ auch à la Carte speisen, aber der Renner ist das chinesisches Büffet, das abends 16,90 Euro kostet und das auch wir probieren. Das Angebot ist gewaltig, „Beiwi“ heißt auf Deutsch auch „100 Geschmäcker“. Es gibt neben dem gängigen chinesischen Essen (Ente, Huhn, Schwein, Rind) eine Sushi-Station, eine Rohkoststation, sieben Fleischsorten von Lamm über Känguru bis Froschschenkel und sechs Fischsorten von Tintenfisch bis Krabben.Nach einer sämigen, aber schmackhaften Suppe gefällt mir ein knackig-frischer Salat mit sehr zarten Garnelen, meine Frau ist mit dreierlei Sushi-Variationen zufrieden.

Dann lassen wir uns einen Teller auf dem heißen Stein zubereiten. Einmal mit Fisch, Algen, Garnelen und Pilzen, einmal mit Froschschenkel (sorry, aber hatte ich noch nie), Rindersteak und Sprossen. Beide Zusammenstellungen erfreuen unsere Gaumen, auch, weil wir jeweils noch eine extra Sauce (sechs sind zur Auswahl) dazu nehmen. Als Dessert gönnen wir uns Ananas und Litschis und verlassen nach einer Stunde satt, aber nicht zu vollgestopft die gastronomische Oase von Hainholz.

Fazit
Für einen romantischen Abend ist das „Beiwi“ nicht die richtige Adresse. Wer aber Appetit mitbringt, die Vielfalt liebt und mit der Unruhe eines Büffet-Restaurants mit 190 Plätzen leben kann, wird ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis vorfinden und seine Freude haben.

  • Für Kinder geeignet
  • Hunde willkommen
  • Kein Raucherzimmer
  • Barrierefrei
  • Barzahlung, EC, alle gängigen Kreditkarten

Beiwi
Schulenburger Landstraße 118
30165 Hannover
0511/89 94 37 10

www.beiwi-buffet.de

Öffnungszeiten: Mo.-Fr. 12-15 und 17.30 bis 23 Uhr, Sa. und So. 12-23 Uhr.

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