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Auktionator Hartmut Prahl (r.) versteigert den Lukaspokal. Der steht sicher verwahrt in einer Glasvitrine (l.).

Auktionator Hartmut Prahl (r.) versteigert den Lukaspokal. Der steht sicher verwahrt in einer Glasvitrine (l.).© Majka Gerke

St. Lorenz Süd

71 000 Euro für den Sensationsfund

Der lange verschollene Lukaspokal geht bei einer Auktion an die Stiftung Historische Museen Hamburg.

St. Lorenz Süd. Genau 1017 Positionen umfasste der Katalog der Objekte, die jetzt im Auktionshaus Prado unter den Hammer gekommen sind. Neben silbernem Besteck, Schalen aus Porzellan oder antikem Eierbecher stand die Position 621 im Fokus des Interesses. Dahinter verbarg sich der Lukaspokal, der am Ende für 71 000 Euro den Besitzer wechselte. Die Stiftung Historische Museen Hamburg erhielt den Zuschlag.

Lange Zeit galt das neugotische Trinkgefäß als verschollen. Als es nun beim Auktionshaus Prado von einem privaten Zulieferer abgegeben wurde, war der Fund eine Sensation. Geschaffen wurde der prachtvolle Deckelpokal von dem Künstler Martin Gensler für den Hamburger Künstlerverein von 1832. Rund 50 Kunstinteressierte und Neugierige waren in das Auktionshaus in der Moislinger Allee gekommen, viele extra wegen des Pokals. Doch bis es soweit war, erhöhte der Auktionator die Spannung. „Und bevor wir zur Position 621 kommen, machen wir eine kleine Pause“, sagte Hartmut Prahl vom Auktionshaus Prado. Die Unterbrechung brauchte das Team des Auktionshauses, um die telefonischen Bieter an die Strippe zu kriegen.

Das Interesse an dem Kunstwerk war von vorneherein groß. Sollte der Startpreis ursprünglich mit 3000 Euro angesetzt werden, stiegen die Auktionatoren gleich höher ein. „Wir haben vorab schon viele Gebote über das Internet erhalten“, sagte Bernd Dose, Geschäftsführer der Prado Auktionen GmbH. Auch schriftlich wurden viele Anfragen gestellt.

Gleich das Startgebot von 7500 Euro sorgte für ein Raunen im Raum, ebenso die schnelle Steigerung in Tausenderschritten. Nach knapp zehn Minuten blieb nur noch die Stiftung Historische Museen Hamburg übrig. Der Pokal soll voraussichtlich ab Mai in einer Sonderpräsentation im Hamburg Museum zu sehen sein.

mg


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