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Restauranttests Aresto – das neue Schmuckstück am Leineufer
Mehr Essen & Trinken Restauranttests Aresto – das neue Schmuckstück am Leineufer
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00:17 28.09.2018
KANN STOLZ SEIN: Feyzi Ekinci hat fast eine halbe Million Euro in das neue „Aresto“ investiert. Quelle: Christian Behrens

Ambiente

Es war ein Umbau, der aus dem „Aresto“ ein echtes Schmuckstück gemacht hat. Im Frühjahr hat Betreiber Feyzi Ekinci fast eine halbe Million Euro investiert, um aus dem rustikalen Lokal ein elegantes Restaurant zu machen. Die Anmutung erinnert eher an Brüssel oder Paris als an Niedersachsens Hauptstadt. Der Fußboden besteht nun aus Holzbohlen und edlen Fliesen, Stühle und Bänke haben ein bequemes Lederpolster. Ein Apothekerschrank von 1910, Vitrinen, Spiegel und Kronleuchter erschaffen zusammen mit dem Deckenschmuck ein Jugendstilambiente. Die Stuckelemente an der Decke wurden in Polen gegossen, das Anbringen und Bemalen hat 400 Stunden gedauert. Einen bewussten Bruch zur Umgebung aus dem frühen 20. Jahrhundert stellt das moderne Kunstwerk eines Berliner Künstlers dar, das rechts vom Eingang großflächig an der Wand hängt.

Service

Eigentlich tadellos. Unser Kellner ist freundlich, aufmerksam und zuvorkommend. Da wir in einem Restaurant sind, das auf seine umfangreiche Weinkarte stolz ist, kann er uns sogar die Rebsorte des griechischen Landweines sagen, der offen ausgeschenkt wird. Überrascht sind wir allerdings, als der Kellner einräumen muss, dass der „Wein der Woche“ (Cuvée Weiß, Brennfleck, Franken, 0,1 Liter für 3,20 Euro) bereits am Mittwoch nicht mehr offen ausgeschenkt wird, sondern nur noch als Flasche zu haben ist.

Essen & Trinken

Anfangs wird uns ein Korb mit Weiß- und Graubrot an den Tisch gebracht. Aus dem vielfältigen Angebot von Vor-, Haupt- (Ekinci ist sehr stolz auf seine Lammspezialitäten) und Nachspeisen entscheiden wir uns zunächst für Auberginenpürée (fünf Euro), das uns in der Form von drei Eiskugeln serviert wird. So appetitlich das Pürée aus geschmorten Auberginen angerichtet ist, so hätten wir uns doch einen kräftigeren Auberginengeschmack gewünscht. Dill, Paprika und Mayonaise lenken zu sehr ab.

Fallak Morad serviert leckere Kalimari auf gebratenem Gemüse. Quelle: Christian Behrens

Von nun an können wir uns jegliche Kritik sparen, denn beide Hauptgerichte sind köstlich. Das Geflügel-Giros (13 Euro) verdient ein besonderes Lob, es ist herrlich zart und saftig und trotzdem knusprig. Das Zaziki ist wunderbar cremig und mit ausreichend Knoblauch zubereitet, der tomatisierte Bulgur eine tolle Ergänzung. Ebenso begeistert sind wir von den mit Schafskäse gefüllten Kalamari (19 Euro). Die gebratenen Tuben sind bissfest, aber nicht gummiartig, der Käse würzt das Ganze. Das Bett aus Karotten, Champignons, Zucchini und Broccoli ist auf den Punkt gegart.

Das „Aresto“ ist mehrfach für seinen (hauptsächlich deutschen) Weinkeller ausgezeichnet worden – wir entscheiden uns für den griechischen Landwein (0,2 Liter für 4,50 Euro). Der dunkle Rote aus der griechischen Rebsorte Agioritiko ist samtig und würzig im Geschmack. Der Weiße (Moschofilero) hat trotz eindeutiger Muskataromen wenig Süße. Beide Weine gefallen uns.Zum Nachtisch gönnen wir uns ein Galaktoboureko (6,50 Euro) – ein Traum aus einer dicken Gries-VanillePuddingschicht in Blätterteig, der nicht blättrig, sondern herrlich saftig ist.

Fazit

Feyzi Ekinci hat sein „Aresto“ zu einem echten Schmuckstück gemacht. Am Essen ist kaum etwas auszusetzen – die Küche kratzt an fünf Sternen.

  • Für Kinder geeignet
  • Hunde willkommen
  • Veganes Gericht
  • Kein Raucherzimmer
  • Nicht barrierefrei (Treppe zur Toilette im Untergeschoss)
  • Barzahlung, EC, Kreditkarte

Aresto
Klostergang 2
30159 Hannover

0511/32 37 59

www.aresto.de

Öffnungzeiten: Täglich von 11.30 Uhr bis 23 Uhr.

Von Sönke Lill

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