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12:38 06.08.2009
Wer ein Haus selbst bauen möchte, hat die Wahl der Werkzeuge. Quelle: Frank Wilde

Der Grundsatz, dass Zeit Geld ist, behält jedoch auch hier Gültigkeit. Während die Lohnkosten für professionelle Handwerker weitgehend eingespart werden können, verzichten die Selbermacher unter den Bauherren auch auf deren Erfahrung und Routine: In der Regel ist ein Profi mit einer Arbeit sechsmal schneller fertig als ein Laie.

Lego im Maßstab 1:1

Zu den konsequentesten Anbietern von Heimwerkerlösungen gehört die Isorast GmbH aus Taunusstein, die bundesweit mit regionalen Vertriebspartnern zusammenarbeitet. Das System von Isorast besteht aus Schaumstoffbauelementen, die über Aussparungen und Noppen zusammengesteckt werden, bis eine ganze Wand fertig ist. Für Türen, Fenster, Rundungen, Ecken und Wandenden gibt es jeweils spezielle Formstücke, sodass die Architekten in der Planung frei sind. Ist eine Etage fertig zusammengesteckt, kommen die Baubetreuer des Anbieters, kontrollieren und organisieren das Ausgießen mit Beton - zumeist wird auf den Baustellen ein Vorratssilo errichtet, das rechtzeitig befüllt wird. Nach dem Aushärten ist die Wand genauso stabil wie eine konventionell errichtete. Die Schaumstoffschale übernimmt nun die Funktion der Wärmedämmung. Gleichzeitig bietet sie Vorteile für die Elektro- und Sanitärinstallation: Mit einem beheizten Elektromesser lässt sie sich leicht schlitzen. Anschließend verschwinden Wand und Leitung ganz konventionell unter Putz und sind nicht mehr als Heimwerkerarbeit zu erkennen.

Wer lieber konventionell mauern möchte, kann sich ebenfalls die Arbeit erleichtern und Mörtelschlitten über die Steinreihen schieben, statt Stein für Stein mit der Kelle zu mörteln. Das Ergebnis sind gleichmäßige Fugen und eine spürbare Zeitersparnis. Zwischen Mauern und Fertigbau angesiedelt sind großformatige Steine, die in der Fabrik dem Bauplan entsprechend passgenau zugeschnitten werden und mit einem genauen Verlegeplan ausgeliefert werden. Auf der Baustelle müssen sie nur noch mit einem Dünnbettmörtel verklebt werden.

Für die Elektroinstallation gibt es unter anderem von der EWL-GbR systematische Heimwerkerlösungen. Der organisatorische Ablauf geschieht wie bei einem konventionellen Handwerksauftrag: Ein Verlegeplan wird angeboten, das Material eingekauft, Endabnahme, Zählermontage und Zähleranmeldung werden von Fachbetrieben, die Systempartner sind, übernommen. Nur die lohnkostenträchtige Montage übernimmt der Bauherr. Nicht nur Neubauten, auch renovierungsbedürftige Altbauten lassen sich so neu verkabeln.

Schwieriger wird es bei der Wasser- und Heizungsinstallation. Messingrohre zu verlöten ist nicht jedermanns Sache, aber auch nicht mehr nötig. Ähnlich wie bei Gartenschläuchen gibt es auch für die dauerhafte Hausinstallation Schlauchsysteme, die mit Schraub- und Klemmverbindern zusammengefügt werden. Die Verbindungen sind sicher, wenn die Verarbeitungs- und Sicherheitsvorschriften eingehalten werden. Eine selbst installierte Wasserverteilung direkt neben dem selbst installierten Elektro-Hausanschluss ist keine gute Idee. Eine professionelle Planung sollte dies mit detaillierten Bauplänen aber auch verhindern.

Stolz und Anekdoten

Planung ist das eine, Praxis manchmal etwas ganz anderes. Über die Praxis tauschen sich Selberbauer vor allem in Internetforen aus. Vor dem ersten Spatenstich gilt es nicht nur, sich selbst und die übrige Familie davon zu überzeugen, dass der Hausbau im Heimwerkerverfahren eine gute Idee ist, sondern auch die finanzierende Bank. Ist der Bau dann aber fertig und bezogen, ist der Bauherrenstolz nicht mit einem Häuschen von der Stange zu vergleichen. Und die Sache mit Theorie und Praxis bereichert den Schatz der Familienanekdoten - zum Beispiel, wie der Lkw mit dem Sand eine Stunde vor der verabredeten Zeit da war, ablud, wo es bequem schien, und wie dann 20 Tonnen Sand mit Schaufel und Schubkarre an den vorgesehenen Platz geschafft werden mussten.

von Ralf C. Kohlrausch

Weitere Informationen unter:

www.unserselbstbauhaus.de

www.isorast.de

www.ewl-instakit.de

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