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LECKER: Fabio Greco mit dem Dessert "Wilde Pflaume".© Behrens

Deutsche Küche

Achtung, Wildwechsel im "Wildhäger"

Rustikale Atmospäre, kreative Küche, viele Hirsch-Accessoires: Im Wirtshaus „Wildhäger“ in Garbsen-Havelse wird auf hohem Niveau gekocht. Der Betreiber-Familie Lühmann gehört auch das „Landhaus am See“.

Ambiente
Die Gaststube „Wildhäger“ in Havelse überrascht auf den ersten Blick als eine Mischung aus Bistro und Jägerstube. Optischer Mittelpunkt ist eine wuchtige Holzbar mit einer Reihe von Lämpchen mit kleinen grünen Schirmen. An der Wand hängen handbemalte Schützenscheiben, die Stirnseite ist mit Bildern eng behängt, so wie man es von den Bistros in Paris kennt. Im Fenster zur Straße steht ein großes Holzschaukelpferd in Form eines Hirsches, von der Decke mit  Holzgitter hängen Sonnenblumen und verstreut in der Stube gibt es jede Menge Hirsch-Accessoires. Links schließt sich ein weiträumiger zweiter Raum im Landhaus-Stil an, angenehm unaufgeregt und hell.

Service
Die Kellnerin ist eine junge Frau mit sichtbarer Freude an ihrem Job, die unaufdringlich ihrer Arbeit nachgeht und sich immer mal wieder nach unserem Befinden erkundigt. Das Besteck nimmt sich der Gast aus einem Holzkasten auf dem Tisch – volkstümlich geht es zu im „Wildhäger“. Enttäuscht sind wir aber von  den gastronomischen Angeboten für Kinder – die Speisekarte ist überhaupt nichts für sie und die Küche sieht sich leider außerstande, selbst einfachste Kindergerichte wie Nudeln mit Tomatensauce auf Anfrage zusammenzustellen. Weil die Küche derart unflexibel ist, bekommt die Tochter am Ende nur eine Schale Pommes mit Ketchup, der Kleine geht leer aus – und erhält zum Trost einen zweiten Saft. Und so ist die Stimmung am Tisch erst einmal im Keller. Die hebt auch der kleine Gruß aus der Küche nicht – drei leckere, frische Brotsorten mit cremigen Quark und Gurkenstücken.

Essen und Trinken
Die Speisekarte im „Wildhäger“ ist übersichtlich, was erst einmal nicht schlecht sein muss. Für Vegetarier bleibt am Ende ein Essen übrig, das mit Wein angereichert ist – Fleischgegner, die schwanger sind, haben in so einem Fall schlechte Karten. Die Speisen klingen insgesamt nach gutbürgerlicher Küche, allerdings neu interpretiert. Wir sind gespannt.
Wir bestellen zunächst einen Salat „Vom Acker“ (4,50 Euro) mit viel knackigem Grünzeug, Rote-Bete-Chips und einem hausgemachten zitronigen Dressing. Die Rote-Bete-Chips sind eine prima Idee, sie geben dem Frühlingssalat Pfiff. „Oma Bärbels Suppe“ nennt das „Wildhäger“ seine klare Ochsenschwanzsuppe mit Eierstich und Gemüsestreifen (sechs Euro) – sie schmeckt ausgezeichnet. Da im „Wildhäger“ die Gerichte alle Namen haben, die sich nicht immer sofort erschließen, müssen wir auch beim „Roten Korn“ etwas genauer hinschauen: Tomatenrisotto mit Parmesan und Rucola (13,50 Euro) lesen wir schließlich. Ein tolles Essen, ganz frei sogar von  Macken. „Havelser Prachtstück“ klingt ein bisschen angeberisch – und weckt deshalb unsere Neugier: 220 Gramm Steinhuder Weiderind in Sauce Bernaise, dazu kleine Ofentomaten und „Farmer-Fritten“, das sind ungeschälte Pommes. Kurzum: Das „Prachtstück“ verdient seinen Namen, das medium gebratene Weiderind in gekonnt gewürzter Sauce Bernaise war schlicht vom Feinsten. Mit 24 Euro ist es nicht ganz günstig, allerdings auch jeden Euro wert .

Fazit
Das Lokal überrascht mit gutem bis sehr gutem Kochniveau. Allerdings ist es nichts für Familien mit Kindern.

Nicht für Kinder geeignet
Hunde willkommen
Kein Raucherzimmer
Nicht barrierefrei
bar, EC, Kreditkarte

Wirtshaus Wildhäger

Hannoversche Straße 45
30823 Garbsen-Havelse
0511/87490640

www.landhausasee.de

Von Andreas Voigt


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